Kaufrausch und Verkäuferschmähs, dokumentiert

Also wenns nicht gerade um Sitcoms a la Big Bang Theory oder 2 Broke Girls oder – ich gestehe – Sozialporno a la Shopping Queen zum Hirnabschalten (Immer noch: Eine Sendung wie ein Autounfall, und der kommentierende Designer liefert überraschenderweise manchmal echte Wuchteln ab) geht, bin ich ja kein so großer Fan von deutschen Privatsendern.

Doch gestern war – zwar auch mit diesem klassischen Privat-Skandal-Reportage-Kolorit, aber trotzdem – eine sehr lässige Doku auf RTL. Es ging um sogenanntes Schnäppchenkaufen und den klassischen Kaufrausch: „Nicht mit uns! die große Schnäppchenlüge“ der natürlich höchst plakative Titel… hier kann man die ganze Sendung nochmal anschauen.

Einiges kannte ich schon, was vor allem in großen Ketten abgezogen wird, aber so gehäuft war es dann doch wieder überraschend und schockierend. Um den Absatz zu steigern, werden

  • Produkte künstlich verknappt (damit man es gleich kauft, weil man gelernt hat, dass das Zeug weg ist, wenns weg ist, und nicht nachgeliefert wird).
  • Stressmomente ausgelöst („Nur jetzt!“ „Angebot des Tages!“), was den Blutdruck steigert und dem Körper suggeriert: Überlebensmodus, raff an dich, was geht, du hast keine Zeit zum Denken.
  • Rolltreppen mindestens acht Meter vom Eingang entfernt aufgebaut, damit man eine ganze Strecke durchs Geschäftslokal zurücklegen muss – und rechts und links starren einen am Weg die Verführungen an.
  • in Schuhgeschäften Parfums mit Ledergeruch versprüht, auch wenns dort nur Plastikschuhe gibt (und das wird dann „Air Design“ genannt, unglaublich)
  • falsche „statt“-Preise angegeben („Jetzt 1,99 statt 3,49!“ – dabei hat das Teil nie mehr als 1,99 gekostet)
  • Fenster abgehängt und mit Kunstlicht „warmes“ Licht geschaffen
  • Illegalerweise Störsender eingebaut, damit man nicht an der Kasse stehen kann und sagen kann: „Bitte auf Geizhals steht, dass es das Teil dort und dort um 20 Euro billiger gibt.“ bzw überhaupt gleich in den anderen Laden schaut). Schwer illegal, weil wenn alle Handys nicht funktionieren, funktioniert bei einem Notfall das Rufen einer Rettung auch nicht.

Aber das Allerirrste ist die Familie, die damit Geld verdient, dass sie im Bekanntenkreis verdeckterweise Produkte anpreist. Anschauen!

Das Schöne kam dann danach: Mein Lieblingsfilm – typische Amikomödie, aber mit unglaublich vielen Lachern und vor allem einer grandiosen Sookie (ich merk sie mir einfach nur unter dem Namen) sowie einem männlichen Hauptdarsteller, dessen irischer Akzent (unbedingt auf Englisch schauen, den Film) mich damals im Kino zum Schmelzen gebracht hat. War ein bissl peinlich, der Holde ist direkt neben mir gesessen…. Tut zwar jetzt genau nix zur Sache, was diesen Blog angeht, aber … mei. Mir ist grad danach. Ich mag nämlich nicht FH-Abschlussarbeit schreiben. Merkt mans? 🙂

 

 

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Ein Gedanke zu „Kaufrausch und Verkäuferschmähs, dokumentiert

  1. „Aber das Allerirrste ist die Familie, die damit Geld verdient, dass sie im Bekanntenkreis verdeckterweise Produkte anpreist. Anschauen!“

    … und ich dachte immer der gar nicht so üble US-Film „The Joneses“ wäre (noch) Fiktion.

    Dort geht es auch um eine zusammengecastete „Familie“, die in einem wohlhabenden Vorort einzieht und die Nachbarn im Auftrag ihrer Kunden mit allerhand Zeug anfixt, das sich einige gar nicht leisten können. Keeping up with the Joneses – bis das Konto kracht und es zur Katastrophe kommt.

    Bisher habe ich mich bei manchen Konsumterroristen ja immer gefragt: „Haben die das eigentlich wirklich alles bezahlt?“. Inzwischen muss man sich wahrscheinlich auch fragen: „Werden die dafür bezahlt?“

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