Archiv für den Monat Juni 2012

Sonntag, immer wieder Sonntag

Bin ich froh, dass heute Sonntag ist, wir alle mehr oder minder verkatert sind, und heute nur noch auf der Dachterrasse bei Katha Oliven und Parmesan futtern werden. Gestern Abend saß ich einen neuen Top gegenüber, neue Ohrringe rechts von mir und hatte auch sonst einige müde, aber glückliche Shopping-Gesichter um mich.

Zuvor hatte ich sogar den Holden beim Shirtkauf begleitet. zum Glück ist Rom so wunderschön, dass ich sowieso mehr auf die Fassaden und die Architektur achte, anstatt in Auslagen zu schauen. 

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s.o.s.

zu früh auf entspannten Urlaub Rom gefreut. wir sind hier zwölf Frauen und zwei quotenmaenner, darunter auch der meinige, der Shopping an sich nicht unbedingt mag. KlamottenShopping zumindest. fast alle waren gestern den ganzen Tag schon da, wir sind erst am Abend angekommen. alle hatten gestern bereits Kultur zum abwinken. und heute wollen alle shoppen gehen. Shopping in Rom mit elf weiteren Frauen, Sorry, das packe ich nicht, das ist zuviel, das werde ich schwach. also individualprogramm mit dem Holden. und was will der? tshirts aus dem Hardrock Café und einen Fanschal von as roma. das leben ist hart und ungerecht, aber ein Eis am Trevibrunnen, das hole ich mir…

Sorry für die miese groß und klein Schreibung, ich benutze Swype, habe es aber noch nicht ganz durchschaut…muss dem Swype noch einiges beibringen, glaube ich…

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mindestrekord

kurzes Update vom Flughafen, ich hab heute glaube ich einen Mindestrekord aufgestellt: schal vier Euro, Shirt fünf Euro, Rock fünf Euro, Leggings geschenkt, Unterhose Fuenferpack 15. ich schäme mich.. aber immerhin, nix davon mit löchern, alles noch heil ….

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Wie lenkt man sich in Rom vom Shopping ab?

Als hätt ichs vorausgeahnt, dass ich nach dem ganzen Schock und den ganzen Reibereien Abstand brauche, fliegen der Holde und ich heute nach Rom (gebucht haben wir im Februar glaub ich, das heißt, wui, ich hab ganz schön lange Vorahnungen…).  Da war ich schonmal, an meinem 29. Geburtstag. Dem echten 29. Auch mit dem Holden.

Mit dem Holden verreisen ist so eine Sache. An sich sind wir super urlaubskompatibel, gleiche Wunschreiseziele, gleiche Vorstellungen von Urlaub. Inzwischen hab ich ihn auch soweit, dass er sich pro Urlaub durch ein Museum quält für mich. Dafür halt ich mich bei Shoppingspompanadln zurück (hin und wieder gelingt das nicht ganz, in Barcelona haben wir uns auf offener Straße angebrüllt…aber hey, da war ich echt in Torschlusspanik, zwei Tage vor Beginn des Boykottjahres). Die Wochenenden und Urlaube dieses Jahr gestalten sich also recht entspannt….aber ich fürchte, mit den vatikanischen Museen wird es auch diesmal nix werden, leiderleider.

Kann mich noch gut an das letzte Mal Rom erinnern, drei Tage lang viel durch die Stadt hatschen, viel Touri-Programm. Wuuuuuuunderschöne Stadt, ich liebe die Stimmung dort – alle brausen auf ihren Vespas durch die Gegend, es ist lebendig, laut, aber nicht richtig modern.  Es gibt allerdings recht wenig an interessanten Geschäften, so auf den ersten Blick. Doch bei uns in der Straße gab es damals ein Geschäft mit toller Unterwäsche, viele Basics, tolle Farben, echt schön. Und so reagierte ich, als der Holde meinte: „Ok, treff ma uns in einer halben Stunde vorm Geschäft, ich geh daweil fotografieren“:

(c) nunette colour

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Ungelogen, das da oben ist wirklich meine Reaktion auf die „Erlaubnis“, shoppen gehen zu dürfen. Bedenklich….

Dieses Mal werd ich mich wohl anders „belohnen“ – Grund für die Reise ist der Geburtstag der ehemaligen Mitbewohnerin, die derzeit in Rom weilt und nun ihren Freundeskreis um sich schart. In der Einladung stand eine Ankündigung einer theatralischen Inszenierung ihrerseits, die ich – damit sie mich nicht gleich mit einer Gnackwatschen begrüßt heut Abend – hier nicht (nochmal?) wiederholen werde, allerdings muss ich folgenden Hinweis hier posten. Katha, ich freu mich drauf! Belohne uns alle!

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Oder ich tröste mich bei einem Aperolspritzer (oder vier davon) hier:

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Und ganz wichtig: Ich esse diese unglaublich herrlichen Lachsspaghetti hier:

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Wie auch immer, ich denke, es ist für genügend Ablenkung vom Shopping gesorgt, ich freu mich bereits wahnsinnig auf die paar Tage!

Und nochmal, liebe Einbrecher, JETZT ist WIRKLICH nichts mehr zu holen bei uns.

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Hessnatur und Heuschrecken

Hessnatur, einer der größten deutschen Anbieter fairer Öko-Mode, wurde am Freitag verkauft. Ich gebe hier mal meinem lieben Arbeitskollegen Reinhard das Wort (das er auf Facebook grad verbreitet):

Private Equity — so ziemlich das beschissenste, was auf den freien Raubtierkapitalmärkten rumläuft — ich hab’s selbst miterlebt, wie so eine Heuschrecke einen Verlag auseinandergenommen, ausgesaugt und weggeschmissen hat. Falls ihr Kunden von Hess Natur wart, schickt der Heuschrecke eine Boykottdrohung: http://www.dreigliederung.de/news/12060202.html

Da ich das grad ganz schwer in eigenen Worten beschreiben kann, hier Zitate vom Institut für soziale Dreigliederung (siehe Link von Reinhard):

Die Laufzeit einer „Investition“ dieser Gesellschaft beträgt in der Regel 3 bis 5 Jahre, danach wird das Unternehmen weiterverkauft. Bis dahin muss es profitabler gemacht werden, d.h.: die Rendite muss vergrößert, die Lohnkosten gesenkt, Arbeitsplätze müssen verlegt werden, und vieles mehr. Und das will Capvis jetzt mit einem Fair-Trade-Unternehmen machen, d.h., mit einem Unternehmen, dem es gerade umgekehrt um jeden Cent geht, der zusätzlich für das Einkommen der real arbeitenden Menschen ausgegeben werden kann! Das soll mit einem Öko-Unternehmen geschehen, bei dem gerade nicht die Rendite, sondern der Verzicht auf Rendite zugunsten des Mehrwerts der Natur im Vordergrund steht! Das Geschäft von hessnatur und das „Geschäft“ von Capvis schließen sich prinzipiell aus!

Und:

Ein Blick in die Vergangenheit von Capvis reicht, um in diese Zukunft zu sehen: von den 26 Unternehmen, die Capvis in den vergangenen Jahren „in die Zukunft“ führte, hat keines eine Gegenwart mehr, zumindest nicht im Sinne eines eigenständigen Unternehmens, siehe hier. Capvis hat sie ausnahmslos entweder ausgeschlachtet, an der Börse verkauft, oder aufgelöst. Sicher – einige von ihnen werfen jetzt ordentlich Profit für den Konzern ab, in den sie aufgegangen sind. Aber alle haben ihre Existenz als selbsverantwortlich handelndes Unternehmen verloren. Das kann niemals die Zukunft eines Fair-Trade-Unternehmens sein!

Ich halte das Ganze für mehr als bedenklich – wie schaut die Konsequenz aus? Dass wir (also ich derzeit sowieso) ab jetzt hessnatur boykottieren? Das kanns doch auch nicht sein! Das Traurige, mir fällt auch keine andere Konsequenz ein, die Otto NormalverbraucherInnen irgendwie ziehen können.  Kaum glaubt man, man machts richtig, wird der richtige Weg schon wieder unpassierbar gemacht.

Sowas deprimiert, echt jetzt.

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Window Retail Therapy

Also derzeit bin ich wirklich neben der Spur. Der Einbruch, aber auch ein Umbruch im familiären Umfeld haben mich ordentlich verunsichert. Teilweise renn ich grad wirklich abwesend durch die Gegend, und fühl mich einfach nicht wohl. Doch solche Krisen machen erfinderisch: Ich habe mich nicht mit Retail Therapy, sondern sozusagen mit Window Retail Therapy getröstet und abgelenkt. Was mich noch vor ein paar Wochen manchmal ziemlich gestresst hat – in der Auslage Dinge sehen, die ich nicht haben darf – entspannt mich inzwischen regelrecht. Einfach der Anblick feiner Dinge, Kopf ausschalten, nicht nachdenken, einfach nur schauen. Herrlich.

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Gnagnagna

Es ist ja wirklich ok, wenn hin und wieder ein Teil langsam kaputt geht. Wenn ein Teil ein Loch bekommt, dann näh ichs halt, oder miste es aus, je nachdem.

Aber wenn an einem einzigen Tag eines meiner Lieblingsshirts kaputtgeht, bei den Schuhen eine Öse ausreißt und meine roten Stiefel an der Naht aufgehen – dann bin ich beleidigt.

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Buch gelesen – Autorin interviewt. Einfach so!

Ach, ich find das so toll – ich les ein Buch (das hier), denke mir, hey, die Frau find ich cool, suche ihre Emailadresse, schreibe ihr, und zack, sie antwortet binnen zwei Tagen. Es entsteht eine total nette Hin- und Hermailerei, wo herauskommt, dass sie schon mal in Wien war. Ich find das extrem lässig, wie leicht das gehen kann – fühlt sich so an, wie wenn mein Freund seinem Lieblingsgitarristen einfach mal eine Mail schreibt und sich mit ihm über Gitarrenmarken unterhält oder so….

Es handelt sich um diese Dame, Vanessa Farquharson – eine Journalistin aus Toronto, die beschloss, ein Jahr lang jeden Tag eine neue Bio-Aufgabe an sich selbst zu stellen. Das geht von „Keine Küchenrolle mehr“ über „beim Pipimachen nicht spülen“ bis hin zu „den Kühlschrank ausschalten“. Geschrieben ist das Buch irrsinnig witzig und mit viel Selbstironie. Außerdem gabs während des Projektjahrs und auch nachher ihren Blog, „Green as a Thistle“ (Grün wie eine Distel)…

 

Ich habe Vanessa auch nach ihren Ansätzen in Sachen Green und Fair Fashion gefragt, hier sind ihre Antworten:
Wie hart war es für dich, dich während des Jahres auf green oder fair fashion zu konzentrieren – und nicht mehr so wie früher zu shoppen?

Ich genoss es sehr, meine Einkaufsgewohnheiten zu verändern! Der Wechsel von  Mainstream-Bekleidungsgeschäften hin zu umweltfreundlichen, unabhängigen oder Secondhand-Läden war eigentlich ziemlich einfach, wahrscheinlich weil ich nie wirklich Designer-Marken wie Louis Vuitton oder Chanel oder auch nur Läden wie H & M geliebt habe (allerdings hat Toronto eine MENGE Vintage-Läden, die dies erleichtert haben …) Das einzige Problem waren meiner Meinung nach bestimmte Artikel: Unterwäsche und Dessous (die „grünen“ Optionen waren immer hässlich oder zu teuer), Socken, Badeanzüge und Hosen (ich bin ziemlich groß, so dass alles immer zu kurz war). Ich fand auch viele der „Eco“-Marken von Kleidung waren zu schlicht – ich mag eine Menge von Farbe und Verzierungen und interessante Sachen, das ist also, warum ich am Ende Shopping in Vintage-Läden den modernen Eco-Stores vorzog.

Dein Projektjahr ist jetzt seit einiger Zeit vorbei, und du hast geschrieben, dass du dich immer noch an viele deiner selbstaufgestellten Bio-Regeln hältst, aber eben nicht an alle. Wie geht es dir in Sachen Bekleidung? Kaufst du wieder bei großen Ketten oder überlegst du weiterhin, wo genau deine Kleider herkommen?

Ist mir ganz schön peinlich zuzugeben: Obwohl ich etwa 270 Änderungen weiterhin einhalte, ist die Sache mit der Bekleidung wirklich von meinem Radar gerutscht. Wenn ich an einem Schaufenster vorbeigehe und etwas sehe, was mir gefällt und es ist noch dazu billig, kaufe ich es in der Regel, ohne darüber nachzudenken, woher es kommt. Ich gehe definitiv nicht auf Tonnen von Einkaufstouren, und ich versuche immer noch, mich so weit wie möglich auf Vintage-Läden zu begrenzen, aber es ist schwierig mit diesen Dingen wie Jeans oder Unterwäsche. Oder wenn man einfach nur ein einfaches weißes T-Shirt haben will und keine 50 Dollar dafür bezahlen will. Oder wenn man Flipflops für den Strand braucht und keine Öko-Marke findet…. dann ist es schwierig.

Was sind deine grünen Lieblingsmarken in Sachen Kleidung und Schuhe?

Was Schuhe angeht, liebe ich Toms – Ich habe zwei Paar, eines in glitzerndem Silber und das andere aus Leinen. Es gibt auch eine großes New Yorker Geschäft namens Moo Shoes, und sie haben eine Menge vegane Optionen.  Für Kleidung: wenn man sich Stella McCartney Zeug leisten kann, super: Es ist so schön und es ist alles nachhaltig hergestellt, auch mit vegan-freundlichen Materialien. Es gibt außerdem hier in Toronto einen Laden – genannt Preloved – wo alte Sweater und Shirts und andere Materialien zu komplett neuer Kleidung recycled wird.  Ansonsten mag ich die meisten Marken, die sich  auf Bambus und Baumwolle spezialisieren, aber es gibt jetzt so viele da draußen, dass es schewr ist, nur ein Teil zu kaufen

Und hier noch eine Tour durch ihr Haus:

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Hass. Pur und blankgewienert.

Kennt ihr diese Frauen, denen einfach alles steht? Die sich wirklich hässliche Sachen (ich denke grad an Schulterpolstergeblümtes kombiniert mit stone-washed oder so) überwerfen und es steht ihnen einfach hervorragend? Diese klassischen Frauen, die so derartig viel Stil und Ausstrahlung haben, dass sie in einem Kartoffelsack gut aussehen würden? Ja? Kennt ihr die?

Ich hasse sie. Manchmal mehr, manchmal weniger. Heute besonders intensiv, als mein Kleiderschrank mich mal wieder in der Früh angrinste und meinte: „Du hast nichts anzuziehen, nix in mir steht dir auch nur ansatzweise, äckäck!“

Und dann find ich nach langem Suchen doch etwas, was mir zumindest herzeigbar erscheint, gehe aus dem Haus, und sehe nur, wirklich ausschließlich nur diese gewissen Frauen. Die Jeans tragen, die sitzen, und die so viel Stil ausstrahlen, dass Kate Moss, Audrey Hepburn und Jackie Onassis grün vor Neid wären. Die sogar das Schultern ihrer Tasche zum modischen Statement machen. Dann tu ich mir immer so leid…

Aber bis mir einleuchtet, dass ich viel Auswahl habe, dass ich frei entscheiden kann, wonach mir gerade ist, dass in meiner Wohngegend definitiv keine Kate Mosses, Audrey Hepburns oder Jackie Onassis‘ frei herumlaufen, sondern eher Daniela Katzenbergers, Taras und Annis (I gestehe, ich steh auf SNF…), und überhaupt, dass mein Kleiderschrank nicht reden kann und auch nicht äckäck machen…..das dauert. In der Zeit dazwischen war ich in den vergangenen Jahren verlässlich auf Stippvisite beim Textilschweden. Jetzt maul ich halt nur noch rum…

 

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I said yes

Nein, ich heirate nicht. Der Staat hat in meinem Bett nix verloren…  Aber: Nach kurzem Hadern habe ich beschlossen, es zu tun. Was anderes. Hab zwar noch gewaltig Bauchweh dabei, aber ich seh es als Mutprobe. Herausforderung. Was auch immer. Was ich tun werde, bald hier auf diesem Kanal. Und auf einem anderen.

Doch davor noch kurze Werbepause: Göttin des Glücks. Hat manchmal schöne Sachen, manchmal optisch schon sehr „ökig“ (danke Katrin) und zielgruppentechnisch in der Uni-Professorinnen-für-Ethnologie-Ecke…. Aber eben nur manchmal. Meistens sind da wirklich coole Sachen im Angebot – sie sind zu Recht das Vorzeigebeispiel in Sachen Öko/Fairtrade-Mode aus Österreich. Aber weil der wunderbare, von Ina hergeborgte Laptop leider einer von der älteren, langsameren Sorte ist, kann ich grad keine Fotos laden. Schaut euch einfach selbst um: Göttin des Glücks.

Na, ist das mal ein Cliffhanger? 🙂

 

 

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