Warum wir wahrscheinlich unsere eigenen Fleecepullover essen….

So. Seit etwas über einer Woche bin ich wieder ein Rainbow Warrior und arbeite als KonsumentInnensprecherin für Greenpeace. Meine erste öffentliche Tat: Eine Presseaussendung zur Textilkampagne Detox. Eh klar. Greenpeace Deutschland brachte Anfang Juli ein sehr spannendes Hintergrundpapier zu einem meiner Herzensthemen heraus, das wir heute auch in Österreich veröffentlicht haben. Es ist sooooo ein spannendes Ding, ich konnte mir das nicht entgehen lassen… (heute nachmittag red ich übrigens auch auf FM4 in Reality Check drüber)…

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Haller & Kaller @ work….

Den zugehörigen Blogbeitrag hat meine wunderbare Früher-bei-GLOBAL2000-jetzt-bei-Greenpeace-Kollegin Stella Haller geschrieben (wir haben uns gerade darauf geeinigt, dass wir demnächst Handys tauschen, um dann mit „Haller für Kaller“ oder „Kaller für Haller“ abheben zu können 🙂 ) – und ich kopiere ihn hier einfach mal unverschämterweise hinein:

 Synthetik-Mode bedroht die Weltmeere

Kaum zu glauben: Von unserem Kleiderschrank soll eine Gefahr für die Weltmeere ausgehen? Ist aber so! Denn ein Großteil unserer Kleidung besteht heute aus Kunstfasern, vor allem aus Polyester. Und diese Textilien verlieren beim Waschen winzige Plastikfasern, die bis ins Meer gelangen können.
Wie eine Greenpeace-Studie zeigt, enthalten 60 Prozent der Kleidung weltweit bereits Polyester, Tendenz steigend. Zwischen 2000 bis 2016 stieg der Polyester-Einsatz für Bekleidungszwecke von 8,3 auf 21,3 Millionen Tonnen weltweit. Gleichzeitig hat sich die gesamte Textilproduktion verdoppelt: 2014 waren das unglaubliche 100 Milliarden Kleidungsstücke weltweit. Polyester ist der Treibstoff für das moderne Phänomen der „Fast-Fashion“: Die sehr billig produzierbare Kunstfaser hat den Konsumentinnen und Konsumenten ermöglicht, jedem noch so kurzweiligen Modetrend zu folgen und Kleidung für die Mülltonne zu kaufen.

Plastikfasern sind im Ozean allgegenwärtig

Der schnelle Konsum von billigen Textilien aus Kunstfasern gefährdet das Leben in unseren Gewässern. Beim Waschen lösen sich winzige Plastikfasern aus der Synthetik-Kleidung. Winzig bedeutet jedoch nicht gleich harmlos: Eine Fleece-Jacke kann bis zu einer Million Fasern pro Waschgang verlieren. Insgesamt 30.000 Tonnen Mikroplastik spülen allein Europas Waschmaschinen jährlich ins Abwasser. Weder ist die Technologie von Waschmaschinen noch die von Kläranlagen weit genug gediehen, um diese Fasern aufzuhalten. Das herausgewaschene Mikroplastik landet direkt in unseren Flüssen und Meeren. Dort wird Mikroplastik von Meereslebewesen mit Futter verwechselt und bahnt sich den Weg über die Nahrungskette bis auf unsere Speisekarten – in Form von Muscheln und Fisch. Wie sich das Mikroplastik auf Meereslebewesen und den menschlichen Körper auswirkt, ist bislang noch nicht ausreichend erforscht.

Kunstfaser adé?

Können wir das Problem durch einen Boykott von Kunstfasern lösen? Leider nein! Kunstfasern durch natürliche Fasern wie etwa Baumwolle zu ersetzen, würde das Problem nur verlagern. Baumwolle ist extrem durstig und stellt in vielen Anbaugebieten ein Problem für die regionale Wasserversorgung dar. Außerdem wird beim herkömmlichen Anbau eine Unmenge an Pestiziden eingesetzt. Auch andere Textilien wie Viskose stellen angesichts des Massenkonsums von Kleidung keine nachhaltige Lösung dar.

Stattdessen empfehlen wir, weniger, hochwertige und umweltverträgliche Kleidung zu kaufen, wie etwa aus Biobaumwolle. Zudem wirkt es entspannend, nicht jedem Trend nachzujagen. Ja, es kann sogar richtig Spaß machen, für ein neues Modeverständnis einzutreten; mit Kleidertauschpartys und selbst „gepimpten“ Kreationen.

Hier geht es übrigens zum Hintergrundpapier….

Der obige Beitrag ist ursprünglich hier erschienen.

Save the Queen – oder nein, die GÖTTIN!

Und schon wieder war ein Monat Ruhe hier – Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich hab mir nach der Buchabgabe erstmal Urlaub gegönnt. Heut meld ich mich aber mit einem sehr großen Herzensanliegen. Es ist zwar ein Label, das ich schon sehr oft vorgestellt habe, ich tu es heute aber noch einmal.

Für mich ist die Göttin des Glücks etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil sie eines der ersten Labels waren, die es geschafft haben, in Österreich fair produzierte und ökologische Mode mit internationaler Lieferkette zu verkaufen, nein, es gibt sie in vielen anderen Ländern auch. Sie gehen bewusst einen sehr schwierigen Weg: Sie zeigen als kleines Label, dass Transparenz in der kompletten Produktionskette möglich ist. Dass es möglich ist, nicht nur die Personen, die die Kleidung nähen, persönlich zu kennen und fair zu behandeln, sondern sogar die Bauern, die die mit Regenwasser versorgte Biobaumwolle in Indien anbauen. Sie setzen bewusst auf Internationalität – und gleichzeitig auf Gemeinwohl. Die Menschen hinter der Göttin setzen einfach Maßstäbe, die ich sehr bewundere. Nicht nur im Textilen haben sie früher begonnen als andere – sie haben bereits vor mehreren Jahren einen Gemeinwohlbericht herausgebracht und bauen ihr gesamtes Unternehmen der Gemeinwohlökonomie entsprechend auf. Und ich bin nicht nur Fan ihrer Mode – auch wenn mir nicht immer alles gefällt, es ist in jeder Kollektion das eine oder andere Teil dabei, das ich wirklich sehr liebe…. zum Beispiel diese Hose. Ein Traum.

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Doch mein Herz schlägt vor allem aufgrund des Teams für die Göttin.

Da gibt es beispielsweise Lisa – eine der Gründerinnen. Die Frau ist unglaublich schlau, unglaublich gradaus und immer positiv. Ehrlich jetzt, selbst in richtig ernsten Situationen – bei denen ich weiß, dass sie ihr zusetzen – kann sie noch den einen Strohhalm, diese eine Hoffnung sehen. Das ist eine Eigenschaft, die ich auch gern hätte.

Oder Igor, ebenfalls Gründer. Niemals werde ich diesen Abend vergessen, den wir bei der Party in einem anderen Modeladen miteinander verbracht haben. Das Herz dieses Kerls schlägt für Textil.

Dann gibt es da Liz, die Igor in Designaufgaben zur Seite steht. Ihr trockener Humor und ihre Ästhetik machen den Arbeitsalltag mit ihr sicher sehr leiwand. Liz, wir sehen uns nicht oft, aber ich freu mich jedes einzelne Mal sehr!

Dann wäre da Johanna, die mich einfach mal in ihrem wunderbaren Zuhause in Tirol hat übernachten lassen, als ich einen Vortrag in Innsbruck halten musste letztes Jahr. Ich bewundere sie dafür, dass sie einfach gradaus ist, authentisch und auch immer sehr herzlich (und dieses Küchenplatzl neben dem Ofen, herrlich war das). Ihrer Frau Verena verdanke ich übrigens einen hochrelevanten Make-up-Tipp. So selten ich mich schmink, seit damals werden meine Augenbrauen nicht mehr ignoriert 🙂

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Oder Sabine, die eigentlich die personalisierte Göttin ist – sie leitet den Shop in Linz, ist dort in der sehr aktiven Ökomodeszene umtriebig und bekannt wie ein bunter Hund. Es ist bei jedem einzelnen ihrer Postings auf Facebook für die Göttin zu sehen, wie viel Herzblut und Liebe sie in ihren Beruf steckt.

Und Marie, ach Marie. Aus dieser wundervollen Shopleiterin im Wiener Laden in der Kirchengasse ist inzwischen eine richtig gute Freundin geworden. Marie muss man kennenlernen, die kann man nicht nicht mögen. Danke dir, meine Liebe.

Außerdem gibt es noch einige mehr, die ich – noch? – nicht so gut kenne.

Ihr seht: Ich liebe diesen Haufen, das, wofür sie stehen, und bewundere, wie hart sie an ihrem Herzensprojekt arbeiten. Sie sind in den letzten zehn Jahren langsam gewachsen, und haben immer alles reinvestiert. Doch momentan steckt die Göttin leider ein bisschen in Schwierigkeiten. Durch plötzlichen Konkurs ihrer Näherei mussten sie letztes Jahr die gesamte Produktion in ein anderes Land verlagern – was Lieferschwierigkeiten mit sich brachte und sie ein gutes Stück auf ihrem Weg zurückwarf.

Daher haben sie sich jetzt dazu entschlossen, eine Genossenschaft zu gründen:

Ganz wichtig sind die Infos, die Lisa im zweiten Video gibt:

Wie ihr – bereits mit 100 Euro – mithelfen könnt, lest ihr hier. Lasst uns gemeinsam die Göttin retten. Ich hab bereits ein paar Hinweise bekommen, dass sie sich stilistisch massiv weiterentwickeln werden, und vor allem es viele, viele andere Stoffe geben wird. Ich freu mich drauf, bin schon ratzegespannt auf die neuen Kollektionen, und werde in den kommenden Tagen einzahlen 😉 Ihr auch?

Austrian Design: Lisa Losch / Lindenblut

So. Wichtiges zuerst:

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Das da, das ist das Sopherl. In das Sopherl bin ich verliebt. Die kleine Semmel ist ein unglaublich süßes kleines Hundetier und wir sind inzwischen wirklich gute Freunde, das Sopherl und ich.

Und Sopherl gehört ins Lindenblut, also eigentlich gehört sie der Lisa Losch. Die ich mal kennengelernt habe, weil sie in all ihrer wunderbar offenen Art einmal ins Ebenberg reingerauscht ist – und es bei uns irgendwie gleich mal Freundschaft auf den ersten Blick war. Dort um die Ecke, und zwar in der Lindengasse 20, hat sie seit einigen Monaten ihren eigenen Laden, eben das Lindenblut. Lisa entwirft extreeeeeeemst coole Overalls, aber auch einzelne Teile wie Hosen oder Tops. Der ganze Laden schreit einfach Avantgarde – plus Kuschelhund! Übrigens: Auch Upcycling ist ihr nicht fremd.

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Das Lindenblut ist übrigens auch eine Fundgrube für richtig, richtig coole Second Hand Teile – derzeit aufgrund von einem Umbau des halben Ladens (Verkauf läuft ganz normal) leider eher weniger, aber ich hoffe, sie mischt bald wieder ein paar feine Second Hand Teile unter ihre Overalls, die sie übrigens alle selbst näht. 🙂

Das da ist übrigens Lisa:

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Also….das hier.

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Und Extraspezialgeheimtipp: Auf ihrem Bankerl vorm Laden kann man ganz wunderbar die Bewohner Bobostans beobachten 🙂 – ich tu das leidenschaftlich gern, mit all den tollen Overalls hinter mir, der Lisa neben mir und dem Sopherl am Schoß.

Toller Laden, tolle Frau, tolle Mode – eine Bereicherung für Wien!

Fünf Jahre und ich lerne es nicht…

Es ist doch unglaublich. In den letzten Tagen hab ich mich auf meinen Arsch gesetzt und ein paar Dinge erledigt, die schon lange angestanden sind. Ich hab das gesamte Manuskript nochmal durchgearbeitet. Ich hab für die Friedensflotte ein paar Sachen eingestellt. Ich hab Blogbeiträge geschrieben, meine Motivation für ichkaufnix.com wieder gefunden. Schreiben macht wieder Spaß. Ich hab berufliche Mails endlich erledigt.

Und zwischendurch immer wieder wunderbar prokrastiniert, das ging bis hin zum Wohnungsumstellen. Wunderschöne Tage mit Freunden und Familie zwischendurch verbracht.

Und jetzt bin ich so weit, dass alles auf Schiene ist. Alles, was ich in den kommenden Tagen zu tun habe, ist so weit vorbereitet, dass ich bereits weiß, wann ich mich wofür wieder vor den Laptop setzen muss. Ein wohliges Gefühl von „ich bin mit ein paar Dingen, die mich seit dem Winter belastet haben, langsam, aber sicher fertig“ macht sich in meinem Bauch breit.

Eigentlich eh leiwand, nüm?

Das komplett Irre daran jedoch: Ich habe gerade eineinhalb Stunden auf Kleiderkreisel und Co. verbracht, weil ich mir „was gönnen“ wollte als Belohnung. Herst Nunu, du hast vergangene Woche dein Wohnzimmer mit einem neuen Sofa ausgestattet, du hast erst diese Woche ein neues Kleid GESCHENKT bekommen, was is mit dir?!?!

Fünf Jahre Fast-Fashion-Konsumkritikerin, und immer noch stolpere ich in die Belohnungsfalle. Die „Man gönnt sich ja sonst nichts“-Falle. OIDA!!!!

Man muss echt aufpassen wie ein Haftlmacher, dieses Konsumdenken hat uns wirklich derartig im Griff….

Und nein, ich hab nix gekauft – grad noch 😉

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Austrian Design: Plural

Toll, wie viele Hinweise ich bekommen hab, und sogar schon ein paar Emails von DesignerInnen (eigentlich kann ich das Binnen-I da weglassen, waren bisher nur Frauen). Danke, immer nur her damit, ich freu mich – das Bloggen macht richtig Spaß, wenn man damit andere unterstützen kann! Eine von ihnen ist Magdalena, die seit dreieinhalb Jahren in Graz das Label PLURAL hat.

Sie entwirft und produziert in Österreich, arbeitet mit hochqualitativen Biomaterialien und verzichtet bewusst auf tierische Produkte – bei ihr wird man also keine Wollpullis, keine Lederjacken oder Seidenblusen bekommen. Ihr Motto: Live fair and beautiful. Find ich schön!

Ich musste grinsen, als ich die Fotos sah. Warum? Ich hab eine liebe Freundin, die erstens ausschließlich schwarz trägt und zweitens mir immer wieder erklärt, dass ihr Anspruch an stylishe, minimalistische und zeitlose Mode im Bereich der Fair Fashion einfach nicht befriedigt würde. Meine Liebe, was sagst du zu der im Rücken geknöpften Longbluse? Die könnte bei Zara auch hängen, oder? 🙂

Ich find die Sachen auf alle Fälle sehr fesch, und was am Leiwandsten ist: Magdalena macht auch Männermode – ein Bereich, in dem die Fair Fashion noch ordentlich aufholen muss!

Plural gibts übrigens auch auf Facebook und Instagram

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Meine neue Lieblingsgeschichte: Lieblingsrock!

Oh wow, ich hab per Mail, auf Facebook und in den Kommentaren ja wirklich viele Hinweise auf österreichische DesignerInnen bekommen! Vielen Dank an euch alle, ich freu mich über jede Mail, die ich bekomme! Eine Nachricht hat mich ganz besonders berührt – Silke von lieblingsrock.at schrieb mir:

„Ich habe vor einer gefühlten Ewigkeit von meinem Mann (natürlich ohne jeglichen Hintergedanken seinerseits… hüstel…) dein Buch geschenkt bekommen. Hab es verschlungen, nicht mehr weglegen können, es geliebt und mir dann tatsächlich von meiner Mutter eine alte Nähmaschine geborgt und meinen allerersten Rock genäht. 2 Trapeze an den Seiten zusammengenäht, über die Hüfte raufgezwängt und YEAH!: mein erster Rock.

Damals war ich noch Juristin.

Beim Röcke nähen bin ich geblieben. Mittlerweile durchaus etwas besser in der Ausführung … ! Und vor einem Jahr habe ich die Juristerei an den Nagel gehängt und mich mit meinem Label „Lieblingsrock“ selbständig gemacht. Ich designe und fertige Röcke, zum aus der Reihe tanzen. Du bist also quasi der Grundstein von „Lieblingsrock“ 😉 !“

Moment mal, hab ich richtig gelesen? Ich war – und es kommt mir wie ein Egotrip vor, das allein niederzuschreiben, ich mein das absolut nicht so, im Gegenteil, ich fühl mich unglaublich dankbar und demütig – der Auslöser dafür, dass im Endeffekt – und sicher mit vielen, vielen Schritten dazwischen, mit denen ich genau null zu tun hatte – eine Juristin ihren Job an den Nagel gehängt hat und stattdessen jetzt näht? BITTE? Musste die Nachricht gleich mal meine beste Freundin lesen lassen, die nur trocken meinte: „Hast dich noch immer nicht dran gewöhnt?“

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Nein, habe ich nicht. Werde ich wohl auch nie. Es ist unglaublich, dass eine spontane Idee von mir zu so vielen anderen spontanen Ideen bei anderen führt 🙂 Und mich freut jede Einzelne! Ich hab Silke auf ihrer Facebookseite (und auch auf ihrem privaten Profil, psst, so ein bissl Facebookstalking muss schon hin und wieder sein, nüm? 😉 ) etwas genauer angeschaut und festgestellt: Aus all den Postings kann man die Freude an dem, was sie jetzt tut, rauslesen. Dass ich dabei unbekannterweise einen Minimalanteil hatte, macht mich un-glaub-lich glücklich und dankbar!

Aber jetzt zu ihrem Label „Lieblingsrock„. Röcke in alle Formen und Farben, auf Wunsch, nach Maß, und in den meisten Fällen aus GOTS-zertifizierten Biostoffen (bis hin zum Fotodruck), und – was Silke besonders wichtig ist – dennoch praktikabel und leistbar. Der „Bio-ist-teuer“-Vorwurf gilt bei ihr also nicht, die Röcke kosten zwischen 99 und 129 Euro. Klar, mit dem Textilschweden kann sie nicht mithalten, aber man kanns gar nicht oft genug sagen: Ein Kleidungsstück, das fair im eigenen Land und aus Biostoffen produziert wird, geht sich schlicht nicht um 20 Euro aus. Silke finanziert damit ihr Leben und ihre Werkstatt – ist doch toll, so etwas zu unterstützen, oder, und das Geld ihr zu geben anstatt einem großen Konzern?

Was ich besonders nett find: Bei jedem der Röcke steht: „Du hättest Deinen Lieblingsrock gerne genau so, aber doch irgendwie ganz anders?! Vorschläge, Ideen und Deine besonderen Wünsche sind natürlich herzlich willkommen und werden nach Möglichkeit gerne umgesetzt!!!“

Ich hätte da schon so eine Idee…. aber wenn ich grad was nicht brauch, dann ist es noch ein Rock….aber ihr? Die eine oder andere unter Euch findet sich doch sicher ein Schmankerl unter den vielen, vielen Röcken, die sie anbietet. 😉 Eine Auswahl der Röcke gibt es übrigens in dem wunderbaren Laden „Die Piratin hat den Besten Stoff“ in der Neubaugasse (Ecke Neustiftgasse) sowie bei Anasa in der Piaristengasse, wo Silke übrigens auf Anfrage auch gern zum Maßnehmen persönlich vorbeikommt!

 

Österreichische DesignerInnen gesucht!

Hey! Ich möchte diesem Blog wieder ein bisschen mehr Leben einhauchen, schließlich hat sich gerade im Bereich der fairen Mode in den vergangenen Monaten und Jahren superviel getan. Ich hab jedoch in den letzten fünf Jahren meine persönlichen Lieblingsbrands in den Fokus gestellt – km/a, Steinwidder, die Göttin des Glücks oder maronski zum Beispiel. Ich hab meine fixen Adressen in Wien, in Sachen Concept Store gibt es für mich eigentlich nur das Ebenberg und das Green Ground.

Aber es gibt noch so viele mehr! Es gibt Ulliko, es gibt Lila, es gibt anzüglich, und das Lindenblut und noch hunderte andere. Und ich habe jetzt beschlossen: Ich würde gerne regelmäßig neue Designer vorstellen oder andere, die ich bisher erst einmal oder so am Blog hatte, WIEDER vorstellen. Allerdings bin ich schon so in meinen Bahnen eingefahren, dass mir das zeitliche Kontingent fehlt, das mal wirklich wieder ordentlich auszurecherchieren. Deswegen dreh ich den Spieß jetzt um: Liebe Menschen aus Österreich, kennt ihr faire DesignerInnen, oder seid ihr vielleicht selbst welche? Dann schickt mir doch bitte auf ichkaufnixx @ gmail.com /achtung, ZWEI x!/ ein paar Zeilen und Fotos eurer aktuellen Kollektion, wenn ihr wollt! Ich weiß, voll faul und ur nicht bloggerlike, aber ichkaufnix ist schlicht Spaßprojekt mit immer noch recht guter Reichweite, und ich will möcht einfach meine Reichweite für jene nutzen, die sich die zweiseitigen Anzeigen in der Woman oder das Plakat am Ring nicht leisten können 😉

Anja hat das zum Beispiel getan. Anja Lauermann ist Designerin, die höchst ökologisch mit Stoffen der Lebenskleidung oder Bestandsware arbeitet, und das ganze bei der Volkshilfe in Wien fair produzieren lässt.

Und was dabei rauskommt:

 

Die Teile sind sehr tragbar und gleichzeitig seeeehr elegant. Anja hat einen extrem guten Blick für Schnitte, und das Upcycling-Herrenhemd links oben im Bild muss ich ihr frecherweise „nachnähen“, so eine leiwande Idee! Käuflich erwerben kann man ihre Produkte in ihrem eigenen Laden in Stockerau, wo sie auch noch andere faire Marken führt, bei SBIN in der Wiener Burggasse und außerdem noch in Berlin, Graz und Klagenfurt.

Ich selbst habe auch ein Lauermann-Teil, das ich ein anderes Mal herzeigen werd – ich bin grad der Selbstdarstellung etwas überdrüssig. 🙂

Bitte pfeifts auf den Sale.

Ich hab momentan ein bisschen Tagesfreizeit und bin letztens mal wieder die Mariahilfer Straße runterspaziert. Überall geht bereits der Ausverkauf los.

Ich rede auf einem Geburtstagsfest einer Kollegin mit einer mir unbekannten Freundin von ihr, die meint, meinen Blog gelesen zu haben, das Thema fände sie spannend und sie schaut auch auf ihren eigenen Konsum, aber beim Ausverkauf kann sie noch nicht widerstehen.

Online blinken mich auf Facebook und sonstwo Werbungen an (ich gebe zu, ich hab keinen Ad-Blocker installiert) und überall sehe ich durchgestrichene „vorher“-Preise.

Eine gute Gelegenheit, wieder ein paar Informationen auf diesen Blog zu stellen:

  1. Vorher-Preise bei großen Ketten sind illusorisch. Gutes Beispiel: Ich habe letztens ein Sofa gekauft. Neu, weil willhaben mich stilistisch echt im Stich lassen hat diesmal. War ein leicht lädiertes Ausstellungsstück vom Leiner. Ein Nicht-Lädiertes stand ein paar Meter weiter, ausgeschrieben mit 350 Euro. Am Zettel vom Ausstellungsstück stand „140 statt 500 Euro!“ Als ich den Verkäufer fragte, was da los sei, warum da 500 und am gleichen neuen Sofa ein paar Meter weiter 350 steht, meinte er: „Die 500 sind der vom Produzenten vorgeschlagene Verkaufspreis.“ Als ich meinte, dass sie aber schon ziemliche Ferkeln sind, beim Ausstellungsstück den vorgeschlagenen Originalpreis hinzugeben, während genau fünf Meter weiter ein neues Teil um einen geringeren Preis steht, kam nur ein lapidares „Wir dürfen das.“ Und Modehändler „dürfen“ das auch. Die vertikalen überhaupt, die können selbst beliebig die „Vorher“-Preise festsetzen, damit wir ja glauben, wir haben ein super Geschäft gemacht.
  2. Warum das geht? Weil die betreffende Kleidung oft niemals „vorher“ zum „Originalpreis“ im Laden gehangen ist. Für den Ausverkauf werden inzwischen bei fast allen Fast Fashion Herstellern EIGENE KOLLEKTIONEN ENTWORFEN. Die es eben direkt nur im Ausverkauf gibt, aber dafür in allen Größen. Oder habt ihr euch noch nie gewundert, warum der Textilschwede im Winterausverkauf Fleecejacken und im Sommer Tops immer in allen Größen UND Farben da hängen hat?
  3. Beim Ausverkauf geht ein wunderbarer biochemischer Prozess im Gehirn los: Man ist nicht spezifisch auf der Suche nach einem Teil, aber man findet einen recht hübschen Rock, der plötzlich nur noch zehn statt fünfzig Euro kostet, man denkt sich: „Vierzig Euro gespart!“ – und es regnet einem das Adrenalin ins Hirn. Es ist aufregend, weil man glaubt, man hat ein besonders gutes Geschäft gemacht. Im Endeffekt hat man aber einfach nur 10 Euro für ein Teil ausgegeben, von dem man vor fünf Minuten noch nicht mal wusste, dass man es braucht. Dank Biochemie aber: Ein wunderbarer Kick.
  4. Bittebitte pfeifts doch auf Ausverkaufs-Shoppingtouren. Die Wahrscheinlichkeit, dass genau diese Sachen zu Schrankleichen werden, ist ungleich höher als bei Kleidung, die ihr euch gekauft habt, als sie euch den „Originalpreis“ wert war.

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PS: Gilt für große Fast Fashion Ketten. Bei kleinen, inhabergeführten Boutiquen, die faire Mode verkaufen, geht es darum, Lagerplatz zu schaffen für neue Ware/neue Saisonen. Was ja der eigentliche SINN von Ausverkauf ist. Doch diejenigen, die dich mit leuchtendroten SALE-Buchstaben anschreien, denen würd ich nicht zwingend vertrauen….

Wenn Freunde tolle Dinge tun…

Ich lebe noch!

Und ich muss heute mal schwärmen. Von meinen Freunden. Ich habe nämlich tolle Freunde. Die ganz tolle Sachen machen. Und ich kanns gar nicht oft genug betonen: Meine Bewunderung für Menschen, die einfach mal beruflich ihr Ding durchziehen, gegen alle Widerstände, ist riesig.

Einer von denen ist Stefan. Stefan ist der Herr links im Bild.

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Ein ehemaliger Greenpeace-Kollege, dessen goscherte Sprüche mir seit meinem letzten Tag bei Greenpeace fehlen (und leider auch in Zukunft fehlen werden), der sich mit seinem eigenen Radmode-Onlinestore in die Selbstständigkeit gewagt hat. Ich hatte letzten Sommer die Ehre, gemeinsam mit der coolsten aller Natalies (oben rechts) und dem besten aller Lukasse für ihn zu modeln, die Ergebnisse sieht man hier.

Wind und Wetter gibts jetzt auch offline, und zwar als Laden in der Lerchenfelderstraße 85-89. Für alle RadfahrerInnen, die gerne funktional richtig gut durchdachte und fair produzierte Regenbekleidung hätten: Das ist eure Adresse!

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Dann gibts da noch die Christina. Christina kenne ich seit langen Jahren, wir waren mal Pressesprecherinnenkolleginnen – und sie war diejenige, die damals aus Bangladesch die Verona-Feldbusch-Kollektions-KiK-Shirts aus den Ruinen  von Rana Plaza gezogen und nach Wien mitgenommen hat.

Das ist die wunderbare Christina. Wirklich, könnt ihr mir glauben: WUN-DER-BAR-ER Mensch.

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Christina und ihr Herzensmann Thiago haben in ihrem Wohnzimmer das Atelier Schnittig gegründet. Die beiden nähen tolle Schals aus Krawatten, Geldbörsen und ähnliche kreative Dinge – alles Upcycling aus Bestandsmaterialien, zum Beispiel alte Segel (Christinas Vater segelt gern und muss gerade seine ganzen Segel ausmisten 🙂 ). Ich wollte unbedingt so einen Rucksack aus Segelmaterial haben, doch sie schrieb: „Ich hab einen Spezial-Nunu-Rucksack genäht!“ Da war ich gespannt… uuund (aufm Foto sieht man es nicht: Er hat kleine Segelschiffe und Anker drauf!)

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Ich lauf mit keiner anderen Tasche mehr herum, seit ich ihn habe, ich LIEBE ihn! Doch sobald es regnerischer wird, werde ich ihr wohl noch einen aus dem Segel des familieneigenen Segelschiffs abkaufen – und ihr könnt das unter obigem Link oder hier übrigens auch:

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Doch das ist noch lange nicht alles. Eine andere Freundin plant gerade ein Lokal der besonderen Art, das ich euch demnächst wohl vorstellen werde, und dann gibt es da noch ein paar so tolle Läden in Wien, herrlich!

Von mir selbst gibt es auch Neuigkeiten – ich kehre zurück zu Greenpeace!

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Es gibt Dinge, die ich kann – bled redn an allererster Stelle -, und es gibt Dinge, die ich nicht kann. Was ich in den letzten Monaten gelernt habe: Wenn man zum ersten Mal im Leben (arg eigentlich…) in die Privatwirtschaft geht, dann sollt man sich nicht gleich mal ein Start-Up aussuchen und nebenbei noch ein Buch schreiben. Ich hab mich einfach ziemlich fest selbst übernommen. Manchmal muss man einfach feststellen: So, hier ist die Grenze an Energie für Neues. Nach dem Motto „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“ (was angesichts der Tatsache, dass mein Chef bei Greenpeace mit Nachnamen Schuster heißt, ein hübscher Treppenwitz ist) werde ich ab 1. August wieder im Sold von Greenpeace Österreich die Welt retten, da weiß ich nämlich, wie das geht, oder so….. 😀 – und ich freu mich drauf! 

goood – Deutschlands sozialer Mobilfunkanbieter bleibt weiterhin ein absolutes Herzensprojekt von mir, ich liebe die Idee, und ich werde euch garantiert ab Herbst (da startet goood in Österreich) regelmäßig auf die Nerven gehen, ob ihr nicht euren Handyanbieter wechseln wollt. Mit vielen, vielen Argumenten – wie gesagt, bled redn

Shopping weltweit.

Ach Greenpeace. Ich finds immer wieder geil, wenn eine Organisation, die weltweit agiert und eine entsprechendes Budget hat (also zumindest mehr als die 100 Euro, die ich pro Jahr in diesen Blog investiere, damit unter meinen Artikeln nicht irgendwelche Werbebanner angezeigt werden, auf die ich keinen Einfluss habe), Themen aufgreift, die ich seit Jahren runterbete. Und wie sie das getan haben! Chapeau!

KonsumentInnen in den verschiedensten Ländern wurden befragt, WARUM sie eigentlich gern shoppen gehen. Die Antworten sind nicht wirklich überraschend:

Weil es kickt.

Weil es aufmuntert.

Weil es das Selbstwertgefühl steigert.

Ja, kenn ich.

Gekauft wird, weil man in den sozialen Medien dazu inspiriert wurde.

Das eigene Budget überzieht man.

Alles Dinge, die zumindest LeserInnen dieses Blog schon seit ein paar Jahren kennen oder nachempfinden können. Aber Greenpeace zeigt: Leute, es ist fünf vor zwölf: Das Ding mit dem Shoppen, das rennt global in die komplett falsche Richtung! (Ja, das sind jetzt nicht unbedingt Breaking News, aber Greenpeace liefert endlich Zahlen, Daten, Fakten aus diesem Bereich. Freude. Ein fulminant schöner Report!!!)

Wie viel Kleidung braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Jede Menge, glauben viele Konsumenten im Shopping-Rausch. Doch die Ernüchterung folgt schnell. Umfragen, die Greenpeace in Europa (Deutschland, Italien) und Asien (Hongkong, Taiwan, China) durchführen ließ, zeigen, dass der Kaufrausch wie eine Achterbahnfahrt mit nur einem Gipfel ist: Erst geht es steil nach oben – und dann genauso schnell wieder hinunter.

Denn Scham und Schuld sind die Gefühle, die sich meist bereits nach einem Tag, manchmal sogar noch früher einstellen, wenn weit über den Bedarf eingekauft wurde. Etwa die Hälfte der Befragten in Ostasien fühlt sich wegen ihrer Shopping-Gewohnheiten derart schlecht, dass sie ihre Einkäufe aus Angst vor negativen Reaktionen oder Vorwürfen der Geldverschwendung verstecken.

In Deutschland geben 29 Prozent der Befragten zu, mehr zu kaufen als sie es geplant hatten. In China sind es sogar 46 Prozent. „Ob in Europa oder Asien: Eine wachsende Zahl von Konsumenten zeigt deutlich Sättigungserscheinungen und Ermüdung, wenn es um billige, schnelle Mode geht“, sagt Kirsten Brodde, Greenpeace-Expertin für Textilien. Und sie ist überzeugt „Wirklich glücklich macht gut produzierte Kleidung, an der man wirklich hängt und die man dauerhaft schätzt.“ (…)

Es muss sich also etwas in unserem Denken ändern – und in unserem Handeln. Denn häufig hängen Kleidungsstücke noch mit Preisschild im Schrank: im Kaufrausch ergattert und nie getragen. Solch ein Umdenken ist gar nicht mal so schwer. Schon kleine Änderungen im Alltag führen zu einer bewussteren Lebensweise, die weniger konsumgesteuert ist. So lassen sich schadhafte Teile oft ganz einfach ausbessern, auf Kleidertauschbörsen können Fehlkäufe durch coole neue Outfits ersetzt werden.

Doch auch die Textilanbieter müssen etwas ändern. Greenpeace setzt sich erfolgreich für eine saubere Textilindustrie ein – und hat bereits 79 globale Modemarken dazu verpflichtet, bis 2020 Schadstoffe durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen.

Ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht genug. „Es braucht handfeste neue Geschäftsmodelle in der Modeindustrie, die auf Qualität statt Quantität setzen, gebrauchte Kleidung oder Leihservices anbieten“, so Kirsten Brodde. Die Umfragen zeigen: Das Bewusstsein, dass übermäßiger Konsum ein folgenschwerer Rausch  ist, wächst. Jetzt geht es also darum, diesem trügerischen Glück zu widerstehen.

…schreibt greenpeace.de.

Es ist eine weltweite Kampagne. Können wir uns also bitte auch endlich weltweit dieser Problematik stellen? Es ist niemandem geholfen, wenn wir hier mit dem Finger auf Asien zeigen und sagen, dass dort ja das eigentliche Konsumproblem liege (ja, tut es zum Teil), und dass wir uns in unserem Bobo-Wohlfühlkonsum unser Gewissen beruhigen. INSGESAMT WENIGER ist die Devise.