Große graue Dummheit

Es ist doch wirklich unfassbar! Manchmal hab ich echt Aussetzer Richtung Dummheit.

  1. Mein Kleiderschrank ist gut bestückt.
  2. Ich habe heute ein perfekt lässiges Wohlfühloutfit an, meinen riesigen grauen Strickpulli mit Leggings, Boots und Lederjacke. Merke: Riesiger grauer Stickpulli. Drei Jahre alt und heiß geliebt im Winter.
  3. Ich bin wunschlos (und) glücklich gerade und brauche fürs restliche Jahr definitiv nix mehr, bin von meinem Rückfall sowieso noch übersättigt.
  4. Ich befinde mich immer noch im Dilemma zwischen: „In Bangladesch und Co. herrschen Scheißzustände in den Fabriken, ich will das nicht unterstützen“ und „Gewerkschafterinnen aus Bangladesch bitten inständig, weiter diese Sachen zu kaufen, damit sie wenigstens die Möglichkeit eines Jobs haben“ – und rein aus persönlicher Überzeugung heraus fällt es mir momentan jedoch sehr schwer, in solche Fast-Fashion-Stores zu gehen, der Gedanke an „ich will das nicht unterstützen“ überwiegt einfach (naiver Gedanke: weil vielleicht ändern die Unternehmen ja was, wenn sie Umsatzrückgänge haben…).
  5. Ich fahre heut früh in die Arbeit, steige wie immer, wenn ich nicht am Rad unterwegs bin, auf der Mahü (die übrigens fast super ist, so wie sie jetzt ist! So! Da habt ihrs!) von Ubahn in den Bus. Und sehe das da: pulli

Und denke mir: Wie schööööön!!

Merke: Gegen den Kaufwunschimpuls ist man (wenn man früher Shopaholic war und sich noch dazu auf der Mahü herumtreibt, zugegeben) anscheinend nie gewappnet, aber es hilft ungemein, an sich herunter zu schauen und kurz mal zu überlegen: Brauch ich wirklich einen riesigen grauen Strickpulli? 🙂

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3 Gedanken zu „Große graue Dummheit

  1. MS sagt:

    so geht’s mir mit roten Lackschuhen! *g*

  2. Birgit sagt:

    ….. und was spricht gegen 2 Pullis? Das ist doch nicht das „Böse an sich“ – so geht eben Wirtschaft. Es ist nicht verwerflich Dinge haben zu wollen. Die einen wollen eben eine Vielfalt an Kleidern, Schuhen etc, andere Autos, techn. Schnickschnack, Reisen, Essen, Bücher oder irgendetwas anderes. Wir sollten uns nur bemühen weltweit mehr soziale Gerechtigkeit herzustellen. Aber mit Selbstgeisselung ist ja auch niemand geholfen und wenn du jedesmal die Krise kriegst, wenn bei dir ein Kaufimpuls auftritt, halte ich das nicht für gesund. Man muss sich auch etwas gönnen können – und es gibt nirgendwo Vorschriften was genug ist oder nicht. Lass locker, das Leben ist zu kurz um sich verbissen selbst Vorschriften zu machen. Und dass du auf einem der richtigen Wege bist, hast du dir ja ohnehin schon bewiesen. Lg

    • nunette sagt:

      Ich gönne mir ja was, und ich geißele mich auch nicht! Aber es ist wirklich eine Frage von „Brauch ich das wirklich? Oder ist das jetzt nur ein Habenwollen-Impuls?“ Denn genau mit diesen Impulsen, sich Dinge kaufen zu wollen, die man nicht braucht (und ich brauche schöne, trendige Kleidung, nicht falsch verstehen 🙂 ), wird so wahnsinnig viel Schlechtes ausgelöst, dass ich nicht all diesen Impulsen nachgeben möchte. Sich bemühen, weltweit mehr soziale Gerechtigkeit herstellen zu wollen, beginnt bei den eigenen Konsumhandlungen. Und ich finde wirklich, dass man keine zwei großen grauen Pullover braucht. Ich seh das eh recht locker, vielleicht kommt zu wenig aus meinem Beitrag raus, dass ich eigentlich über mich lachen musste in dem Moment… 🙂

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