Schlagwort-Archive: shoppingfrei

Point of no return

Zwischen meinem Innendrin und der Welt da draußen ist grad ganz viel Schleim – metaphorisch, aber auch wirklich buchstäblich. Zwischen Ingwertee, heißer Zitrone und der verzeifelten Suche nach der neuen Flasche Metavirulent, die ich erst vor kurzem gekauft und umgehend verschmissen hab, beginne ich schön langsam, mich wieder auf die Shoppingerlaubnis einzustellen (hab mich übrigens grad wunderbar vertippt und -erlaubnix geschrieben 🙂 ). Am Heimweg schnell noch in die Auslage von dem einen Schuhgeschäft geschaut, ob diese Strickstulpenstiefel noch da sind (ja, sind sie, und ja, ich denk mir dann auch jedesmal, dass ich ein Paar alter Stiefel einfach zopfstulpig aufmotzen könnte), und außerdem zwar nicht reingegangen, aber einen Blick reingeworfen beim Textilschweden.

Festgestellt, dass ich im vergangenen Jahr genau ein einziges Mal da drin war – um einen Biobaumwollbabybody zu kaufen – was für ein schönes Wort, BioBabyBaumwollBody… Und beim kurz einen Blick im Vorbeigehen reinwerfen wurde mir schlagartig klar, dass das, was ich gestern im Brustton der Überzeugung einer sehr netten Redakteurin ins Aufnahmegerät (eins mit Kassetten! Ich war das gesamte Interview begeistert in meine Kindheit rückversetzt…) geschwafelt hatte: Der Textilschwede, der sieht mich so bald nicht mehr von innen. Dieses sterile, diese Massenabfertigung, diese unglaublich vielen Produkte, dieses Bigger-Better-More-BlingBling, näh. Danke. Und sogar durch meinen Schnupfen durch konnte ich diese seltsame Sterilität des Ladens riechen. Diese Massenabfertigungsware ist mir wirklich unsympathisch geworden.

 

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Der Stiefelknopf

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber langsam rückt das Jahresende immer näher, und das danach stellt mich vor immer mehr Fragezeichen…. Hab heut früh mal kurz drüber nachgedacht, was nach diesem Jahr WIRKLICH so auf meiner Einkaufsliste steht. An alleroberster Stelle, hüstelhüstel, stehen Basicswennihrwisstwasichmeine. Nie wär mir früher aufgefallen, wie schnell sich diese Teile verwaschen. Sauber werden sie noch allemal, aber verwaschen bis zum gehtnichtmehr.

Dann, ebenfalls ganz oben und seit Tag  sechs meines Shoppingboykotts, als mit ein solches Paar in einem „gerne großen“ Einkaufszentrum angestarrt hatte: Boots. Eh klar. Oft genug drüber geschrieben. Stellt euch einfach einen tiefen Seufzer vor.

Mit dem Mantel von km/a wollte ich mich ja belohnen, nachdem ich tollerweise den Sockenpulli bereits zum Geburtstag bekommen habe. Derzeit ist aber die schönere Belohnung der Gedanke an das Wochenende meiner allerliebsten und co-reiseerprobten Aniger in Amsterdam, inklusive sowas von einem Besuch bei Cora Kemperman.

Ansonsten: Brauchen tu ich gar nix außer den ehschonwissen. Wollen tu ich Bootsbootsbootsbootsboots. Freuen tu ich mich auf Frau Kempermans Produkte. Und auch auf den Mantel freu ich mich. Aber das Lustige ist: Bei keinem einzigen dieser Teile zähle ich bereits ungeduldig die Tage, bis ich wieder shoppen darf. Im Gegenteil, irgendwie stressts mich fast. Wenn ich daran denke, was ich so alles auf den Listen für danach schon draufhatte – Kleider, Röcke, Schuhe, Taschen, alles mögliche. Gut, wenn man Zeit hat, sich zu überlegen, was man WIRKLICH will. Und meine unglaubliche persönliche Idiotie: Ich will trotz meiner sieben Paar Stiefel in Verwendung und noch so einigen in den Kisten WIRKLICH neue Boots. Fazit: Nach einem Jahr Abstinenz bin ich zwar gescheiter im Hirn, aber der Stiefelknopf im Kopf, der wird sich wohl mein Leben lang nicht lösen.

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Fünfhunderteinsplusminussiebenundvierzig

Ich muss zugeben – ich bin grad ein kleines bißchen stolz auf mich: Das hier ist mein 501. Beitrag auf diesem Blog, den fünfhundersten hab ich natürlich verpennt. Meinen Plan, täglich zu bloggen, habe ich also definitiv übererfüllt. Und dabei hab ich sogar noch 47 Tage bis Schluss!

Und dann gibts erstmal neue Stiefel. Ist ja echt bemerkenswert, fünfmal hatte ich ganzganzganzganz heftige Habenwollen-Anfälle, und jedes einzelne Mal waren es derbe Boots.

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Wie das Projekt mein Leben beeinflusst, Part 27

Ich habe das unglaubliche Glück, über ein Zimmer in der Wohnung ganz alleine verfügen zu dürfen, und das ist noch dazu wirklich groß. Ich sitze grad am Sofa in diesem Zimmer und habe kurz mal den Blick durch den Raum schweifen lassen. Also. Am Sofa der Laptop, auf dem ich blogge. Neben mir am Couchtisch jede Menge Näh- und Strickmagazine, außerdem ein paar Bücher, die ich hier am Blog schon rezensiert habe. Zwischen Tisch und Sofa der Kübel mit Wolle und die Stricknadeln. Schaue ich geradeaus, sehe ich das Buchregal, so ein gekasteltes vom Ikea. Ein Kastl davon ist bis oben voll mit Büchern, die zu meinem Thema passen, von Nähratgebern über andere Jahresexperimente bis hin zu Bildbänden über Ecofashion. Daneben häufen sich die drei Taschen mit Ausgemistetem, am Tisch liegt fertiges, noch nicht vernähtes Strickwerk und die Nähmaschine, dahinter steht die Lampe, die ich so heiß liebe, neben der Lampe sind die Stoffe eingeschlichtet, am Schaukelstuhl (ja, ich besitze sowas) liegen Stoffreste, und am Klavier noch drei Knäuel Zpagetti.

Letztes Jahr wären am Couchtisch Klatschmagazine gelegen, im Bücherregal Stieg Larssons und Co., am Tisch Handtaschen und Zettelstapel irgendwelchen Inhalts, am Schaukelstuhl die Katze und am Klavier jede Menge Staub….

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Lob von Expertenseite

Pfwoah, ich bin grad stolz. Nicole von der Sicherheitsnadel hat mir auf Facebook einfach nur ein Riesenkompliment ausgesprochen:

ein wahnsinn…bei fairfashion recherche stoße ich immer wieder auf dasselbe gesicht … dein experiment Ich kauf nix – ein Jahr ohne Kleiderkauf bewegt zum bewussten selbst-an-der-nase-nehmen 🙂

Mich freut das deshalb so sehr, weil die Sicherheitsnadel einfach ein megacooles Projekt ist für mich Wienerin: Ein Einkaufsguide für nachhaltiges Shoppen in Wien. Quasi „da kauf ich“ auf regional.  So fein. Bald. Baldbaldbald. Und: sehr cooles Video, toll gemacht!

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Meet Katrin!

Ich freu mich! Die ARD hat einen Beitrag über meine Shoppingstopppartnerin (fünf P!) gemacht. Und nachdem wir beide immer nur chatten, freuts mich umso mehr, sie mal zu sehen und zu hören! Gratulation zum netten Beitrag, liebe Katrin! Und Respekt, ich bin unfähig, in solchen Schuhen zu gehen…und bevor du dich jetzt aufregst: Ich finde den Screenshot sehr lieb…

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Nur die Versandkosten halten mich noch

Nein, ganz so arg ist es nicht – ich wollt nur mal wieder einen reißerischen Titel bringen…

Aber ich hab einen neuen fairtrade & organic – Webshop entdeckt. So richtig reizt mich drin nix, der Gesamtanblick ist dennoch ein hübscher und im Ausverkauf sind die Sachen sogar halbwegs leistbar. Das Einzige, was ich mir dann doch noch überleg: Wenn ich die Sachen aus den USA bestell, ist das nicht sinnlos? Auch lustig, letztes Jahr noch war ich leidenschaftliche Shopperin, von einer Woche in New York kam ich mit einer Tasche zurück, die ich kaum noch schließen konnte. Und jetzt denk ich mir: Ok, Organic und Fairtrade, aber wozu um die halbe Welt schicken?!

Dennoch, ich freu mich immer, wenn ich solche breiten Shops mit fairer Ökomode finde, deshalb enthalte ich ihn euch auch nicht vor: Indigenous. Bitteschön.

 

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Stopp mit den Entschuldigungen!

Spannend, wieviele Leute mir derzeit erzählen, was sie sich nicht tolles Neues gekauft haben, und sich direkt im Anschluss dafür entschuldigen. Die einen sagen: „Mah, sorry, ich reib dir das unter die Nase und du darfst ja nicht.“ Das find ich zwar sehr nett, ist aber egal – meistens. Weil was wär ich denn für eine Freundin, würd ich meinen FreundInnen ihre neuen Dinge nicht gönnen?

Die anderen sagen: „Tschulligung, ich weiß eeeeeeeeh, ist vom Textilschweden“ oder von einer anderen konventionell herstellenden Kette. Und entweder sie flüchten sich in Ausreden, warum das eigentlich eh nicht so schlecht ist und sie auf gaaanz andere Sachen schauen und das schon so passt, oder sie meinen mit schlechtem Gewissen, sie wüssten eh, wie es besser geht. Auch das ist wahnsinnig nett mir gegenüber, aber nicht nötig. Ich will hier ja nicht missionieren, sondern nur dokumentieren, wie sich meine Perspektiven verschieben! Sonst nix…

Also: Es liegt bei jedem und jeder selbst, ein kritischer Konsument zu werden. Vor mir, nur weil ich an Logorrhöe leiden und pemanent Bla von mir gebe, gibts nix zu beweisen.

Nur der Evelyn, der hab ich gestern angedroht, dass ich das nächste Mal ein Bühnengewand für sie nähe, bevor sie wieder Massenbestellungen bei Zalando macht 😉 Achja, Blogmissbrauch: Evelyn. Tolle Frau, Wahnsinnsstimme, und endlich mal an der Reihe, durchzubrechen. Oder wie das heißt. Wurscht. Evelyn ist toll – auch mit Zalandokleid. Überzeugt euch einfach selbst.

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Ja spinn ich denn jetzt komplett?

Gestern Abend habe ich mich so vor mich hin dösend mal wieder auf mein Amsterdam-Wochenende gefreut. Und ich muss zugeben: Waaaaahnsinn, freu ich mich aufs Shoppen. Also jetzt nicht kampfshoppen und mit fünf Sackerln ins Hotel zurück, nein. Aber diese eine Tasche bei Cora Kemperman entgegennehmen. Das wird echt ein Spitzenmoment. Oder endlich das heißersehnte Paar graue Boots finden (von dem hab ich blöderweise so exakt genaue Vorstellungen, dass ich es sowieso nicht finden werde).

Schöner Gedanke gewesen. Aber dann kam sofort die Ernüchterung. Na toll. Dann hab ich mich für ein Jahr Nichtshoppen belohnt, und dann? War irgendwie bitter, der Gedanke, dass das Jahr um ist und dann keine „Herausforderung“ mehr da ist (liebe Kritiker: Ja, auch ich werde mich wiederholt fragen: „Wos woar mei Leistung?“).

Und wenn ich mir die oberen beiden Absätze nochmal durchles, fühl ich mich oberflächlich ohne Ende. Au weia….

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Da kauf ich!

Auf Hinweis einer Leserin hab ich mich gestern Abend – während ich einen unglaublich blöden Film ansah, meine Kreuzschmerzen auskurierte, mich erfolglos ums Wäscheaufhängen drückte, den zweiten bereits fertiggestrickten Pulli weiterhin nicht zusammennähte – hingesetzt und eine kleine Liste der Shops zusammengesammelt, in denen man entwederundoder ökologisch korrekt sozial fair hergestellte Mode bekommt.

Die Liste ist alles andere als vollständig, sondern das, was mir innerhalb einer halben Stunde eingefallen ist – also noch nicht viel. Sie wird aber laufend erweitert, versprochen. Also, nach „Ein Jahr lang nix kaufen“ und „Ich kauf euch das nicht ab“ gibt es jetzt zwecks vollständiger Verwirrung im obenstehenden Menü auch noch den Punkt „Da kauf ich„.

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