Im Herschenk-Dilemma

Letztens zeigte sich wieder ganz wunderbar, wie schwer ich mir dabei tu, mich von Kleidungsstücken zu trennen. Gemeinsam mit einer Kollegin unterwegs, und bevor ich ins Büro zurückfuhr, machte ich noch einen kurzen Umweg über zuhause, da es zu meiner Überraschung nochmal wirklich heiß geworden war und ich sehr falsch angezogen war – ebenso die Kollegin. Ich bot ihr daher an, ihr ein Shirt mitzunehmen.

Gesagt, getan. Ich schnappte mein sonnengelbes und geblümtes Sommershirt aus Barcelona – das ich seit dem Kauf im Sommer 2007 gefühlte fünfmal angehabt hatte. Es hatte aufgrund des Schnitts nie wirklich zu meinen Lieblingsshirts gehört, und auch die Farbe war sehr ungewöhnlich für mich. Aber es sah einfach lieb aus, ich mochte es – nur nicht an mir.

Sie – im Gegensatz zu mir sehr zart und schmal – zog es an und es passte ihr wie angegossen (was mir ein Rätsel ist, da es mir ja auch passte….).

Und ich kämpfte mit mir: Einerseits mochte ich das Shirt sehr gern und auch die Erinnerungen an die Woche in Barcelona damals waren mir was wert – aber andererseits: hey, fünfmal angehabt! Ich trag das Teil nicht!

Gestern habe ich ihr das Shirt dann geschenkt. Und finde eigentlich sehr seltsam, dass es mir so schwer gefallen ist. Weil jetzt, wo es weg ist, störts mich gar nicht. Ich freu mich auf nächsten Sommer, wenn sie in dem Shirt im Büro auftauchen wird….

Getaggt mit , , , ,

5 Gedanken zu „Im Herschenk-Dilemma

  1. M_S sagt:

    ich sortiere auch grad aus. vor allem vintage-stücke, die ich lange zeit gesammelt und teilweise nie getragen habe, weil sie mir gar nicht passen.
    schwieriger ist es bei den persönlichen sachen aus „jugendtagen“ – das erste ballkleid zb. aber wenn ich es nochmal 20 jahre aufheb, werd ich es trotzdem nie wieder anziehen …

  2. bella sagt:

    Bin auch gerade am ausmisten, und am Anfang tut es mir auch ein bisschen weh Kleidung zu verschenken, aber dann wenn es mal weg ist dann ist es gar nicht mehr so schlimm:D

  3. Ich kenne das Gefühl. Aber letztlich habe ich es noch nie bereut, mich von etwas getrennt zu haben – ob nun geschenkt oder verkauft. Ich finde es klasse, wenn sich jemand über meine Sachen freut und sie woanders gut aufgehoben sind.

    Jetzt will ich auch mal wieder eine Declutter-Runde starten und bin gespannt, wie es läuft. Seit ich Shoppingdiät mache, hat die Kraft, mit der ich an meinen Klamöttchen klebe, auf mysteriöse Weise zugenommen 😉

  4. Hihi, wie lustig! Ich schenk irgendwie ständig Sachen her, weil sie anderen viel besser stehen als mir und freue mich immer, wenn die die dann auch tragen. Dann sind meine Fehlkäufe nicht so schlimm, weil andere sie ja wieder gut machen 🙂

    @Konsumrebellin: Das ging mir am Anfang auch so, ich dachte im Januar, dass ich mich auf keinen Fall von irgendwas trennen werde. Und habe neulich so prima ausgemistet, das war so befreiend! Jetzt habe ich wirklich nur noch Sachen im Schrank, die ich echt gerne mag und ein richtiges Outfit zu finden ist meistens gar kein Problem mehr.

  5. M_S sagt:

    meine mama hat jahrelang dinge, die ihr gefallen, aber größen- oder altersmäßig nicht gepasst haben, gekauft und mir geschenkt. auch eine abwandlung von konsumdrang (von zwang will ich jetzt nicht reden). hat mir ein paar schöne stücke beschert! (danke, mama!)

Schreibe eine Antwort zu konsumrebellin Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: