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Die zweite Welt

….das ist die von Lea. Lea habe ich auf der feinen Mühlenfeier von Lady Grey kennengelernt. Lea hat den Edelsteinhandel ihres Vaters übernommen und verkauft hochexquisiten Schmuck. Als ich gestern vorbeischaute bei ihr und beim Umschauen meinte, dass da sowieso alles viel zu teuer für mich wäre, aber dieser eine Ring da, der mit dem blauen Stein…hach…, da meinte sie nur trocken: „Ach, der ist zum Beispiel gar nicht schlimm. Wart, ich hol ihn dir mal.“ Und schwupps, hatte ich einen Ring am Finger, der nur unwesentlich billiger war als mein gesamtes Monatseinkommen.

Aber was Lea sehr sehr sehr sympathisch macht: Sie tickt so, dass sie locker auch hätte auf der Ressourcentagung sprechen können. Sie will keine neuen Steine kaufen, sondern erstmal die Vorräte ihres Vaters „aufbrauchen“, sie legt sehr großen Wert auf fairen Handel (der im Edelsteinhandel wahrschienlich noch seltener ist als im Textilhandel, selbst wen mans quantitativ vergleichbar macht), und sie will nix Neues kaufen, wenn das Alte noch funktioniert. Letzteres hat jetzt eher mit ihrem privaten Wertesystem zu tun, wirkt sich aber auch auf ihre Arbeit aus. Also, sollte ich schwerreiche Damen mit einer Leidenschaft für wirklich wertvolles Blingbling zu meinen Leserinnen zählen: Wenn, dann bitte zu Lea. Sie arbeitet auch Steine aus nicht mehr gefallendem Schmuck in neue Stücke um.

Spannend bleibt für mich dennoch die Diskussion, ob die ökofaire Diskussion wirklich bereits in der Oberschicht angekommen ist, ob sie dort richtig verstanden wird, und was das eigentlich bringt…

 

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