Archiv für den Monat Mai 2012

The day after tomorrow

Die liebe Katrin, quasi meine deutsche Partnerin im Geiste, rief gestern dazu auf, dass man aus Solidarität ein persönliches No-Go-Teil anziehen sollte. Nachdem für mich gestern beruflich ein sehr wichtiger Tag war (ich musste eine Pressekonferenz mit einem Minister als Gast moderieren, den ich normalerweise ebenfalls beruflich quasi permanent öffentlich kritisiere, und einen Weg finden, wie ich die Konferenz am Vormittag und das Festival am Nachmittag outfitmäßig kombiniere), konnte ich diesem Aufruf leider nicht so ganz folgen. Aber um dennoch ein bißchen Engagement zu zeigen, zog ich zumindest Teile an, die ich selten bis nie trug. Schlauerweise gibt es kein Foto, darum die Beschreibung von unten bis oben: Rote Rauhlederstiefel, schwarze Leggings, ein bisher genau einmal getragenes Kleid (und ein klassischer „schnell noch ohne Anprobieren mitnehmen, weil runtergesetzt auf 10 Euro“) – kurz, in der Taille gerafft, und assymetrisch – ein Arm plus Schulter ganz frei, einer langärmelig), drüber ein grüner Blazer, unter den ich vor fünf Jahren noch einen dicken Winterpulli brachte, was heute illusorisch ist.

Und zu meiner eigenen Überraschung: Ich fühlte mich wirklich wohl in dem Gewand! Der Blazer verschwand nach der Konferenz gleich mal, und fürs Festival fühlte ich mich gerüstet.

Und weil es die ZiB24 und keine der früheren Ausgaben war, und weil es um ein Festival ging, ließ ich den Blazer auch beim Interview weg. Ist zwar mutig, ist aber  auch Festival! Was wird sich die Oma noch aufregen, wenn sie das sieht 🙂

Und wer heute noch nichts vor hat: Ab mit euch aufs TOMORROW-Festival! Die Location ist wirklich schräg, so direkt neben dem Atomkraftwerk die Mainstage….Für mich ist heute allerdings the day after tomorrow, heute abend muss einfach Song Contest mit Stermann und Grissemann geschaut werden! Im bequemsten, gemütlichsten No-Go-Gewand überhaupt, weil zuhause vorm Fernseher 🙂

 

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Pflichttermin

Von 28.-30. September 2012 bin ich bereits voll verplant. In Linz. Ich freufreufreu mich schon extrem darauf, viele neue Anbieter fairer Bio-Mode kennenlernen zu dürfen. Natürlich wirds megabitter, dass ich dann noch nicht shoppen darf – aber die Vorfreude überwiegt. Habe es vor kurzem schon mal angekündigt, und auch jetzt wird sehr wahrscheinlich nicht das letzte Mal sein. Ich bin einfach begeistert, dass es so etwas in Österreich gibt – und dass man dafür nicht nach Berlin oder London muss. Bleibt statt Zug- oder Flugticket mehr Geld fürs Shoppen. THEORETISCH NATÜRLICH! 🙂

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Eine von den Guten …

Schon ein paarmal angesprochen: Die Teile von Anita Steinwidder sind einfach nur super, so rein optisch. Und auch sonst. Warum, wurde Ende März in der Presse ganz wunderbar beschrieben. Mehr gibts dazu nicht zu sagen. Ins Glanz und Gloria trau ich mich definitiv nicht rein, solange ich nicht shoppen darf. Blöd, das eine meiner allerliebsten Exkolleginnen gleich nebenan wohnt…. machts gefährlich.

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Verführung in der Inbox

Ich habe seit Jahren eine Emailadresse, unter der ich meine ganzen Online-Bestellungen tätige. Und die ich angebe bei Newsletteranmeldungen und sonstigem. Ich schau inzwischen nur noch selten auf die Adresse, und wenn, dann verschaff ich mir kurz einen Überblick, klicke aber bei weitem nicht in alle Mails rein.

Gestern hab ich mir mal einen Überblick verschafft, was ich da alles reinkriege – und war schockiert. Da sind beinahe tägliche Newsletter von

  • Zalando (weil ich mir genau einmal ein paar Stiefel bestellt habe, jetzt erinnern sie mich täglich dran)
  • Zalando Lounge
  • Dawanda
  • Daily Deal (weil ich mir über die mal ein tolles Essen im Dellago verschafft hab)
  • Brands4Friends (aufgrund der Begeisterung einer lieben Freundin, nie was bestellt)
  • Fab (Hinweis einer anderen Freundin und gaaaanz gefährlich, darf ich derzeit nicht anschauen)
  • Amazon (gut. die dürfen. die finanzier ich auch ganz brav…)
  • QypeDeals (ich hab keinen blassen Schimmer, wieso ich das krieg, werd mich auch wohl mal angemeldet haben)
  • La Redoute
  • und noch einige mehr, in denen es nicht um Mode geht…

Wahnsinn, was da schon allein an Traffic entsteht! Vier Tage nicht Nachschauen macht gleich mal 100 neue Mails. Dafür, dass ich mich grad nicht verführen lassen sollte.

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Ichkaufnix bei den ERDgesprächen – also fast

Das Sustainable Europe Research Institute (SERI) hat mich eingeladen, an einem Side-Event zu den bald stattfindenden ERDgesprächen teilzunehmen. Gemeinsam werden wir durch Wien spazieren und inspirierende Orte besuchen. Ich bin eine von denen, die dabei von ihrem Projekt erzählen darf – freue mich bereits sehr darauf!

Es soll diskutiert werden, was das „gute Leben“ für uns persönlich bedeutet. Gute Frage – viele Antworten. Der Spaziergang wird sehr gemütlich im 8. Bezirk stattfinden und etwa 2 ½ Stunden dauern; danach gibt es die Möglichkeit, eine kurze Pause zu machen und dann zum ERDgespräche Kinoabend im Votivkino („The Island President“) zu gehen.

Eckdaten:

Datum: Mittwoch, 30. Mai (bei jedem Wetter)

Treffpunkt: 16 Uhr, Hamerlingpark im Salettl, 1080 Wien

Ende: ca. 18:30

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Rückschlag

Muss noch schnell eine Anekdote aus Berlin loswerden. Bei uns in der Straße gab es ein total nettes T-Shirt-Geschäft, alles Bio und Fairtrade. Und mit der nettesten Auslage überhaupt:

(c) nunette colour

(c) nunette colour

In der schönen Auslage weiter unten lag dann auch noch eine Geldbörse. Die exakt aussah wie meine von der niederländischen Firma Sticks and Stones, die wunderschöne Sachen haben, aber meinen Informationen zufolge nix mit Bio und Fairtrade am Hut haben. Ich kann mich auch irren, bin mir aber recht sicher, dass sie schon extra drauf hinweisen würden.

Was hab ich mich gefreut! Diese Geldbörse in der Auslage war der exakte Beweis, dass es einfach nullkommagarnix an Unterschied zwischen Bio- und Nichtbio-Produkten gibt. Diese Geldbörse widerlegte einfach jeden „Jute-statt-Plastik-Optik“-Vorwurf, der so gern an Bioprodukte gerichtet wird.

Ich schlaues Kind fotografierte zwar den oberen Teil der Auslage, aber nicht die Börse. Und merkte mir den Markennamen nicht. Doch der Laden war schnell recherchiert und angeschrieben. Die Antwort war etwas ernüchternd: „Ich muß dich enttäuschen. Es ist nicht alles 100 % Fair Trade.“

Mööööp. Meine schöne Anti-Jute-statt-Plastik-Story im Eimer…..

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Ich. Selbstgemacht!

Kennt ihr diese Szene aus „Cast Away“, wo Tom Hanks es zum ersten Mal schafft, Feuer zu machen? Wie er sich dann ungläubig freut? Hier nochmal zum Ansehen. Ja, so in etwa hab ich mich heute gefühlt. „I have made a skirt!!“

Langsam bekomme ich das Gefühl, dass mein Shoppingboykott gar keine so argen Auswirkungen hat auf meinen Kleiderschrank. Letztens erst ein paar neue Teile ertauscht, hab ich heute das erste Kleidungsstück meines Lebens genäht. Der Stoff war einerseits geschenkt, andererseits günstig vom Müller (jaaa, ich weeeeiß…). Andererseits war der Kurs selbst doppelt so teuer wie ein durchschnittlicher Rock vom Textilschweden. Macht aber nix, ich wollte ja was lernen. Und ich habe gelernt: Selbst zuhause nachmachen ist nicht. Nicht ohne Overlock-Maschine, und wenn ich nichtmal bereit bin, 50 Euro für ein Bügeleisen zu brennen, dann ist eine solche Maschine komplett jenseitig teuer. Danke also an Leo und den Stoffsalon!

Aber bitteschön, Fotos möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Schulligung wegen der schlechten Qualität, es war spät, ich war dann schon recht müd und dann zuhause definitiv zu faul und ungeduldig, mich da mit der Kamera vom Holden zu spielen. Mein Handy muss es auch tun:

Materialauswahl (c) nunette colour

Materialauswahl (c) nunette colour

Zuschneiden (c) nunette colour

Zuschneiden (c) nunette colour

tadaaaa (c) nunette colour

tadaaaa (c) nunette colour

Der Kurs hatte noch dazu einen sehr netten Zusatzeffekt: Es gab vier Teilnehmerinnen. Und eine davon war meine ehemalige Mitbewohnerin, mit der ich fast sechs Jahre lang Wohnung (und Kleiderschrank) teilte. Und mit der es einige legendäre WG-Festl gab. War schön, sie wiederzusehen!

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Nähkurs, die zweite

In einer Stunde gehts los Richtung Nähkurs, die zweite. Diesmal steht wirklich ein Kleidungsstück am Programm – ein Rock. Bin mir nur noch nicht sicher, aus welchem Stoff ich ihn nähen werde. Zur Auswahl: Rotweiß-gestreift mit dunkelblau, oder beige getupft mit weißnichtwas, muss ich noch besorgen. Man darf gespannt sein. Ich bins auch. Hab nämlich in der Zwischenzeit nur freestyle genäht und immer noch kein Bügeleisen… irgendwie hab ich sogar ein schlechtes Gewissen, wie damals beim Klavierunterricht, als ich zwischen den einzelnen Stunden so gut wie null übte… Und Severin lass ich wohl auch zuhause. Sonst kriegt der noch Komplexe, wenn an seinen Formen herumkritisiert wird…

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Loch oder Obatzt?

Jetzt bin ich seit 128 Tagen auf Shoppingboykott – und langsam gehen mir die ersten Sachen kaputt. Besonders die vielen Teile vom Textilschweden aus Baumwollstretch haben eine Eigenheit: Ein bissl öfter waschen, und schon sind kleine Löcher drin. Früher hab ich nie wirklich drüber nachgedacht, sondern mich nur kurz geärgert und dann ab ins Geschäft, nachkaufen. Letzte Woche bin ich dagesessen und hab erstmal ein Shirt und zwei Leggings geflickt.

Beim Guten Stoff bin ich auf eine weitere, witzige Möglichkeit gestoßen, mit diesen Löchern umzugehen: „Loch oder Obatzt?“ nennt sich deren Idee (genaugenommen: „Oh wie peinlich, ein Loch / Oh, ich hab mich angepatzt“) – einfach Applikationen aufbügeln:

 

Auch in den Versionen “Obatzt”, “Fleck” und “dreckig” erhältich! (Klick aufs Bild = Ab zur Website!)

Auch in den Versionen “Obatzt”, “Fleck” und “dreckig” erhältich! (Klick aufs Bild = Ab zur Website!)

Christian, bester Ex-Zivi aller Zeiten bei uns im Büro, hat das übrigens mal mit Permanent Marker nachgemacht. Mit dem Ergebnis, dass seine Mutter ihm das Loch dann zunähte. Naja, er hat ja auch recht deutlich drauf hingewiesen!

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Lila Schikane des Schicksals

Um ans Raunzen aufgrund von Verführungen von gestern gleich anzuschließen: Warum muss die österreichische Designerin Lila unbedingt ihr neues Geschäft entlang meines morgendlichen Wegs ins Büro eröffnen?

Lila Kirchengasse (c) nunette colour

Lila Kirchengasse (c) nunette colour

Ich habe NIE gesagt, dass das Jahr für mich leicht wird. Ich halte mich auch wirklich tapfer. Seit mehr als 120 Tagen keine neugekaufte Kleidung, und vor allem: keine neuen Stiefel. Aber himmelnochmal, muss mir das Schicksal echt solche Schikanen in den Weg bauen?

Zur Erklärung: Lila macht unglaublich tolle Röcke – einer davon ist sicherlich eines der persönlichen Highlights meines Kleiderschranks:

Der Rock am Theaterklo in Steyr (c) nunette colour

Der Rock am Theaterklo in Steyr (c) nunette colour

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