Pimp up my shirt

Ich hab die Regeln des Kaufboykotts gestern doch ein bißl gebogen. Ich hab mir nix per se gekauft – weder was Neues noch etwas ausm Second-Hand-Shop. Ich habe mir auf der WearFair-Veranstaltung Linz ❤ Labels mein altes Shirt von einer Studentin der Linzer Kunstuni mit anderweitigen Stoffresten pimpen lassen. Habe lange hin und her überlegt, ob ich es tun soll – weil für die Arbeit ein kleiner Unkostenbeitrag verlangt wurde. Nachdem Umarbeiten aber laut meinen eigenen Regeln erlaubt ist, habe ich es gewagt. Die einzige Abweichung von meinen Regeln war, dass es jemand anderer gemacht hat und nicht ich. Und zwar die liebe Bettina Woess von „You are the captain of my heart“.

Wieder zuhause, hatte ich – obwohl ich meine Regeln nicht gebrochen habe – sogar ein schlechtes Gewissen, was „Neues“ zu besitzen. Das gar nicht neu ist, sondern mein uraltes Knotz-Shirt war. Als ich mit diesem schlechten Gewissen meine liebe Ina anrief – die hervorragend streng mit mir sein kann, war die zu meiner Überraschung komplett anderer Meinung. Ihr Vergleich: „Es ist ja auch erlaubt, dass du dir beim Schneider eine Hose kürzen lässt, wenn die zu lang ist, oder?“ Ja. Ist es. Nur besitze ich mit meiner Größe keine zu langen Hosen. „Du hast für eine Dienstleistung fair bezahlt und dir nichts Neues gekauft. Wennst auf Dienstleistungen jetzt auch noch verzichtest, kannst nichmal mehr zum Billa gehen.“ Ja, meinte ich kleinlaut, da muss ich dir rechtgeben, liebe Ina. Mein Fazit: Das nächste Shirt pimpe ich mir selbst. Sobald ich auf der Nähmaschine eine grade Naht zusammenbringe…

Hier die kurze Geschichte meines ehemals weißen Langarmshirts – eh klar, vom Schweden.

Vorher (c) Nunette Colour

Der Marine-Style entsteht (c) Nunette Colour

Bettina beim Nähen (c) Nunette Colour

Tadaa, das fertige Produkt. Mein erstes neues Teil seit drei Monaten – das gar nicht neu ist. Lustiges Gefühl.

Das Ergebnis (c) Nunette Colour

Auf der Veranstaltung wurden auch zwei Filme gezeigt – einer über faire Produktion in Indien, der andere über Näherinnen in einer Jeansfabrik in China. Beide so, dass mir streckenweise die Tränen gekommen sind. Mehr davon bald.

Getaggt mit , , ,

2 Gedanken zu „Pimp up my shirt

  1. aniger sagt:

    Kannst du gucken in Bücherei Wien: Generation T oder Next Generation T!
    Von wegen Transformation und easy-cheesy

  2. […] Hose gewaschen hab und das daher nicht mehr freilufttauglich ist – leider ebenso wie dieses Teil, das ich aber gedenke, von der Putzerei retten zu lassen) […]

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