Bessere Baumwolle – und mich ärgerts schon wieder

Langsam wirds wirklich eng. Ich sollte bereits einige Seiten meiner Abschlussarbeit für die FH geschrieben haben – und? Noch fast nix hab ich. Darum bunkere ich mich in den kommenden Tagen zuhause ein und hoffe, dass ich was weiter bringe.

Und was mach ich? Richtig. Ich surfe. Und ärgere mich schon wieder. Der Möbelschwede, der hat ja nicht wenige Baumwollprodukte im Angebot. Und der ist Gründungsmitglied der Better Cotton Initiative. Eine Initiative, der ich gelinde gesagt kritisch gegenüberstehe – einfach, weils eine halbe Sache ist. Das ist keine Biobaumwolle, sondern – wie der Name schon sagt – etwas bessere Baumwolle. Weniger Wasser, weniger Pestizide, Ausbildungen für Bauern. Aber: Anscheinend kaum überprüfbar, offen für gentechnisch verändertes Saatgut (und damit Tür und Tor sperrangelweit offen für Monsanto und Co.), und vor allem: Das gilt nur bis zu den Ballen, die Verarbeitung, Stoffspinnerei und Färbung steht schon wieder auf einem anderen Blatt.

Folgendes schreibt die Christliche Initiative Romero e.V., die in dem Bereich sehr aktiv sind:

Die BCI wurde 2009 von großen Markenfirmen wie Adidas, Gap, H&M, Ikea, u.a. gemeinsam mit NROs wie WWF, PAN u.a. gegründet.

Soziale Kriterien

  • ILO-Kernarbeitsnormen
  • Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen findet nicht statt.
  • Es findet kein internes Monitoring durch die BaumwollproduzentInnen statt. Es gibt keine unabhängige lokale Beschwerdestelle für ArbeiterInnen.
  • Es gibt keine unabhängigen Kontrollen der Management-Audit-Systeme der jeweiligen Mitgliedsunternehmen durch BCI.

Ökologische Kriterien

  • Fokus auf konventionellen Baumwollanbau.
  • Genmanipuliertes Saatgut erlaubt.
  • Nachhaltiger Umgang mit Wasser und Böden.
  • Reduktion von Agrarchemikalien.
  • BaumwollproduzentInnen evaluieren ihre Produktion nach den BCI Standards. Die Selbsteinschätzung wird durch die BCI-Arbeitsgruppe überprüft. Stichprobenartige Verifizierung durch BCI-PrüferInnen.

Transparenz

  • Die sozialen und ökologischen Kriterien sowie deren jeweiligen Überprüfungsverfahren und Ergebnisse werden nicht öffentlich in einer verständlichen Form publiziert.
  • BCI verfolgt den Prozess der Umsetzung der Kriterien bis zur Entstehung der Baumwoll-Ballen, die mit einem Code versehen werden.
  • Es gibt ein Siegel auf den Kleidungsstücken mit entsprechender Baumwolle.

Kommentar CIR:

Die Baumwollproduktion gemäß den BCI-Standards stellt eine Verbesserung zum konventionellen Anbau dar. Es handelt sich jedoch nicht um Bio-Landbau, genmanipuliertes Saatgut ist erlaubt. Es werden keine Preisaufschläge für die BCI-Baumwolle gezahlt.

Und dem IKEA gratulierens jetzt, dass er bis 2015 komplett auf better cotton umgestellt haben will. Hallo, der ist Gründungsmitglied der BCI, die werden das wohl schon 2009 in ihrer Planung gehabt haben?!

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