Wiedereinstieg

Mein Körper ist ja nie so wirklich entscheidungsstark, wenns ums krankwerden geht.  Ich kränkle dann immer so drei, vier Tage halbert vor mich hin, bis ich entweder wieder fit bin oder die Verkühlung wirklich Vollgas ausbricht. Ich bin seit vorgestern in diesem blöden Zwischenstadium. Was hilft: Ab nachhause, direkt aufs Sofa, einkuscheln, kübelweise Tee und Metavirulent quasi intravenös. Und: Magazine. Zeitschriften. Bling. Ich brauchs einfach. Und man lernt dabei so viel! (Ok, der Satz funktioniert ohne meine Mimik schlecht, also: ich wedle mit der Ironiefahne…)

Wie bereits im Interview gesagt, fällt es mir im Herbst schwerer, nicht einzukaufen, als im Sommer. Den zweiten Teil der Erklärung, warum das so ist, haben sie aber rausgeschnitten. Es sind nicht nur die Herbstfarben, es ist dieses Neuanfangs-Gefühl, das ich seit Schulzeiten mitschleppe. Im Spätsommer und Frühherbst, da ging es immer um neue Buntstifte, neue, unbeschriebene, glatte Hefte, ev. eine neue Schultasche, neue Jeans und Pullis für die Schule usw.

In einem der Magazine hab ich jetzt gelernt: Die Französinnen haben da ein Wort dafür! Die nennen das „la rentrée“ – ich kann zwar kein Französisch, tippe aber, dass das so etwas wie „Wiedereinstieg“ heißt. Das heißt, dort stattet man sich im Herbst für die kommende Saison modisch aus. Der Übergang von Sommerfrische an der Cote d’Azur in den Pariser Herbstalltag ist verbunden mit exzessivem Shopping.

Ich kanns verstehen. Aber bitte wieso haben Französinnen, die durchschnittlich weniger verdienen und höhere Lebenserhaltungskosten haben, die Kohle für solche Unternehmeungen direkt nachm Urlaub? Ich fang ja jetzt schon für den Urlaub nächstes Jahr zu sparen an….

Getaggt mit ,

3 Gedanken zu „Wiedereinstieg

  1. Fatma sagt:

    Hallo Nunu,
    ich lese Deinen Blog jetzt schon seit einiger Zeit mit und Finde ihn und Dein Projekt sehr spannend. Auch angeregt durch Deine Posts versuche ich mich mehr über faire Produktion zu informieren. Dabei bin ich auf folgende Seite gestossen: http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de
    Ich weiss nicht, ob Du sie schon kennst, zumindest habe ich über die Suche auf Deinem Blog nichts dazu gefunden. Auf der Seite werden verschiedene Unternehmen und eine kurze Zusammenfassung bzgl. Kinderarbeit in ihrer Produktion vorgestellt. Vielleicht ist das ja interessant für Deinen Blog.
    Viele Grüße,
    Fatma

    • nunette sagt:

      Hallo Fatma, vielen Dank für den Hinweis. Ich kenne die Seite bereits, bin mir jedoch noch nicht ganz im Klaren, inwieweit es sich hierbei um Greenwashing handelt. Kinderarbeit ist ein wahnsinnig komplexes Thema, bei unangekündigten Fabriksüberprüfungen (Audits) werden immer wieder Kinder „gefunden“….weil es ganzganz schwer regulierbar ist. Ich glaube, dass viele Firmen zwar nach außenhin groß gegen Kinderarbeit reden, in den Zulieferfirmen diese aber dennoch gang und gäbe ist…. ich werde mich gerne dem Thema demnächst mal widmen! lg nunu

      • Fatma sagt:

        Das ist wohl leider wahr. Und mir ist auch durchaus bewusst, dass keine Kinderarbeit nicht automatisch bedeutet, dass die erwachsenen Mitarbeiter unter fairen Bedingungen arbeiten.
        Aber ich fand die Seite auch unter dem Gesichtspunkt spannend, dass man überhaupt erfährt, in welchen Ländern die Unternehmen produzieren.
        Aber ich fände es natürlich toll, mehr zu dem thema zu erfahren.
        LG, Fatma

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