Massentrend?

Ich mein, ich weiß eh – den Trend hat jetzt keine von uns erfunden. Aber: Bist du narrisch, nähen ist ja echt wieder im Trend! Zuerst habe ich gedacht, dass ich das nur so seh, weil ich mich mehr mit dem Thema beschäftige – so quasi selbst in die Szene eintauche. Nur derzeit wirkt das eher genau andersrum auf mich: Da bewegt sich grad gewaltig was in Richtung Massenöffentlichkeit. Gut, dass der Tchibo grad übergeht vor Näh-Zubehörartikeln (und ich auch nicht widerstehen konnte, alles so schön bunt….), das spielts zwei, dreimal im Jahr. Aber dass beim Merkur eine Singernähmaschine im Angebot um unter 200 Euro ist, das hat mich dann doch überrascht. War das immer so und ich habs einfach nicht gesehen, weil grandios selektive Wahrnehmung? Oder tut sich da echt grad was in Sachen Massentrend Nähen?

(c) nunette colour

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10 Gedanken zu „Massentrend?

  1. Stophus sagt:

    Ich kann von mir sagen, dass ich mangels Interesse und ob der schieren Grösse des Merkurs (nein, nicht des Planeten…obwohl…der auch…) sicherlich manche Abteilungen noch nie betreten habe. Darunter fällt definitiv die Nähabteilung ebenso wie die Küchenabteilung. Ich will jetzt nicht ins Klischeehafte abdriften, ich hab schlicht und einfach noch nie etwas aus jenen Abteilungen gebraucht. Punkt.
    Was ich damit ausdrücken will: möglicherweise verhält es sich bei deiner Wahrnehmung auch so und du bist einfach noch nicht akut auf die Idee gekommen, dass es im Merkur Nähzeug geben könnte.
    Noch so ein Beispiel: wenn man ein neues Auto hat (und es sich dabei nicht unbedingt um den Marktführer VW handelt), bemerkt man erst, wieviele von diesem Modell tatsächlich eh schon herumfahren, da man sich erst dann drauf konzentriert.

    ‚Schüss ;))

  2. nukimama sagt:

    Guten Morgen! 🙂
    Das hab ich mich auch schon gefragt. Wenn, dann ist der Trend, glaub ich, einfach der, dass immer mehr Leute einerseits die Qualität und Herkunft der Massenprodukte hinterfragen, andererseits aber – und ich glaube, das ist das Hauptmotiv – eine ganz starke Entwicklung wieder hin zu mehr Individualität und Kreativität eingesetzt hat. Man sucht etwas, über das man sich definieren kann. Etwas zu erschaffen, ist eine ganz unglaubliche Motivation. Man strickt, näht, bastelt, malt etwas, wo man dann sagen kann: „Das hab ICH selbst gemacht!“ Das Ding gibt es kein zweites Mal auf der Welt, selbst wenn Heerscharen nach den gleichen Burda-Schnittmustern nähen (das aktuelle Heft ist übrigens super) oder im Malkurs vor dem gleichen Motiv sitzen (das ist total spannend zu sehen, wie unterschiedlich und großartig das gleiche Motiv interpretiert werden kann).

    Mir kommt manchmal auch vor, dass ich auch plötzlich überall nur noch Nähzubehör und Bücher über Malerei sehe. Aber allein die Tatsache, dass Stoffgeschäfte in den letzen zwanzig Jahren fast ausgestorben sind, und jetzt auf einmal überall neue eröffnen, dass Kunst-, Näh- oder auch Kochkurse die längste Zeit nur was waren für unterforderte Hausfrauen, elitäre Kunststudenten oder gelangweilte Pensionisten – und plötzlich gibt es ein breites, für alle Geschmäcker zugängliches Angebot… Das alles zeigt, dass es erfreulicherweise doch mehr sein muss, als nur selektive Wahrnehmung.

    Mir gefällt dieser Trend ausgesprochen gut, dass es chic wird, nicht mehr mit den ewig gleichen Statussymbolen zu protzen („Mein Haus, mein Auto, mein Pferd/Boot/It-Bag…“) sondern mit DIY 🙂

    • nunette sagt:

      ja, ich steh auch sehr auf diesen trend zur individualität – aber ich glaube auch, dass diese angst vor der wirtschaftskrise uns in ein neues biedermeier treibt. in punkto ressourcenschonung find ich das wirklich sehr sehr sehr in ordnung 🙂

  3. Ena sagt:

    Ich hab gedacht, eine Nähmaschine hat jeder Haushalt. Die meisten Frauen, die ich kenne, haben schon mal eine bedient und etwas genäht (selbst, wenns nur Vorhänge waren). Mag sein, dass durch den Nachhaltigkeitsgedanken (der grad wirklich total im Trend ist) das DIY in Mode kommt und dabei auch von den Verkäufern eine Möglichkeit gesehen wird mit dem Thema Nähen Geld zu verdienen. Ob das schon als Trend durchgeht, weiß ich nicht, da kenn ich mich nicht genug aus.
    Hab von meiner Mama gestern ein ganz süßes Buch bekommen: „Wiener Nähbuch“ von 1953, erschienen im Frau und Mutter Verlag *gg*, das muss ich dir unbedingt zeigen!
    Wenn du wirklich Spaß am Nähen haben willst, würd ich die Finger von einer Singer-Maschine lassen. Die Marke wurde aufgekauft und ist heute eher schrott (eine ganz alte Singer vom Flohmarkt wär da sicher gescheiter). Je besser dein Maschinchen, umso mehr Freude macht dir das ganze. Du hast nichts von einer billigen Nähmaschine, wenn sie nicht mal eine gerade Naht schafft. Das frustriert nur.
    Btw, hab vor 10 Jahren mal eine Nähmaschine um 80 Euro beim Zielpunkt erstanden. Solche Angebote finden sich immer wieder mal. 🙂
    (Sorry für den Roman 😉 )

    • nunette sagt:

      ich hab eh schon eine, von meiner oma bekommen, siehe blogeintrag weiter unten (mag ihn grad net raussuchen), und ich kauf mir sicher keine singer – davon haben mir sehr sehr viele abgeraten. aber dass es eine beim merkur gibt, find ich schon bedenklich 🙂

      ich geh eigentlich nicht daovn aus, dass jeder Haushalt eine Nähmaschine hat. Die Elterngeneration vielleicht, aber mir fallen insgesamt vielleicht fünf oder sechs Freundinnen ein, die eine Maschine haben….

  4. Violet Teki sagt:

    Allgemein sollte mehr selbst gemacht, repariert und weiter verwendet werden, schont Geldtasche und Umwelt.
    http://gesellschaftswandel.wordpress.com/2012/07/29/die-wirtschaft-muss-schrumpfen/

    • nunette sagt:

      das steht außer frage. nur glaube ich nicht, dass dieser gedanke bei der masse bereits angekommen ist. die tools dazu dafür aber anscheinend schon 🙂

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