Kleine Chemie-Monster im Kleiderschrank

gp kleine monster

Screenshot GP-Bericht, Klick aufs Bild –> Ab zum Bericht!

Ladies and Gentlemen: Gestern bei Greenpeace gestartet (beim Nachhausefahren kaum noch aus den Augen schauen können, so fertig war ich vor lauter Infoinfoinfoinfoinfo :D), und gleich heute die erste Presseaussendung, weil neuer Report rauskommt. So schnell kanns gehen – und ja, es ist SEHR skurril, nicht diejenige zu sein, die die Presseaussendung schreibt und  vom Campaigner korrigieren und freigeben lässt, sondern diejenige, die korrigiert und freigibt. Anyway: Greenpeace hat 12 verschiedene Marken, die Kinderkleidung anbieten, auf gefährliche Chemikalien getestet. Aber bevor ich das jetzt selbst zusammenfass, darf ich euch – nicht unstolz – meine (und Christines!!) erste Presseaussendung für Greenpeace präsentieren:

14. Jänner 2014
Presseaussendung
Greenpeace/Umwelt/Wirtschaft/Chemie/Textil

Greenpeace-Report: „Kleine Chemie-Monster“ in Kinderbekleidung
Bedenkliche Chemikalien in Produkten von Primark, Burberry, Adidas und Co.

Wien – Ein heute von Greenpeace im Rahmen der Detox-Kampagne veröffentlichter Report zeigt, dass Kinderkleidung und Kinderschuhe gefährliche Chemikalien enthalten. Bei jeder der zwölf getesteten Modemarken wurden bedenkliche Stoffe wie Weichmacher, Nonylphenolethoxylate (NPE) oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) gefunden. Einige dieser Stoffe sind hormonell wirksam oder krebserregend. Sie kontaminieren Flüsse und Trinkwasser in den Produktionsländern. „Das ist ein Albtraum für alle Eltern. Diese ‚kleinen chemischen Monster‘ finden sich überall – in exklusiven, luxuriösen Designerstücken wie etwa von Burberry ebenso wie bei Kleidung von Textildiskontern á la Primark“, so Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace.

Für den aktuellen Greenpeace-Report „Kleine Monster im Kleiderschrank“ wurden 82 Kinderbekleidungsstücke zwölf internationaler Modefirmen auf bedenkliche Chemikalien untersucht. Ein T-Shirt der Modekette Primark enthielt 11 Prozent Weichmacher (Phthalate), in einem Baby-Body der Firma American Apparel waren 0,6 Prozent Weichmacher enthalten. Beide Werte wären unter EU-Recht für Kinderspielzeug verboten, diese Regelungen greifen jedoch nicht für Kinderkleidung. Weichmacher fanden sich insgesamt in 33 von 35 getesteten Kleidungsstücken mit Plastisol-Aufdrucken.

Die getesteten Produkte von Adidas waren vor allem mit PFC belastet, unter anderem mit der als krebserregend geltenden Perfluoroctansäure (PFOA) oder Substanzen, die zu PFOA abgebaut werden können. Ein Badeanzug enthielt 15 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter. Dieser Badeanzug überschreitet damit die von Adidas selbst gesetzte Höchstmarke für PFOA um das Fünfzehnfache. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. PFC sind extrem langlebig und reichern sich in der Umwelt und im Körper an. Ein Shirt der Luxusmarke Burberry war stark Nonyphenolethoxylaten (NPE) belastet (780 Milligramm pro Kilogramm). Insgesamt kam NPE in 50 von 82 getesteten Artikeln vor. NPE wird in der Umwelt zu Nonylphenol abgebaut, das hormonell wirksam und besonders für Wasserorganismen schädlich ist.

Die Greenpeace Detox-Kampagne fordert von Modekonzernen auf die Verwendung gefährlicher Chemikalien bis 2020 zu verzichten. Darüber hinaus sollen deren Zulieferbetriebe Daten zur Freisetzung giftiger Chemikalien in ihren Produktionsstätten veröffentlichen. Dank des öffentlichen Drucks haben sich bereits 18 große Marken zum „Entgiften“ verpflichtet. „Kinderkleidung ist genauso belastet wie Mode für Erwachsene – nur können diese Chemikalien Kindern viel mehr schaden. Diese ‚kleinen Chemie-Monster‘ müssen unbedingt aus der Kleidung für unsere Kinder verbannt werden“, fordert Kaller abschließend.

Den gesamten Report finden Sie unter folgendem Link www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Reports/umweltgifte_detox2014_little_monsters_jan14.pdf

Gleich mal mit Detox starten. Könnt schlimmer sein! 😉

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10 Gedanken zu „Kleine Chemie-Monster im Kleiderschrank

  1. Maria sagt:

    Hallo Nunu!

    Erst mal Glückwunsch zu Deiner ersten Pressemitteilung bei Greenpeace. Leider eine sehr schockierende!

    Was mir fehlt – WO SIND DIE ALTERNATIVEN???

    Wo kann ich für meine Kinder wirklich kaufen OHNE Schadstoffbelastung? Ich kann ja schwer bis 2020 warten.

    Was mich noch interessieren würde – betrifft das vor allem NEUkleidung und verhält sich das mit den Schadstoffen, wenn die Kleidung (mehrfach) gewaschen wurde. Sind da dann noch immer so viele Schadstoffe enthalten?

    lg
    Maria

    • nunette sagt:

      Hallo! Alternativen hast du dort, wo du IVN best oder GOTS als GÜtesiegel auf der Kleidung findest. Biobaumwolle, keine Aufdrucke aus Plastik, usw.

      Was das Waschen angeht: Einiges wäscht sich raus, allerdings bei weitem nicht alles. Und das, was sich rauswäscht, ruiniert auch hier unsere Flüsse…

      Weichmacher in Plastisol-Aufdrucken waschen sich leider nicht raus. Außerdem sind das oft Jacken oder so, die nicht so oft gewaschen werden.

      • Vielen Danke für die Infos!

        Und natürlich hast Du recht mit dem Abwasser.

        Meine Frage ging in Richtung Second-Hand-Kleidung und ob da denn nun auch noch viele Schadstoffe drin sind.

        lg
        Maria

      • nunette sagt:

        Ich denke, wenn du zu reiner Baumwollkleidung greifst, dann ist Second Hand schadstofffreitechnisch sicher eine gute Idee….

  2. Rabin sagt:

    Erstmal Glückwünsche zum neuen Job. Und ich finde es für mich sehr praktisch, dass ich nun quasi jemanden bei Greenpeace kenne. 😉

  3. Michi Ela sagt:

    Tag 2 im neuen Job und schon Topmeldung (so ganz oben mit Bild!) auf orf.at! GLÜCKWUNSCH!!! http://orf.at/stories/2213995/2213996/

  4. ibrauchnix sagt:

    Ich bin soooo froh, daß wir unsere Kinderkleidung zu gut 80% auf Kinderkleiderbörsen gekauft haben. Vor allem, weil sie eben schon öfter gewaschen wurde. Wenn ich sowas lese wird es mir gerade schlecht. Wir werden zwangsvergiftet und es interessiert so wenige!

    Schöne Woche noch und mach‘ weiter so! DANKE 🙂

  5. Barbara sagt:

    Gratuliere!! Und danke für die Informationen. Hab`zwar keine Kinder, aber ich will kann mir denken, dass es bei Erwachsenenkleidung nicht viel anders sein wird! Hab´übrigens den Beitrag mit dir gestern im ORF gesehen. Leider könnte man ds selbstgestrickte Teil gar nicht gut sehen. War das ein Pullover?? (bin halt neugierig) Die Farben haben jedenfalls toll ausgeschaut (und du übrigens auch) 🙂

  6. Liebe Nunu – ich hab’s auf meiner Facebookseite geteilt – und jetzt entsteht dort die Diskussion, wo man denn *schöne Bekleidung* – fair produziert – bekommt … hast du dazu auch Information welche Bekleidung ok und empfehlenswert ist?

    Mit ganz lieben Grüßen
    Daniela

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