Geschenkt!

Liegts daran, dass ich merke, ich werd grad so richtig bäääh krank und ich kanns nimmer aufhalten? Oder warum hab ich heut so elendiglich schlechte Laune? Mein Weg ins Büro führt mich durch DIE Einkaufsgegend von Wien. Und nicht nur am vergangenen Samstag, auch heute standen bereits Menschentrauben vor den diversen Geschäften, noch bevor diese geöffnet hatten. Egal, ob Thalia, Müller, Sewa, Promod, der Textilschwede oder oder oder.

Ich mein, ich verstehs ja, Weihnachten, Geschenk und so. Aber warum kaufen die Leut so viel Schrott? Damit von Jänner bis April die Schuldnerberatung wieder Hochkonjunktur hat (wenigstens eine Konjunktur in diesem Land)?

Ich frag mich immer wieder: Wozu das Ganze? Mit Grauen erinnere ich mich an meine Nichte, die letztes Jahr zu Weihnachten nach dem Auspacken von gezählten 24 Geschenken zehn Minuten danach in einem Berg von Papier und Geschenken saß und meinte: „Mir ist fad!“

Natürlich ist es super, Geschenke zu bekommen, und ich freue mich unglaublich darauf, welche Augen der Liebste machen wird, wenn er mein Geschenk bekommt (und ich bin brutal neugierig auf das von ihm, diesmal geb ich nämlich keine so subtilen Hinweise wie letztes Jahr, als da doch diese Stehlampe grad im Angebot und diese Stehlampe und herst ich seh so schlecht beim Stricken am Sofa und diese Stehlampe würd so gut reinpassen vom Stil her und hast du diese Stehlampe gesehen, Liebster?). Ich freu mich aber noch viel mehr darauf, mein Nichten und Neffen quer durch die Wohnung zu jagen, indem ich ihnen sage, ich hätte da Christkind grad im Schlafzimmer/Wohnzimmer/Küche/Bad gesehen und wenn sie sich nur wirklich beeilen, dann… Oder darauf, meinem Vater (der im Rollstuhl sitzt), die heißgeliebten Windringerl so an den Baum zu hängen, dass er sich strecken muss – was gut für ihn ist, zu meiner Verteidigung. Oder Weihnachtslieder absichtlich falsch zu singen, um nicht in das kollektive Wir-sind-so-rührselig-Geplärre meiner Familie einzusteigen…

Worauf ich mich nicht freue, sind diese vielen Sinnlosigkeiten, die mal wieder verschenkt werden. Besonders der Sewa ist echt ein Anbieter solcher Sinnlosigkeiten, die ich meine. Und vorm Sewa ist die Schlange jedes Jahr am längsten….

Edit: Ich muss mein Gewissen bereinigen: Ich war kürzlich auch im Sewa drin. Türkisfarbene Filzwolle, ich war schwach. Aber ich finds trotzdem zum Speiben da drin..

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9 Gedanken zu „Geschenkt!

  1. Sewa riecht auch komisch.
    ich verschenke heuer lauter selbst gemachte Kleinigkeiten, kleine genähte Stofftascherl mit Zipp (mädels haben immer was, was man da reintun kann:), gebastelte Fotokalender (12 entwickelte Fotos + Buchringe) und geröstete Mandeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

    • Avatar von nunette nunette sagt:

      gute Idee! Ich teile es auf, manche bekommen – wohlüberlegtes (!!!) – Gekauftes, andere Selbstgemachtes 🙂 Und insgesamt werden von mir genau fünf Erwachsene und vier Kinder beschenkt. Feddisch.

  2. Wozu das Ganze? … Das frage ich mich auch. Klar, schenke ich Leuten, die ich gern mag, auch gern was. Aber ich glaube trotzdem, ohne den ganzen zwanghaften Geschenkewahn wäre Weihnachten viel entspannter.

    Und wenn ich dann, wie im Focus letzte Woche noch lese, dass satte 3,4 Mio Deutsche sich an Weihnachten für diesen Quatsch auch noch verschulden, dann fällt mir nur noch ein Weihnachtsgebet ein: Herr, wirf Hirn vom Himmel!

  3. Avatar von Andrea nukimama sagt:

    Das mit dem Packerl-overkill kenn‘ ich. Meine Tochter hat am 26.12. Geburtstag. Eine dreitägige Packerlorgie mit einem völlig überforderten Kind, bis die Omas, Tanten und sonstige Angehörige Gott sei Dank endlich begriffen haben, dass das Kind mehr Freude hat, wenn es sich den einen oder anderen Wunsch für unter’m jahr aufheben kann, oder wenn Oma/Opa/Tante/Patin statt des 13. Playmobilsets irgendwann einen tollen Ausflug unternehmen. Das klappt seit einigen Jahren recht gut.
    In der engsten Familie (jeweils die eigenen Mütter und Geschwister, Cousinchen) schenken wir Kleinigkeiten, entweder kleine Herzenswünsche oder Selbstgemachtes. Lieblingsmann und Lieblingskind kriegen ein bissl was Größeres. In der Firma oder im etwas entfernteren Familien-Freundes-Bekanntenkreis verweigere ich jegliche Schenkerei.

  4. Avatar von Nadine Nadine sagt:

    Oma kriegt selbstgemachte Bratapfelmarmelade (die ich erst noch machen muss) und der Rest Kleinigkeiten. Bücher, für meine Schwester ein T-Shirt das sie sich wirklich wünscht (sie sammelt Hard-Rock-Cafe-Shirts und ich komm kurz nach Sylvester in ne Stadt in der sie noch nicht war…).

  5. Wenn schon schenken, dann finde ichs am tollsten Wünsche zu erfüllen! Und am besten noch einen, an den der/die Beschenkte selbst noch nie gedacht hat 🙂 außerdem gibts bei mir seit ein paar Jahren immer Tüten mit selbstgemachten Plätzchen und Pralinen für jeden. Die Haupteinkaufsstraßenmeide ich eher, find das auch krank, was da kurz vor Weihnachten abgeht…

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