Luxusproblem?

Seit Wochen warte ich drauf, dass mir irgendjemand erklärt, was für ein verwöhntes Etwas mit einem absurden Luxusproblem ich bin. Ok, verwöhntes Etwas hat er nicht gesagt, absurd auch nicht, aber vom Luxusproblem hat er gesprochen, der Herr Kollege. Und recht hat er.

Absolutes Luxusproblem. Und schau ich mir mein Leben an, dann ist das auch wirklich luxuriös. Ich habe eine schöne Wohnung, mein Freund hat ein Auto, das ich jederzeit nutzen kann, Laptop, Handy, Computer, Fahrrad, ein großes Bücherregal – alles vorhanden, aber alles nicht im High-End-Bereich. Es gibt in meiner Familie und der meines Freundes unglaublicherweise drei verschiedene Ferienwohnungen/häuser, die wir jederzeit nutzen können. Plus – für mich VIEL luxuriöser – ich habe eine tolle, liebevolle Familie, die eisern zusammenhält, eine Mann, der mir gewachsen ist und den ich liebe, und einen tollen Freundeskreis, den ich für nichts in der Welt hergeben würde. Das ist für mich wirklich Luxus. Ich bin mir meines Glücks bewusst. Verdienen tu ich für eine Akademikerin recht wenig – aber ich lebe luxuriös und weiß das.

Aber: Manche, nein, viele KÖNNEN sich halt einfach nur KiK leisten und haben preislich keine Alternativen. Es gibt Leute, die können sich überhaupt keine Klamotten leisten und sind von Spenden abhängig. Da gehts dann nicht mehr um Style, da gehts um Wärme, darum, irgendwas am Körper zu haben. Und dann ist das, was man am Körper hat, oft auch noch der einzige Besitz.

Und das alles gibts natürlich in Österreich, nicht irgendwo weit weg. Ja, ist mir alles klar. Nur (und das mag sich jetzt für manche wie eine billige Ausrede anhören): Ich kann und will nur aus meiner eigenen Welt heraus agieren und argumentieren, alles andere wäre doch unglaubwürdig, oder?

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3 Gedanken zu „Luxusproblem?

  1. […] Zeigefinger vergeblich suchen. Ich bin mir seit langem klar, dass das, was ich da habe, ein Luxusproblem ist. Das rüberzubringen, war mir verdammt wichtig. Aber egal, zurück zur geltungssüchtigen […]

  2. […] – und ich muss ihr teilweise  rechtgeben. All das, worüber ich hier schreibe, ist ein Luxusproblem (das habe ich bereits im April “eingesehen”), und viele Leute können sich schlicht nichts anderes als die drei Buchstaben mit der […]

  3. […] und meine Themen zwar mitverfolgt hat, aber eben nur aus der Entfernung. Er stellte eine Frage, mit der ich mich zwar selbst bereits seit langer Zeit auch beschäftige, die im Moment aber gerade für mich selbst auch wieder drängender geworden ist: “Bio ist […]

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