Ich bin ja selbst schuld – ich war am Samstag zu faul, das Haus zu verlassen, also müssen die letzten Besorgungen heute geschehen. Keine Angst, ich verfalle nicht in Kaufrausch, aber ich brauch halt doch ein buntes Gemüse in der Hand, wenn ich bei den Großeltern aufkreuze.
Blöderweise war auch ein Paket noch abzuholen (Inhalt: 13 Knäuel Wolle, herrlich!), ich musste daher in die mir völlig verhasste Lugnercity. Nicht nur, dass ich bereits meine alte, höchst kafkaeske Postfiliale mit einer Leidenschaft hasste, die ich nichtmal für Kohlsprossen (wäh!!) empfinde, nein, jetzt haben sie sie verlegt, in die Lugnercity. Die Hölle auf Erden.
Wie erwartet, wurde ich bereits um kurz vor neun Uhr früh mit Feliz Navidad beschallt (und summte meine Version mit – I wanna wish you a merry crisis and a happy new fear...) und war umgeben von schlechtgelaunten Verkäufern. Eh klar. Wer will schon am 24. arbeiten.
Doch dann wurde es doch noch schön: Ein kleines Kind, vielleicht drei Jahre alt, krähte im Bus komplett falsch, aber aus voller Lunge „Oh Tannenbaum“, und sang nach jeder dritten Zeile „Wie gehts weiter?“. Die Mutter musste also mitsingen. Auch da musste ich meine Version im Geiste mitsingen, bitteschön gelernt von meinem Opa (Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, mir geht beim ….. die Haut net zamm…).
Und irgendwie bin ich jetzt doch in Weihnachtsstimmung, wenn man das so nennen kann. Weil ich freu mich heut Abend zuerst auf meine heißgeliebten Großeltern, und danach auch auf die Familie des Liebsten. Weihnachten hin oder her.
Merkt man, dass ich kein großer Fan der heiligen Feierei bin? Trotzdem: Ich wünsch euch alles alles alles Liebe und entspannte Feiertage!