Sechskommasechs Minuten

Ich les schon seit einer Weile dort mit, hab allerdings noch nie drüber geschrieben: Beyond Fashion ist ein echter Lesetipp für Fans von FairFashion-Blogs. Bin dort über eine spannende Auflistung gestoßen (meine Kommentare in schräg):

  • bis zu 60 000 km hat ein Kleidungsstück schon zurückgelegt, wenn es bei uns auf dem Ladentisch liegt (eineinhalbmal um die Erde)
  • mehr als 6 kg Chemie kommen auf die Herstellung von einem Kilo Textilien (siehe hier)
  • 7 000 textile Ausrüstungsstoffe und 4 000 verschiedene Farbstoffe kommen in der Bekleidungsindustrie zum Einsatz
  • ¼  des Gewichts eines Kleidungsstückes sind Chemikalien (oft auch mehr, siehe wiederum hier)
  • 35€ Monatslohn erhält eine Näherin in Bangladesch (hat sich eigentlich irgendwas getan seit Rana Plaza? Es wurde ja wieder eine Erhöhung des Mindestlohns angekündigt, was nicht nur aufgrund der Inflation von 8% bitterst nötig ist, es ist einfach immer noch insgesamt viel zu wenig.)
  • lediglich 0,5 bis 1% des Verkaufspreises geht als Lohn an die ArbeiterInnen
  • 6,6 min darf die Fertigung eines Sweatshirts dauern (das war mir neu. Wenn ich daran denk, wie bescheiden meine Ergebnisse werden, an denen ich mindestens eine Stunde und mit viel Ungeduld arbeite…)
  • oft bis zu 17 h beträgt ein Arbeitstag der NäherInnen
  • 90 % der in Deutschland verkauften Kleidungsstücke werden in Billiglohnregionen produziert
  • 11 % aller Pestizide und 24 % der Insektizide weltweit werden für den Baumwollanbau verwendet
  • 10 000 Bauern sterben jedes Jahr beim Einsatz von Pestiziden im Baumwollanbau (mehr, da bin ich mir sicher)
  • 750 000 Tonnen Altkleider landen jährlich in Deutschland in der Kleidersammlung

Viele der Zahlen kannte ich schon, aber so, in aller Härte aufgelistet, übt das immer noch gewaltige Kraft auf mich aus. In anderen Worten: Das fetzt rein, immer noch.

Guter Blog.

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Ein Gedanke zu „Sechskommasechs Minuten

  1. […] 1. Immer, wenn die Modebranche und ihr umwelt- und menschenfeindliches Verhalten etwas aus meinem Fokus zu rutschen droht und ich denke, dass das nächste T-Shirt doch aus finanziellen Gründen vielleicht eventuell aus konventioneller Herstellung stammen könnte, schaue ich schnell auf Nunu Kallers Blog Ich kauf nix vorbei. Dieses Mal rückte der folgende Text meinen Kopf zurecht: Sechskommasechs Minuten […]

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