Die Weihnachtsgeschichte aus Dhaka

Na, auch schon alle ganz harmoniebesoffen und vollgefressen mit Keksen? Mir gings gestern so, Weihnachten mit der ganzen Familie, alle Nichten (unterm Badezimmerwaschbecken versteckt leise über einem Weihnachtsgeschenk vertieft) und Neffen (ohrenbetäubend laut die großelterliche Wohnungseinrichtung demolierend). Und die Kekse standen uns bei den Ohren raus.

Heute hab ich mich durch Nachrichten lesen wieder in die Realität geholt. Dankenswerterweise – und da freu ich mich wirklich drüber! – berichtet ORF.at heute riesengroß über Bangladesch. Es ist nämlich so: Von den über 1300 Toten sind bei weitem nicht alle identifiziert worden (und die, die es wurden, oft falsch, also der falschen Familie übergeben). Hunderte sind anonym begraben, einige liegen immer noch unter den Trümmern von Rana Plaza. Und während andernorts über Entschädigungszahlungen diskutiert wird und einige Firmen sagen: „Wir zahlen ja eh!“, stellt sich die Frage: „Aber an wen?“. Es bekommen nur die Familien Entschädigungen, die einen Totenschein vorweisen können. Was soviel heißt wie: Ziemlich viele schaun durch die Finger. Und posthum DNA-Proben ziehen usw…. vergiss es. In diesem Millionen-Moloch namens Dhaka gibts genau ein kleines Labor, das das kann.

Hier gehts zur ganzen Geschichte, die nicht viel Hoffnung macht.

Frohe Weihnachten.

Tschulligung fürs Laune versauen. Nachher gibts eh wieder Oh Tannenbaum-die Oma sitzt im Kofferraum-Stimmung…

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