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Hochglanz-Teilen

Ich muss gestehen, ich habe nicht gar nix geshoppt in Berlin – gut sortierten Zeitschriftenläden in Deutschland kann ich oft nur schwer widerstehen, es gibt echt einige Titel, die es nicht nach Österreich schaffen. Bei diesem Magazin bin ich mir nicht sicher, entdeckt hab ichs auf alle Fälle am Berliner Bahnhof:

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Ich finds sehr spannend, dass die „Wirtschaft des Teilens“ inzwischen Hochglanzniveau erreicht hat – es ist einfach „in“, zu teilen, zu tauschen und vor allem drüber nachzudenken, was man wirklich braucht und ob man wirklich so viel neu konsumieren muss. Insofern bin ich alles andere als eine Trendsetterin 🙂

Ich bins noch nicht ganz durch, aber mein erster Eindruck: Es hat schon sehr klar eine recht elitäre Bobo-Zielgruppe, von car2go bis airbnb und sonstigen Dingen, die man nicht tauscht oder teilt, um sich sein Leben leisten zu können. Sondern man teilt und tauscht, weil man es sich leisten KANN. Ich sehe diesen Trend nicht unbedingt nur unkritisch, denn genau dadurch besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass der Trend nur Trend bleibt und nicht Lebensstil wird.

Dennoch: Sehr schönes Magazin, voller Themen, die (mich Bobo 🙂 ) interessieren, und eine gute Idee der Burda Journalistenschule!

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Mach’s selbst!

Ich hab mal wieder ein Buch zur Rezension erhalten – und das Feine: Darin wird erklärt, wie man eine Rezension schreibt! Und nicht nur das – in dem unglaublich fein gelayouteten (Denglisch at its best) Buch von Sonja Eisman und Chris Köver wird außerdem noch beschrieben, wie man beispielsweise eine Band gründet, eine Hi-Fi Anlage richtig anschließt, richtig gärtnert, eine Onlinepetition startet und und und. Neben einigen Seiten, deren Inhalt mich marginal interessiert (und ich mich aber trotzdem über die nette Grafik freue), sind quer durch das ganze Buch immer wieder tolle Ideen drin. Ist zwar beim Verlag unter Kinderbuch abgelegt, und dabei steht „ab 14“ (bitte welche 14-Jährige stöbert freiwillig in der Kinderbuchabteilung? Nur so nebenbei…), aber auch ich mit meinen etwas über Doppel-14 fühle mich sogar schon nach einem ersten Querlesen schwerst animiert, ganz! viele! DIY! Projekte! anzugehen. Leider raubt mit mein Hauptprojekt, das ja eigentlich auch irgendwie DIY ist, grad sämtliche Zeit dafür. Aber meinen Ringelpulli krieg ich noch vor Mai fertig, das ist beschlossene Sache.

Meine persönlichen Favoriten (Klick aufs Bild – ab zur Verlagswebsite):

http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/themen/titel/machs-selbst.html

Gnihihihi!

Kann ich! Hab ich schon gemaaaahacht!

Werd ich wohl nie lernen...

Werd ich wohl nie lernen…

 

kriegt der vinylverrückte Liebste aber sowas von zum Geburtstag

kriegt der vinylverrückte Liebste aber sowas von zum Geburtstag

 

Das ist perfekt. Ich hab mir immer überlegt, wie man sowas wohl selbst macht, aber bis zum nächsten Internetzugang war der Gedanke meist wieder vergessen. Einmal drüberstolpern in dem Buch reicht, dass ich morgen Zitronen kaufen geh...

Das ist perfekt. Ich hab mir immer überlegt, wie man sowas wohl selbst macht, aber bis zum nächsten Internetzugang war der Gedanke meist wieder vergessen. Einmal drüberstolpern in dem Buch reicht, dass ich morgen Zitronen kaufen geh…

 

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Eieiei.

Blödes Wetter, blöde Zeitverschiebung, blöder Stress, blöde Schreibblockade, blödblödblöd. Sollen doch die anderen lustig und trallala Ostern feiern, ich igel mich zuhause ein und lese diesen Blog von vorne bis hinten.

Aufheiterung bringt mal wieder die Refashionista – ich liebe ihren Humor (und ihr Hundebaby).

Oh, und mein heißgeliebter Design*Sponge-Blog entdeckt das Stricken!

Apropos DIY: Das Buch klingt spannend, und vor allem sooo nett illustriert!

Und noch so ein Wiener Blog, auf dem ich heut wohl einige Lesezeit verbringen werde…

Und schwupps, ist die Laune wieder besser, bei so viel Inspiration! Und ich geh eh auch Ostern feiern, jetzt gleich. Und ich werde die Eier für meine Nichte und meinen Neffen in meiner elterlichen, ihrer großelterlichen Wohnung genau dort verstecken, wo mein Bruder mich als Kind hat suchen lassen. Auf der Pendeluhr, in der Obstschüssel, im Badezimmerschrank (ui, blöd, den gibts nicht mehr), im Abstellraum in (!) einer Klorolle, und hinterm Fernseher. Ich weiß sie noch alle, die Verstecke. Sogar IN den Kachelofen werde ich ein Ei geben. Ha!

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Anleitung zum Lesen von Nachhaltigkeitsreports

Heute ist gestern, spätabends, und ich habs bis jetzt nur geschafft, die Zusammenfassung dieser Studie zu lesen, über die der ORF gestern, also heute, berichtet hat. Aber schon diese zwei Seiten sind wirklich fabelhaft. Im Grunde liefern sie nämlich eine Anleitung, wie man die diversen Nachhaltigkeitsreports großer Unternehmen, auf die jene ja sooo stolz sind, kritisch liest (mein persönliches, nerdiges Hobby…).

Also. Die meisten großen Unternehmen orientieren ihre Berichterstattung an der GRI, der Global Reporting Initiative. Was an sich als System gedacht ist, die freiwilligen (!) Nachhaltigkeitsreports der Unternehmen transparent und international vergleichbar zu machen, ist – sorry – im Grund ein unglaublich billiges System, das Unternehmen als nachhaltig darzustellen, selbst, wenn es das nicht ist.

Weil? Die GRI gibt einen Kriterienkatalog vor, von denen man über eine gewisse Anzahl berichten muss. Das heißt, aus über 100 Kapitelüberschriften wählt man ein Drittel aus, schreibt ein bissl was drunter und schwupps, nachhaltig. Und der Überhaken: Es bleibt den Unternehmen überlassen, wie genau sie berichten wollen. Und: Welche Kriterien sie auswählen (was so ganz nebenbei dazu führt, dass selbst ein Atomkraftwerk einen Nachhaltigkeitsreport nach GRI vorweisen kann, sie gehen auf die Themen Wasser oder Life Cycle einfach gar nicht ein, müssen sie ja nicht!)

De facto heißt das: Die Unternehmen können schreiben, was sie wollen. Sie müssen nichtmal prozentuale Angaben in den Gesamtkontext stellen – wie bei H&M geschehen, sie schreiben von 15.000 Tonnen verarbeiteter Biobaumwolle, geben aber nicht an, dass das im Grunde der  Dreck unterm Fingernagel im Vergleich mit dem Gesamtbaumwollverbrauch des Unternehmens ist.

Und was diese Gschichten vpn wegen Sozialaudits bei den Lieferanten angeht, kann man den GRI komplett knicken. Ich zitiere:

Über die Ergebnisse ihrer Sozialaudits bei Lieferanten berichten die Unternehmen ebenfalls sehr unterschiedlich. Der Informationsgehalt des GRI-Indikators hängt allerdings davon ab, wie man die Aussagekraft von Audits bewertet. Der Indikator allein ist zu allgemein formuliert, als dass er wirklich eine hohe inhaltliche Aussagekraft haben kann, denn die Prüfung unter Menschenrechtsaspekten umfasst mehr als nur die Auflistung der Zahl von Audits und einiger Ergebnisse.

Also: Der GRI-Index gibt nur an, DASS ein Unternehmen sich die Bewertung antut, informiert aber eigentlich nicht. Und alle, wirklich alle orientieren sich an diesem Index.

Das, was eigentlich hergehört, ist erstens mal verpflichtendes statt freiwilliges Reporting, mit sehr klar definierten Kategorien, einer thematisch-inhaltlichen Verpflichtung (also dass das AKW über Life Cycle berichten MUSS und es für das AKW daher unmöglich wird, einen guten Nachhaltigkeitsbericht zu liefern – denn wenn Atomkraft eines nicht ist, dann nachhaltig. Wobei, genaugenommen schon. Nachhaltig strahlend…), und vor allem der Verpflichtung zur Vergleichbarkeit. Ich bin ja neugierig, ob es das noch irgendwann spielen wird. Und wie weit die Wertschöpfungskette zurückverfolgt werden muss. Weil dann würden all die großen konventionellen Textilunternehmen zwar genauso weitermachen wie bisher, aber sich wenigstens nicht grün und nachhaltig schimpfen. Das geht mir nämlich unfassbar am Arsch (tschulligung, musste sein)…

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Ausmistlaune – wegen dem Glück warats

Ich bin ein wandelndes Klischee – aber Neujahr, das hat was von Neubeginn. Bei mir ist dieser Neubeginn aus mehreren Gründen auf den 3. Jänner anstelle des 1. datiert, und pünktlich seit gestern juckts mich in den Fingern. Ich möchte meine Wohnung entrümpeln, das Badezimmer verschönern, meine Fachhochschulunterlagen schön durchsortieren (Rekord, seit Anfang Oktober Ausbildung und schon Chaos in den Papieren!), ein Stoff/Nähmaschinen/Wolle-Eck anlegen statt der Verteilung aufs gesamte Wohnzimmer, die ganzen auf die Wohnung aufgeteilten Schränke effektiver und v.a. organisierter nutzen. Und meinen Kleiderbestand mag ich noch weiter reduzieren – jetzt brauch ich ja auch bald diese psychologische Stütze von wegen „Ich hab ja eh so viel“ nicht mehr…

Zur Erinnerung: Schlampertatsch ist mein zweiter Vorname. Früher litt die Frau Mama drunter, jetzt tuts der Liebste. Schulligung.

Aber was im wahrsten Sinne des Wortes viel schwerer wiegt: Ich hab einfach viel zu viel Zeug und mag mich von einigem trennen. Bei mir gibts Kisten in der Wohnung, in die ich seit gut zwei Jahren nicht mehr reingeschaut habe – die kann ich eigentlich gleich mal in geschlossener Form weggeben. Könnte auch sein, dass ich grad von diesem Leseerlebnis massiv beeinflusst bin. Tolles Buch, mit sehr charmanten Tippfehlern drin. Und sehr richtigen, wichtigen Aussagen. Dieses Übermaß, das macht einfach nicht glücklich. Und das mit dem Glück, das ist auch eines der ganz großen Ziele 2013. 2012 hat das schon mal ganz gut funktioniert, würd ich sagen 😉

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Die rosenrothe Ulla im Kurier

Schööön, meine liebe Ulla wurde vom Kurier interviewt – Vintage wird immer moderner (hübscher Widerspruch, oder?) und Ulla macht sich in der Wiener Szene grad so richtig einen Namen. Yey! Freu mich für sie! Mir hat sie übrigens auch schon ein Interview gegeben, hier nachzulesen!

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Neues Lesematerial

Ich hab wieder zwei Leseexemplare zur Rezension bekommen – ins rechte hab ich bereits reingelesen und es fängt toll an! Ich hoff nur, ich komm auch wirklich zum Lesen, die kommenden Tage/Wochen/Monate dürften arbeitsintensiv werden, und wenn schon frei, dann wird gestrickt!

(c) nunette colour

(c) nunette colour

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Stricken macht schön

http://strickmich.frischetexte.de/stricken-macht-schon-blog/

Buchneuerscheinung, gerade entdeckt …

Weiß ich eh 😉 Nur der Liebste ist da manchmal anderer Meinung, wenn ich so im Knotzgewand am Sofa hocke, umgeben von Wolle, Nadeln, Maßband und Schere. Und außerdem ist er ganz schön arm, weil wenn jetzt freche Sprüche kommen, hab ich immer ein Gerät in der Hand, mit dem ich ihm in den Arm stechen kann…..

Auf das Buch bin ich trotzdem neugierig 🙂

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Mode ganz persönlich

Ich bin ja die klassische Web 2.0-Person. Nicht nur, dass ich täglich auf Facebook, mehrmals die Woche auf Twitter und Pinterest und auch dauernd auf verschiedensten Blogs Zeit verplempere (wenn man das verplempern nennen kann), schaue ich wirklich alles nach. Von Kinderpullovergrößen über Hotelpreise, Kochrezepte, Wetterlagen bis hin zu historischen Namen und Gegebenheiten, über die ich mich im Wiki informiere, lebe ich mit dem Internet. Sehr gern suche ich mir Strick-, Näh- und Basteltechniken.

Für letzteres habe ich jetzt jedoch ein Buch entdeckt:

Da sind verdammt viele Techniken dargestellt, mit denen man Kleidungsstücke persönlich verändern kann – also Drucken, Reißen, Bemalen, Blingbling draufnähen usw. Stilistisch ist mir letzteres echt ziemlich wurscht, aber dass sie ganz genau und anhand von Fotos zeigen, wie man sich per Photoshop Illustrationen erzeugt oder siebdruckt, das find ich schon sehr sehr cool. Nix mehr herumgooglen, sondern alle Anleitungen in einem Buch. Klingt jetzt wie eine Werbetext, ist aber wirklich so gemeint. In dieses Buch werd ich maximal ein oder zweimal im Jahr hineinschauen, aber dann wird es sich als verdammt praktisch erweisen, soviel ist sicher.

 

 

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Zeitreise?

Das allerwichtigste, das ich mir für die Feiertage wünsche, ist viel viel viel Ruhe. Erstens bin ich ausgelaugt wie ein nasses Handtuch, zweitens weiß ich, dass 2013 wahnsinnig tolle Dinge, die aber wahnsinnig arbeitsintensiv sind, auf mich warten, und drittens hab ich einen Berg an Büchern zu lesen – einige davon auch versprochen, hier am Blog zu rezensieren.

Aber jetzt zurück zu dem Buch, das ich grad lese. Bin mal wieder über eine nette Stelle gestolpert. Leicht abgeändert zitiere ich hiermit:

Während also die (einen) Fabriken auf Armenkinder und landlose Arbieter zurückgriffen, waren es in (…) „Fabriksmädchen“ aus dem ländlichen Raum – auch hier oft Kinder – und später Immigranten, die die Spindeln in Bewegung hielten. In beiden Fällen war das Wachstum der Textilindustrie abhängig von einer Vielzahl armer Menschen, die nicht viele Alternativen hatten, und in beiden Fällen war die „ideale“ Arbeitskraft robust, fügsam und beschwerte sich nicht. Arbeit in den Textilfabriken setzte weder Kreativität noch Intelligenz voraus, sondern physische Belastbarkeit und mentale Stärke im Angesicht der monotonen Plackerei.

Bangladesch in den Neunziger Jahren? Pakistan vor ein paar Monaten? Die Türkei in den Achtzigern? Falsch. Die Autorin schreibt hier über die ersten Textilfabriken in den USA Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein klarer Fall von History Repeating. Und wie wird es weitergehen?

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