Zeitreise?

Das allerwichtigste, das ich mir für die Feiertage wünsche, ist viel viel viel Ruhe. Erstens bin ich ausgelaugt wie ein nasses Handtuch, zweitens weiß ich, dass 2013 wahnsinnig tolle Dinge, die aber wahnsinnig arbeitsintensiv sind, auf mich warten, und drittens hab ich einen Berg an Büchern zu lesen – einige davon auch versprochen, hier am Blog zu rezensieren.

Aber jetzt zurück zu dem Buch, das ich grad lese. Bin mal wieder über eine nette Stelle gestolpert. Leicht abgeändert zitiere ich hiermit:

Während also die (einen) Fabriken auf Armenkinder und landlose Arbieter zurückgriffen, waren es in (…) „Fabriksmädchen“ aus dem ländlichen Raum – auch hier oft Kinder – und später Immigranten, die die Spindeln in Bewegung hielten. In beiden Fällen war das Wachstum der Textilindustrie abhängig von einer Vielzahl armer Menschen, die nicht viele Alternativen hatten, und in beiden Fällen war die „ideale“ Arbeitskraft robust, fügsam und beschwerte sich nicht. Arbeit in den Textilfabriken setzte weder Kreativität noch Intelligenz voraus, sondern physische Belastbarkeit und mentale Stärke im Angesicht der monotonen Plackerei.

Bangladesch in den Neunziger Jahren? Pakistan vor ein paar Monaten? Die Türkei in den Achtzigern? Falsch. Die Autorin schreibt hier über die ersten Textilfabriken in den USA Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein klarer Fall von History Repeating. Und wie wird es weitergehen?

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Ein Gedanke zu „Zeitreise?

  1. Avatar von M_S M_S sagt:

    ich hab grad was ähnliches in arbeit.
    vor etwa 100 jahren haben in europa kinder unter 14 jahre noch 12 stunden täglich in der fabrik gearbeitet, manche auch in kohleminen. fünfzig jahre davor konnte der arbeitsalltag schon mit 6 jahren beginnen (natürlich ohne schulbildung).

    zu glauben, dass die misstände verschwinden, indem man sie in europa verbietet, war blauäugig. war doch klar, dass die produktion nur in regionen verlagert wird, wo wir, die konsumenten, es nur nicht sehen müssen.

    unser lebensstandard ist nun mal darauf aufgebaut, dass andere in elenden umständen arbeiten und leben müssen.

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