Jaaajaa, ich kanns doch nicht lassen mit dem Bloggen. Vor allem, wenn man sich in der FH-Abschlussarbeit auch mit dem Kommunikationstool Bloggen beschäftigt, dann juckts einfach noch mehr in den Fingern, selbst wieder was zu veröffentlichen.
Ich hab mir selbst Bootcamp verpasst, um die Arbeit fertig zu bekommen. Aus diesem Grund hab ich den Liebsten ins Burgenland geschickt, und bin heute früh einkaufen gefahren, um mich mit Lebensmitteln fürs Wochenende einzudecken (der Kühlschrank gab nämlich genau ein paar welke Blätter Minze, ziemlich viel Tonic – das ich nicht mag -, ein offenes Glas Oliven und ein etwas älteres Stück Gouda her).
Zuerst hab ich mal den neuen veganen Supermarkt in der Stumpergasse ausprobiert (bin zwar selbst nicht vegan, aber hey, wenns schmeckt, ist es doch eine wunderbare Alternative!) und war begeistert von der Auswahl und nicht ganz so begeistert von den Preisen. Dennoch hab ich mir eine ganze Menge mitgenommen. Und bin schon sehr gespannt, wie die vegane Pasta mit Sojawürfeln wohl schmecken wird, die ich mir heut noch machen werd.
Dann weiter zum Merkur am Westbahnhof. Und dort mal wieder festgestellt, was für unglaubliche Konsumopfer wir doch alle sind, mich fest eingeschlossen.
Erstens: Kenn ihr diese großen Becher mit Joghurtmischungen, die Rewe selbst herstellt? Ich ess da ganz gern das Birchermüsli in der Früh, ist mit zwei Euro irgendwas auch leistbar. Aus der Ferne sah ich heute unglaublich gut aussehende Fruchtjoghurtbecher, mit ganz viel Beeren drin und drauf. Besonders der Becher mit den vielen Heidelbeeren sah echt unglaublich appetitlich aus. Ich schau, was er kostet: über vier Euro. Happig! Wir rechnen um fürn kleinen Schock: Das sind über fünfzig Schilling. Für einen Becher, der zur Hälfte mit Heidelbeerjoghurt, zur anderen mit Heidelbeeren gefüllt ist. Das Inhaltspickerl verriet mir: Das ist genau ein Bio-Heidelbeerjoghurt und Beeren, sonst nüscht. Ich habe extra nachgeschaut: Eine Schale Heidelbeeren (deren Inhalt das Doppelte von denen im Becher war): Ein Euro dreißig. Ein Bio-Heidelbeerjoghurt: achtzig Cent. Macht zwei-zehn. Und nicht vier-zehn. Dreist, Merkur, sehr dreist. Nur weils appetitlich ausschaut, wird zugegriffen und schon haut man das Doppelte an Geld raus. Kundenverarsche de luxe. Ich freute mich, kein Konsumopfer zu sein und kaufte die beiden Einzelzutaten. Sehr lecker!
Doch nur wenige Minuten später wurde es gefährlich. OBWOHL ich weiß, dass Tchibo nicht zu den Guten gehört. OBWOHL ich weiß, dass ich so gut wie möglich nur noch bio und fair kaufen will, und OBWOHL ich weiß, dass ich nicht mehr nebenbei schnell mal was zum Anziehen mitnehmen will: Ich stand vor dem Tchibo-Verkaufsregal und starrte das plastikverpackte paar graue Leggings an. Nur zehn Euro 95! Ich war wirklich in Verführung, die schnell mal mitzunehmen, kann man ja immer brauchen. Glücklicherweise schaltete mein Verstand sich doch sehr bald wieder ein und ließ mich die Packung wieder ins Regal legen.
Und ich dachte wirklich, ich wäre gerade am Weg zu einer gewissen Immunität, was dieses Fast-Fashion-Shopping-Gehabe angeht. Ich mein, die Kurve hab ich ja nochmal gekratzt, aber ein bißchen kommt mir das grad vor wie beim Rauchen aufhören. Ich habe nie viel geraucht, aber vor über vier Jahren endgültig aufgehört. Körperlich war da kein Entzug zu spüren, und es ging mir blendend. Aber die LUST auf eine Zigarette, der Gedanke, ob ich mir nicht doch eine, nur eine schnorren sollte, wenn Kollegen Rauchpause (meistens direkt vor meinem Fenster) machten – die hörte erst eineinhalb Jahre später auf.
Es ist mir nicht erst jetzt klargeworden, aber hat sich jetzt gerade wieder mal sehr deutlich gezeigt: Konsum ist eine Sucht. Die von einigen, die damit fett Kohle machen, in uns ausgelöst wird. Und diesen Verführungen, denen man täglich ausgesetzt ist, zu widerstehen, ist schwieriger, als ich gedacht habe. Aber ich dachte ja auch, dass Rauchen aufhören ganz einfach ist….
Und weils mir grad eingefallen ist: Vor einem Jahr hab ich ein wirklich interessantes Buch zu dem Thema gelesen: Go Shopping! von Eva Tenzer.