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Benetton, sowas von nicht up-to-date

Ach wie lieb. Benetton ist ja echt totaaaal am Puls der Zeit. Dieses Foto habe ich gestern auf der Mahü gemacht.

2015-02-11 17.23.59

Ja, GESTERN. Am 11. Februar. Aber für Benetton ist das eh gar nix. Die habens anscheinend wirklich nicht so mit der Pünktlichkeit. Aufs Einzahlen in den Entschädigungsfonds von Rana Plaza vergessens nämlich schon seit Jahren. Da macht eine so eine riesige Leuchtreklame, die bereits eineinhalb Monate zu lange hängt, echt nicht viel aus.

Hier kann man Benetton übrigens direkt auffordern, dass sie endlich zahlen. Diese Konzerne, die in Rana Plaza produzieren ließen, haben durch diese billige Produktionsweise und den teuren Verkauf der Kleidung ziemlichen Gewinn gemacht – durch ihre KundInnen. Benetton machte im Jahr 2013, also dem Jahr, als Rana Plaza einstürzte, 245 Millionen US-Dollar Gewinn. Ein Teil dieses Geldes muss jetzt aber schleunigst und dringendst jenen zugute kommen, die diese Kleidung produziert haben (und das Glück haben, noch am Leben zu sein. Bzw. sollten ihre Hinterbliebenen was kriegen).

 

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Benetton – nicht gerade Bene

Benetton war mal cool. Gut, das ist länger her. Da war ich Kind. Aber damals stand Benetton für gute Qualität (was – in meinen Augen leider – auch stimmte, ich durfte die zehn Jahre alten Pullis meiner Brüder auftragen. Heute würd ich mir alle zehn Finger nach den Baumwollpullis von damals abschlecken….verwaschen, das grüne Benettonzeichen aufgenäht, leicht aufgewetzte Bündchen, shabby chic at its best), und für coole, kontroversielle Werbungen. Doch bereits Mitte der Neunziger Jahre begann, dieser Ruf zu leiden.

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Doch jetzt, jetzt ist Benetton bei mir sowas von unten durch. Nicht nur, dass die Qualität der Produkte abgenommen hat, nein, Benetton produziert miiiiiiesest. Echt. Pfui. Sie haben in den Fabriken von Rana Plaza produziert, sie haben echt jedes Fitzel an den schmutzigen „Vorteilen“ globalisierter Produktion ausgenutzt. Dann hör ich auch noch Geschichten vom Aufkauf denkmalgeschützter Gebäude in Italien.
Und gestern bin ich durch Zufall über eine ältere Geschichte gestolpert, die in meinen Augen auch recht aussagekräftig ist: Der Streit mit den Mapuche, den Indigenen in Argentinien.

Hier mal die Kurzfassung von Wiki:

Das Unternehmen Benetton besitzt seit 1991 über 900.000 Hektar Land im südlichen Argentinien, Patagonien. Das Land, welches sich nun im Besitz des Konzerns befindet, war Eigentum der Mapuche, die von diesem Land gewaltsam vertrieben wurden. Die Ländereien waren 1896 durch den damaligen Präsidenten José Evaristo Uriburu an Privatleute verschenkt worden, ohne dass die Rechte der Mapuche berücksichtigt worden wären. Nach diversen Besitzerwechseln erstand eine zur Benetton-Group gehörende Firma die Ländereien im Jahre 1991. Die Mapuche-Indianer sehen sich als rechtmäßige Besitzer dieses Landes und liegen mit Benetton im Streit, der seit Jahren ergebnislos vor Gerichten liegt. Benetton zäunt das Land ein und versperrt den Mapuche damit den Zugang zu ihren angestammten Feldern, Weideflächen und teils auch Wohnplätzen.

Hier gehts zu ausführlicheren Versionen:

Oneworld

Ö1

Egal, wie man es dreht: Ich mag dieses „Uns gehört die Welt“-Denken einfach nicht.

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