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Selbsterkenntnis die Dreihundertfünfundvierzigste

Wie schon manchmal erzählt, neige ich zur Anhäufung von Kleidungshaufen, statt diese in den Kleiderschrank zu räumen. Mein Freund nennt die seit der ersten Woche unseres Zusammenseins manchmal mehr, manchmal weniger liebevoll „Mount McWäscheberg“. Irgendwo liegt immer so ein Haufen herum, im Bad auf der Waschmaschine (nicht zum waschen, einfach vorm Duschen dorthingelegt und liegen gelassen), manchmal ein kleiner Jackenhaufen am Tischchen im Vorzimmer (auf die Haken direkt darüber aufhängen wär ja anstrengend), manchmal ein Haufen vor der Badewanne, aber wirklich IMMER ein Haufen im Schlafzimmer, vor und auf der Kommode. Manchmal wird dieser Haufen sogar mir zu groß. Dann tu ich das Unglaubliche: Ich räume auf. Also…. ich sortiere die Wäsche durch nach „Kann man nochmal tragen“ oder „Iiiek, ab in die Schmutzwäsche damit“, und mache dann Stapel – Hosen, Röcke, Pullis usw. Um dann beim Einräumen in den Kleiderschrank bei der Hälfte die Geduld zu verlieren und den Rest wieder auf die Kommode zu stapeln  – der Rest, den ich in den Kasten in einem anderen Zimmer bringen müsste, so weeeit, oder der mit den ganzen Strumpfhosen, die ich zusammenlegen müsste und dann fein und eng ins Badezimmerkastl schlichten müsste, oder der mit dem Zeug, für das ich eigentlich so ganz allgemein nicht wirklich Platz habe, einzelne Handschuhe zum Bleispliel (dies ist ein Insider, kein Rechtschreibfehler..).

Und hui, so weise und bedacht und gescheit, wie ich im Laufe dieses ersten fasthalben Jahres geworden bin, muss ich gleich mal wieder eine Selbsterkenntnis rausmeiern: Ich. hab. zu. viel. Gewand. Ich kann Excellisten aufstellen, mir neue Sortiersysteme überlegen – kannst alles vergessen. Das mitm Überblick, das wird nix. Nicht bei der Menge.

Gut, die obige Selbsterkenntnis hatte ich bereits im Jänner, wenn nicht sogar vor Beginn des Projekts. Aber das Fazit daraus, das ist neu: „Ich will mich von sehr viel meiner Kleidung trennen.“  Na? Ganz schön mutig für mich, die seit Monaten sagt, sie wolle nix weggeben, weil in jedem Teil, das sie besitzt, ja auch Arbeit und Rohstoffe stecken, und das wäre ja Verschwendung, und überhaupt kommt alles irgendwann wieder und außerdem werden auch die Jeans ausm Maturajahr irgendwann wieder passen und überhaupt ist so eine große Auswahl doch was Feines…. Auch wenn ich sicherlich mehr trage als die klassischen 20 Prozent des Kleiderschranks – ich glaube, dass es mir gut tun wird, weniger Fetzen zu besitzen.

Selbsterkenntnis und Fazit kommen nicht ohne ein „aber“ angerollt: ABER erst nach Ende des shoppingfreien Jahres. Ich weiß ganz genau, dass die viele Auswahl mir das Jahr sehr stark erleichtert. Aber danach, dann spielts Tacheles!

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Überwältigtes Themendurcheinander

Knapp zwanzig Stunden später und ich bin immer noch eine der Bildgeschichten auf ORF.at – es ist wirklich unglaublich, dieses Wochenende. Meine „Erwartungen“ wurden x-fach übertroffen – seit gestern haben bis genau jetzt über 7000 Leute auf meinen Blog geklickt. Vielen vielen Dank für das viele Feedback und die so motivierenden Kommentare. Es waren sehr viele neue Gedankengänge dabei, die auch mir ordentlich zu denken geben.

Viele Leser meinen, dass es gut tue, nicht mehr getragene Kleidung wegzuschmeißen. Ich fürchte, ich sehe das anders. Abgesehen von der Tatsache, dass gerade die Vielfalt meines Kleiderschrankinhaltes mir den Shoppingboykott gerade ungemein erleichtert, muss ich immer wieder daran denken, dass auch in von mir nicht getragene Kleidung Ressourcen hineingeflossen sind. Da steckt Baumwolle drin, die geerntet werden musste, und menschliche Arbeitszeit (mit hoher Wahrscheinlichkeit unter unwürdigen Bedingungen). Da widerstrebt es mir, das Zeug wegzuschmeissen (zugegeben, Herschenken ist eine Option).

Stattdessen möchte ich in diesem Jahr das Beste draus machen, viele Dinge wieder tragen, und Sachen, die gar nicht mehr gehen, umarbeiten. Und danach: Zurück zum guten Stück. Das auch länger als eine Saison „in“ ist.

Das Absurde: Seit gestern kennen viel mehr Leute den Blog, und seit gestern ist es mir wirklich absolut komplett egal, was ich anhabe und wie ich aussehe. Habe mich gestern Abend zum ersten Mal seit drei Tagen außer Haus gewagt (mein Magen erklärt mir jetzt gerade immer noch, dass er es für keine gute Idee gehalten hat) – und musste vorm Weggehen lachen: Ich wusste nicht, was ich anziehen sollte.

Morgen wäre eigentlich wieder so ein klassischer Tag für Trostshopping – nur nicht zuhause sein, wo alles an die kleine Patientenkatze erinnert. Aber: spielts nicht. Um dennoch irgendwie an das „Neu“ und „Trost“-Gefühl zu kommen, werd ich mich die Woche zum Friseur begeben – das ist sowieso mehr Zustand als Frisur auf meinem Kopf. Mal schaun, obs eine gute Ersatzdroge ist…

PS: Meine Bewunderung für die Clean-Clothes-Kampagne steigt immer weiter. Sie lassen nicht locker – bin gespannt, ob das Umdenken bei den Designern umsetzt, wie in Sachen Jeans und Sandblasting von ihnen verlangt…

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Rechnerisches

Die Lieblingsnachbarin wird mir langsam unheimlich. Nicht nur, dass sie über einen Kleiderschrank verfügt, der mich aufgrund der wenigen sich darin befindlichen Teile täglich zur Verzweiflung aufgrund der beschränkten Auswahl treiben würde, nein, sie ist diejenige, die auch noch Sachen hergibt! Nicht nur, dass sie mir kürzlich eine Strumpfhose (yess!! Eine Strumpfhose!!!) geschenkt hat – ich raunze ihr vor ein paar Tagen mein Leggingsproblem in die Ohren, was sagt sie?

Du, ich hab eine, die mir zu groß ist, kannst haben!

Abgesehen von überbordender Dankbarkeit: Wie macht die das bitte?!? Rein rechnerisch geht sich das in meinem Kopf nicht aus.

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Geschafft! …Naja fast.

Gleich mal vorausschickend: Ich erwarte mir für den Inhalt dieses Posts keine Gratulationen, nichtmal Respekt. Ich wills nur mitteilen.

Es wäre eigentlich mein Vorhaben für die letzten beiden Jännerwochen gewesen: Den Inhalt all meiner Kästen auf einen Haufen hauen, durchsortieren, inventarisieren, wieder einräumen.

Bis auf zwei Ikeasäcke und eine Kiste bin ich kürzlich fertig geworden. Dazwischen lag wochenlang ein mal größerer, mal kleinerer Berg an Kleidung (je nach Motivation) im Schlafzimmer herum. Ja, ich halte es für berichtenswert, dass ich knapp zwei Monate zur Reorganisation meines Kleiderkastens gebraucht hab. Und noch nicht ganz fertig bin.

Eine kleinere Version hier:

Mount McWäscheberg - Mittelgebirge (c) nunette colour

Mount McWäscheberg - Mittelgebirge (c) nunette colour

Ich betone: Zwischenzeitlich war der Berg auch gern mal doppelt so groß, wenn ich mal wieder tagelang alles einfach ins Eck warf. Mein Dank gilt dem halb auf diesem Bild abgebildeten Herren in Pyjamahosen, der selbst die Dinge auf seinem Schreibtisch zwar jeweils parallel zur Kante anordnet, mein Chaos jedoch tapfer ertrug.

Nun schauts so aus:

Momentaufnahme (c) nunette colour

Momentaufnahme (c) nunette colour

Das Februarprojekt (jeden Tag ein Teil weg) ist mehr als erfüllt, habe ausgemistet. Das Märzprojekt liegt erstmal auf Eis. Im April werde ich mich bei Ena an die Nähmaschine wagen. Für Mai überlege ich derzeit etwas in diese Richtung. Doch dann gehen mir langsam die Ideen aus – bitte um Inputs!

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Prokrastinierendes Nichtshoppen.

Also, nachdem ich einfach keinen Überblick über meine Kleiderberge mehr habe, hab ich beschlossen, nicht nur nichts mehr zu kaufen, sondern all meine Kleidung zu sortieren, einzeln wieder einzuräumen und vor allem in eine excelliste einzutragen. Schlicht, um von den sich sehr wahscheinlich ergebenden hohen Zahlen der einzelnen Produktgruppen (Shirts, Pullis, Jacken, Hosen, Röcke, Kleider, …) schockiert zu sein. Nur: Ich schieb diese Aufräumerei jetzt seit drei Tagen vor mir her. Ähm…

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