Kinder für Kinder

Immer wieder hört man Geschichten, dass das mit der Kinderarbeit sich schon verändert habe und viel weniger Kinder in Textilfabriken arbeiten, und es da Kontrolle gibt (ja eeeh) und wenn, dann findet man ein oder zwei, und die schickt man dann als Vorzeigeprojekt in die Schweiz ins Internat und blablablabladibla und das alles ist eh schon zum Haareraufen.

Aber wenn man dann ein Video sieht, in dem NUR Kinder arbeiten, in dem 12-Jährige Mode machen, die für Gleichaltrige in den USA bestimmt ist, dann kommt einem das Kotzen. Eigentlich ein Wunder, dass Al Jazeera America diese Bilder hat drehen dürfen.

aljazeera

Klick aufs Bild –> ab zum Video, lässt sich leider nicht einbetten, nur verlinken!

Und ich freu mich in meinem letzten Beitrag grad drüber, dass ich bald „nur“ noch einen 40h-Job haben. Also acht Stunden am Tag. Und empfinde meine Zusatzaufgaben, die für die ich mich FREIWILLIG entschieden habe, und die meine Tage gerade zu 12h-Tagen machen, als Belastung. Die Kleine im Bild arbeitet manchmal bis zu 14h am Tag. Ich raunze herum, weil mein NGO-Gehalt mich am Ende des Monats nicht wirklich zu Freudensprüngen veranlasst – und die Kleine kriegt pro Monat weniger, als ich für Wolle für einen halben Pullover ausgebe. Und: Rechnerisch geht es sich aus, die Kleine kann meine Tochter sein.

Heißer Tipp: Alle paar Tage mal im Internet nach neuen Geschichten aus den Zuständen in den Textilfabriken suchen. Keine Sorge, man findet verlässlich jedes Mal neue Stories, bei denen es einem den Magen umdreht. Bei mir persönlich hält es nicht nur die Motivation, mich für bessere Zustände in der Bekleidungsindustrie einzusetzen, am Leben, sondern es lehrt einfach wirklich Demut. Klingt jetzt ordentlich pathetisch und gschissn, aber verdammtnochmal, alles, was mich hier umgibt, ist Luxus.

 

Getaggt mit , , ,

2 Gedanken zu „Kinder für Kinder

  1. Eva A.K sagt:

    Hallo Nunu,
    jetzt lese ich diesen Blog schon ca. 1 Jahr und diese Informationen, die ich ja gar nicht so gerne lesen mag – wer will das schon – sind mein Ansporn ihn weiter zu lesen. Die Informationen über die Zustände in der Bekleidungsindustrie und die Anregungen, was ich dagegen tun kann, mit meinem Einkaufsverhaltern (dort wo es sich finanziell machen lässt) und Engagemant (Unterschriftenlisten etc) hält mich als interessierte Leserin an deinem Blog. Danke dafür. Es ist eine Unterstützung dies zu lesen, um nicht auf meine Verantwortung z.B. diesen Kindern gegenüber zu vergessen. Ich bin froh, dass du mir hilfst, dass aus den Augen, aus dem Sinn nicht gelingt. Ich bin immer mehr zu dem Motto gelangt, dass es wichtig ist lieber weniger hochwertige Kleidungsstücke zu besitzen, die dann lange halten oder auch repariert werden können, als viele billige. … Aber ich bin keine Fashonista, vielleicht verstehe ich diesen Aspekt auch überhaupt nicht. Dennoch hält dieses Verhalten mich auch davon ab zuviel zuzunehmen. Denn das geht auch nur, wenn ich mein Gewicht ziemlich konstant halte. So hat Nachhaltigkeit viele unterschiedliche Vorteile. Allein Tauschparties sind mit meinem Lebensstil nicht möglich. Das ist irgendwie schade.

    Dennoch, bitte schreib weiter so. Inhaltlich und auch von deinem Schreibstil her. Ich mag es, wie du schreibst.

    liebe Grüße
    Eva

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: