Buch gelesen – Autorin interviewt. Einfach so!

Ach, ich find das so toll – ich les ein Buch (das hier), denke mir, hey, die Frau find ich cool, suche ihre Emailadresse, schreibe ihr, und zack, sie antwortet binnen zwei Tagen. Es entsteht eine total nette Hin- und Hermailerei, wo herauskommt, dass sie schon mal in Wien war. Ich find das extrem lässig, wie leicht das gehen kann – fühlt sich so an, wie wenn mein Freund seinem Lieblingsgitarristen einfach mal eine Mail schreibt und sich mit ihm über Gitarrenmarken unterhält oder so….

Es handelt sich um diese Dame, Vanessa Farquharson – eine Journalistin aus Toronto, die beschloss, ein Jahr lang jeden Tag eine neue Bio-Aufgabe an sich selbst zu stellen. Das geht von „Keine Küchenrolle mehr“ über „beim Pipimachen nicht spülen“ bis hin zu „den Kühlschrank ausschalten“. Geschrieben ist das Buch irrsinnig witzig und mit viel Selbstironie. Außerdem gabs während des Projektjahrs und auch nachher ihren Blog, „Green as a Thistle“ (Grün wie eine Distel)…

 

Ich habe Vanessa auch nach ihren Ansätzen in Sachen Green und Fair Fashion gefragt, hier sind ihre Antworten:
Wie hart war es für dich, dich während des Jahres auf green oder fair fashion zu konzentrieren – und nicht mehr so wie früher zu shoppen?

Ich genoss es sehr, meine Einkaufsgewohnheiten zu verändern! Der Wechsel von  Mainstream-Bekleidungsgeschäften hin zu umweltfreundlichen, unabhängigen oder Secondhand-Läden war eigentlich ziemlich einfach, wahrscheinlich weil ich nie wirklich Designer-Marken wie Louis Vuitton oder Chanel oder auch nur Läden wie H & M geliebt habe (allerdings hat Toronto eine MENGE Vintage-Läden, die dies erleichtert haben …) Das einzige Problem waren meiner Meinung nach bestimmte Artikel: Unterwäsche und Dessous (die „grünen“ Optionen waren immer hässlich oder zu teuer), Socken, Badeanzüge und Hosen (ich bin ziemlich groß, so dass alles immer zu kurz war). Ich fand auch viele der „Eco“-Marken von Kleidung waren zu schlicht – ich mag eine Menge von Farbe und Verzierungen und interessante Sachen, das ist also, warum ich am Ende Shopping in Vintage-Läden den modernen Eco-Stores vorzog.

Dein Projektjahr ist jetzt seit einiger Zeit vorbei, und du hast geschrieben, dass du dich immer noch an viele deiner selbstaufgestellten Bio-Regeln hältst, aber eben nicht an alle. Wie geht es dir in Sachen Bekleidung? Kaufst du wieder bei großen Ketten oder überlegst du weiterhin, wo genau deine Kleider herkommen?

Ist mir ganz schön peinlich zuzugeben: Obwohl ich etwa 270 Änderungen weiterhin einhalte, ist die Sache mit der Bekleidung wirklich von meinem Radar gerutscht. Wenn ich an einem Schaufenster vorbeigehe und etwas sehe, was mir gefällt und es ist noch dazu billig, kaufe ich es in der Regel, ohne darüber nachzudenken, woher es kommt. Ich gehe definitiv nicht auf Tonnen von Einkaufstouren, und ich versuche immer noch, mich so weit wie möglich auf Vintage-Läden zu begrenzen, aber es ist schwierig mit diesen Dingen wie Jeans oder Unterwäsche. Oder wenn man einfach nur ein einfaches weißes T-Shirt haben will und keine 50 Dollar dafür bezahlen will. Oder wenn man Flipflops für den Strand braucht und keine Öko-Marke findet…. dann ist es schwierig.

Was sind deine grünen Lieblingsmarken in Sachen Kleidung und Schuhe?

Was Schuhe angeht, liebe ich Toms – Ich habe zwei Paar, eines in glitzerndem Silber und das andere aus Leinen. Es gibt auch eine großes New Yorker Geschäft namens Moo Shoes, und sie haben eine Menge vegane Optionen.  Für Kleidung: wenn man sich Stella McCartney Zeug leisten kann, super: Es ist so schön und es ist alles nachhaltig hergestellt, auch mit vegan-freundlichen Materialien. Es gibt außerdem hier in Toronto einen Laden – genannt Preloved – wo alte Sweater und Shirts und andere Materialien zu komplett neuer Kleidung recycled wird.  Ansonsten mag ich die meisten Marken, die sich  auf Bambus und Baumwolle spezialisieren, aber es gibt jetzt so viele da draußen, dass es schewr ist, nur ein Teil zu kaufen

Und hier noch eine Tour durch ihr Haus:

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13 Gedanken zu „Buch gelesen – Autorin interviewt. Einfach so!

  1. Avatar von Toby Toby sagt:

    Klasse Buch…hab das letztes Jahr gelesen und seitdem bin ich am überlegen, ob ich mir auch so viel Öko antun soll 😉

    • Avatar von nunette nunette sagt:

      teilweise wars schon extrem, andererseits waren dinge dabei, wo ich mir dachte: hey, ist doch eh logisch! mach ich immer schon! aber für meinen geschmack ist sie zu viel geflogen in dem jahr… trotzdem, super buch

  2. Avatar von Sammy Sammy sagt:

    Hab es schon in der Buchhandlung bestellt. Bin schon mal gespannt wie es ist 🙂

  3. Avatar von Evi Evi sagt:

    Ich hab mir jetzt nur das Video angesehen und ohne jetzt zu kritisch wirken zu wollen, – ein Trockner ist auch mit diesen lustigen Flummi-Gummi-Dingsis noch immer ein Trockner der in den meisten Fällen überflüssig ist… Idee find ich aber super super gut und möchte das Buch auch lesen! Danke für die Empfehlung Nunu!!

    • Avatar von nunette nunette sagt:

      sie hat einige ganz heftige Bio-Vorhaben durchgezogen, andere wiederum wirken SEHR schwach. Und sie ist viel geflogen. Aber was ich mir aus dem Buch rausgezogen hab: Sie hats versucht, sie hats durchgezogen, auch wenn sie manchmal gestolpert ist….

      • Avatar von Evi Evi sagt:

        haha ja das mit dem Kühlschrank ist dann wieder ziemlich drastisch – na ich wollte eh nicht meckern 😉

      • Avatar von nunette nunette sagt:

        Evilein, jetzt kommts ma erst: Buch ausborgen – ENDLICH MAL EIN GRUND SICH ZU TREFFEN! 😀

    • Avatar von zauberweib zauberweib sagt:

      🙂 Das mit dem Trockner hab ich mir auch gedacht!

  4. Das klingt echt spannend! Bin noch auf der Suche nach Urlaubslektüre, werd ich mir ma anschauen:-)

  5. Avatar von M_S M_S sagt:

    wenn ich in kategorien wie chanel, louis vuitton und stella mccartney kaufen könnte, hätte ich kein problem, mich nachhaltig, vegan und öko zu kleiden!
    ein problem ist ja, dass der großteil der konsumenten sich „faire mode“ gar nicht leisten kann, bzw. nur mit massivem verzicht in sachen quantität – und wer, der in der modeorientierten stadt lebt und arbeitet, möchte schon mit drei hosen, fünf t-shirts und zwei paar schuhen (und einem „schönen“ outfit für besondere gelegenheiten) auskommen?

    ein anderer punkt: leider können nachhaltige modeproduzenten immer noch nur einen kleinen kundenkreis bedienen. es gibt zwar inzwischen wesentlich mehr stile als den klassichen jutesack-look der 90er jahre, aber es ist alles sehr jugendlich-leger bzw. freizeitmode. klassische mode (die eine große und kaufkräftige(!!) zielgruppe ansprechen würde) gibts nicht.

  6. Avatar von carin carin sagt:

    hier ein upcycling-blog mit guten ideen und schön gemacht:

    30 Tage 30 Dinge
    Hier gestalten wir jeden Tag ein Produkt aus Materialien und Objekten, die andere als wertlos erachten. Unser Ziel ist es 30 Tage lang schöne und nützliche Dinge zu schaffen. Für jeden, der uns etwas einsendet, wird der Blog um einen Tag verlängert.
    http://www.weupcycle.com/

    mittlerweile sind sie schon bei tag 411.
    und hier noch mein favorit: eine super DIY-murmelkette
    http://www.weupcycle.com/tag-411-gastbeitrag-murmelkette/

    viel spaß noch in rom, du vielfliegerin 😉

    • Avatar von nunette nunette sagt:

      kalt erwischt mit dem viel fliegen, allerdings kein Vergleich zu vanessa, in my humble opinion…. Schoner Hinweis auf den Blog, danke dir 🙂

  7. […] davon ist bis oben voll mit Büchern, die zu meinem Thema passen, von Nähratgebern über andere Jahresexperimente bis hin zu Bildbänden über Ecofashion. Daneben häufen sich die drei Taschen mit Ausgemistetem, am […]

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