Schlagwort-Archive: Fair Fashion

Steilvorlage im Cadê?

Wieder Stadtspaziergang der ERDgespräche. Dritte Station: Das Kleideratelier „cadê?“, wo Karin Dick seit zehn Jahren Mode aus Bio-Stoffen in hoher Qualität produziert, noch dazu maßgeschneidert. Tolle Teile hängen dort herum. Und ich mittendrin. Gemein – so ein Fall von „alles ok, fair, bio, nachhaltig – und ich darf trotzdem nicht“. Karin servierte Erfrischungen und erzählte von ihrer Arbeit. Spannend, fein, nett, alles super und vor allem grooooßen Respekt für ihren Idealismus! Und dann gings los:

„Ja, also ich find das ja ganz schlimm, da gibts ja grad diesen Trend zum Konsumstopp, ist ja grad in den Medien, und im Internet zu lesen, wo Leute gar keine Kleidung mehr kaufen, also, ich find das nicht gut. Ich mein, man kann doch einfach auch bewusst kaufen, nicht gleich gar nicht! Beim Gemüse kauft man ja dann auch bio und nicht gar nix mehr…“

Mein Grinser reichte von einem Ohr bis zum anderen – was für eine Steilvorlage, sie wusste nicht, dass ich dieeinejenige bin… Hab sie danach drauf angesprochen und mich vorgestellt. Und ihr erklärt, warum ich das mach. War ein feines Gespräch, und liebe Karin, trotz dieser anfänglichen Kritik: Du hast 2013 fix eine neue Kundin. Schön ist es bei dir, schön sind deine Sachen!

cadê? (c) nunette colour

cadê? (c) nunette colour

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Breaking News: Nixkaufen und das Schicksal

Ich hab ja schon ein, zweimal über die Wear Fair geschrieben. Die Messe für nachhaltige Mode in Linz. Ende September. Und heute schreib ich euch, warum ich die so anpreise. Aber dafür muss ich ein bissl ausholen.

Ende April, es war kackheiß, war ich bei der lieben Ina im Garten. Dort anwesend auch ihre Mama Claudia. Die meinte, sie würde gerne lesen, was ich so vor mich hin blogge – allerdings stelle sie sich immer wieder die Frage: Was kommt danach? Was passiert, wenn das Jahr um ist? Wird es ein effektives, operatives Ergebnis geben, irgendwas Greifbares? Mit diesen Fragen rannte sie bei mir offene Türen ein, auch ich überlegte in den letzten Wochen, wie es wohl weitergehen würde, welche Entwicklung das ganze Projekt noch nehmen würde. Mir wurde nämlich mehr und mehr klar, dass ich das Thema Fair Fashion, Realsituation der Kleiderproduktion und Umweltbelange gerne beruflich umsetzen würde.

Szenenwechsel, zwei Tage später. Ich sitze bei uns (also GLOBAL 2000) im Büro und vertrete einen Kollegen in einem Meeting mit Südwind. Südwind hatte uns eine Kooperation in Sachen Wear Fair angeboten. Nur zwei Tage waren seit dem Gespräch mit Inas Mama verganen, und schon winkte das Schicksal nicht nur mitm Zaunpfahl, sondern gleich mit dem ganzen Garten… Was soll ich sagen: Wir gehen die Kooperation ein. Und ich habe die Ehre, von nun an die Organisatoren bei der PR für die Wear Fair zu unterstützen.

Also wenn das kein effektives, operatives Ergebnis ist, dann weiß ich auch nicht. Und ja, ich freu mich echt deppert über diesen Wink des Schicksals!

wearfair.at

wearfair.at

Und ja, ich finds immer noch hart, dass ich dort auch nix kaufen werde, aber Plan ist Plan!

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Modeaf-fair-e

Hab eine tolle Seite gefunden: www.modeaffaire.de . Ganz viele Links für ganz viele faire Modeproduzenten. Wer weiß, vielleicht findet Katrin da ja die gewünschte Jeansjacke? Hier der Einkaufsguide für Frauen und hier der für Männer

 

 

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Pflichttermin

Von 28.-30. September 2012 bin ich bereits voll verplant. In Linz. Ich freufreufreu mich schon extrem darauf, viele neue Anbieter fairer Bio-Mode kennenlernen zu dürfen. Natürlich wirds megabitter, dass ich dann noch nicht shoppen darf – aber die Vorfreude überwiegt. Habe es vor kurzem schon mal angekündigt, und auch jetzt wird sehr wahrscheinlich nicht das letzte Mal sein. Ich bin einfach begeistert, dass es so etwas in Österreich gibt – und dass man dafür nicht nach Berlin oder London muss. Bleibt statt Zug- oder Flugticket mehr Geld fürs Shoppen. THEORETISCH NATÜRLICH! 🙂

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Eine von den Guten …

Schon ein paarmal angesprochen: Die Teile von Anita Steinwidder sind einfach nur super, so rein optisch. Und auch sonst. Warum, wurde Ende März in der Presse ganz wunderbar beschrieben. Mehr gibts dazu nicht zu sagen. Ins Glanz und Gloria trau ich mich definitiv nicht rein, solange ich nicht shoppen darf. Blöd, das eine meiner allerliebsten Exkolleginnen gleich nebenan wohnt…. machts gefährlich.

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Rückschlag

Muss noch schnell eine Anekdote aus Berlin loswerden. Bei uns in der Straße gab es ein total nettes T-Shirt-Geschäft, alles Bio und Fairtrade. Und mit der nettesten Auslage überhaupt:

(c) nunette colour

(c) nunette colour

In der schönen Auslage weiter unten lag dann auch noch eine Geldbörse. Die exakt aussah wie meine von der niederländischen Firma Sticks and Stones, die wunderschöne Sachen haben, aber meinen Informationen zufolge nix mit Bio und Fairtrade am Hut haben. Ich kann mich auch irren, bin mir aber recht sicher, dass sie schon extra drauf hinweisen würden.

Was hab ich mich gefreut! Diese Geldbörse in der Auslage war der exakte Beweis, dass es einfach nullkommagarnix an Unterschied zwischen Bio- und Nichtbio-Produkten gibt. Diese Geldbörse widerlegte einfach jeden „Jute-statt-Plastik-Optik“-Vorwurf, der so gern an Bioprodukte gerichtet wird.

Ich schlaues Kind fotografierte zwar den oberen Teil der Auslage, aber nicht die Börse. Und merkte mir den Markennamen nicht. Doch der Laden war schnell recherchiert und angeschrieben. Die Antwort war etwas ernüchternd: „Ich muß dich enttäuschen. Es ist nicht alles 100 % Fair Trade.“

Mööööp. Meine schöne Anti-Jute-statt-Plastik-Story im Eimer…..

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Loch oder Obatzt?

Jetzt bin ich seit 128 Tagen auf Shoppingboykott – und langsam gehen mir die ersten Sachen kaputt. Besonders die vielen Teile vom Textilschweden aus Baumwollstretch haben eine Eigenheit: Ein bissl öfter waschen, und schon sind kleine Löcher drin. Früher hab ich nie wirklich drüber nachgedacht, sondern mich nur kurz geärgert und dann ab ins Geschäft, nachkaufen. Letzte Woche bin ich dagesessen und hab erstmal ein Shirt und zwei Leggings geflickt.

Beim Guten Stoff bin ich auf eine weitere, witzige Möglichkeit gestoßen, mit diesen Löchern umzugehen: „Loch oder Obatzt?“ nennt sich deren Idee (genaugenommen: „Oh wie peinlich, ein Loch / Oh, ich hab mich angepatzt“) – einfach Applikationen aufbügeln:

 

Auch in den Versionen “Obatzt”, “Fleck” und “dreckig” erhältich! (Klick aufs Bild = Ab zur Website!)

Auch in den Versionen “Obatzt”, “Fleck” und “dreckig” erhältich! (Klick aufs Bild = Ab zur Website!)

Christian, bester Ex-Zivi aller Zeiten bei uns im Büro, hat das übrigens mal mit Permanent Marker nachgemacht. Mit dem Ergebnis, dass seine Mutter ihm das Loch dann zunähte. Naja, er hat ja auch recht deutlich drauf hingewiesen!

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Lila Schikane des Schicksals

Um ans Raunzen aufgrund von Verführungen von gestern gleich anzuschließen: Warum muss die österreichische Designerin Lila unbedingt ihr neues Geschäft entlang meines morgendlichen Wegs ins Büro eröffnen?

Lila Kirchengasse (c) nunette colour

Lila Kirchengasse (c) nunette colour

Ich habe NIE gesagt, dass das Jahr für mich leicht wird. Ich halte mich auch wirklich tapfer. Seit mehr als 120 Tagen keine neugekaufte Kleidung, und vor allem: keine neuen Stiefel. Aber himmelnochmal, muss mir das Schicksal echt solche Schikanen in den Weg bauen?

Zur Erklärung: Lila macht unglaublich tolle Röcke – einer davon ist sicherlich eines der persönlichen Highlights meines Kleiderschranks:

Der Rock am Theaterklo in Steyr (c) nunette colour

Der Rock am Theaterklo in Steyr (c) nunette colour

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News, Linz und Nerven

Also ich gebe ja zu – diese Geschichte hatte ich selbst angeleiert, aber alles, was seither passiert ist, ist mir wirklich passiert, ohne dass ich etwas dazu getan hätte. Umso mehr freut, ehrt und bauchpinselt es mich. Am schönsten ist es, wenn solche Dinge überraschend passieren.

Als ich mit dem Projekt begann, wollte ich nicht groß drüber reden, geschweige denn bloggen. Dann hat das Bloggen irgendwie eine Eigendynamik bekommen – anders gesagt: Es macht einfach wahnsinnigen Spaß. Auch im Laufe der ersten Monate hat sich mein Fokus mehr und mehr Richtung „Wo kommt das Zeug eigentlich her?“ (und „Wie zur Hölle kann ich das selbst machen, ohne entweder meine Nerven oder die Nähmaschine zu ruinieren?“) verschoben. Meine Shopping-vermiss-Anfälle werden immer weniger – nur noch hin und wieder könnt ich mich in den Popsch beissen, wieso zur Hölle ich mir ein ganzes Jahr vorgenommen hab.

Zum Beispiel, wenn ich von der WearFair höre. Ich werd sooowas von dort sein. Obwohl ich nichts kaufen darf. Aber auf einem Haufen ganz viele Aussteller, die ökologisch und sozial einwandfreie Mode anbieten – und damit ganz viele Alternativen für 2013 kennenzulernen, das lass ich mir definitiv nicht entgehen! Linz, ich komme!

 

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Birner Bags

Die Caro Birner, die ist eine sehr lässige Person. Die ich leider nur recht selten sehe, aber mit der es immer witzig ist. Aber Caro ist nicht nur lässig und witzig, sondern auch hammermäßig kreativ. Darum hat sie kürzlich auch diese Taschen entworfen:

(c) Carolin Birner

(c) Carolin Birner

Die Taschen sind aus alten Ölbildern gemacht – wie genau das aussieht, ohne brüchig zu werden oder abzufärben: Ich bin gespannt drauf. Und ich freu mich, weil: Die Caro hat gesagt, sie wird mir eine solche Tasche schenken, weil kaufen darf ich sie ja nicht 🙂

(Und jetzt keine Diskussionen über Schenken als Regelbrechen bitte. Schenken ist erlaubt. Soll aber das Kaufen nicht ersetzen. ok?)

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