„Mode-Erfahrungen abonnieren“

Ich war gestern insgesamt über drei Stunden mit dem Zug unterwegs – wie gestern schon beschrieben, vorher kurz Zeit am Westbahnhof. Und wie immer, wie das Amen im Gebet, und wenn ich drei Bücher eingesteckt hab, eine Zeitschrift muss sein. Ich brauch das Blättern, das Schauen, die kurzen Geschichten.

So auch diesmal. Und in einer Zeitschrift mit einem weiblichen Vornamen (soviele gibt es da inzwischen gar nicht mehr, habe ich festgestellt) ein Interview mit Michael Schragger gelesen. Dieser Herr Schragger ist seines Zeichens „Experte für Nachhaltigkeit und Gründer der Sustainable Fashion Academy. Der Amerikaner lebt in Stockholm und berät Mode-Unternehmen in ganz Skandinavien, darunter H&M, Fjällräven und Filippa K.“

Und der Mann sagt spannende Sachen. Beispielsweise, dass einem, wenn man neue Kleidung haben will, in der man sich attraktiv fühlen will, es plötzlich völlig wurscht ist, ob diese Kleidung aus Bio-Baumwolle ist oder nicht (was halt leider leider die diversen Studien, wonach nachhaltige Mode auf dem Vormarsch ist, bissl weniger glaubhaft macht. Nachhaltige Mode ist schon auf dem Vormarsch, aber ich sehe grad, dass das leider in dem erwünschten Tempo nicht ganz so leicht geht, wie man glauben könnte, wenn man sich auch nur ein bissl mit der Thematik beschäftigt…). Und er sagt, dass es einem immer noch schwer gemacht wird, in den meisten Shops ökologisch zu handeln.

Ganz grundsätzlich klingt der Mann sehr sympathisch. Auch, was er über die Veränderung des Konsums in Zukunft sagt – wir werdens uns nämlich nicht mehr leisten können. Und weniger shoppen.

Und jetzt kommts, der Herr Schragger liefert eine Idee, von der ich einerseits restlos begeistert bin, andererseits ….. grausts mir ein bissl. Er schlägt vor, „Mode-Erfahrungen zu abonnieren“.

Seine wörtliche Antwort:

„In Schweden gibt es sehr spannende Modelle. Sie bezahlen eine monatliche Gebühr an eine Mode-Bibliothek und haben Anspruch auf eine bestimmte Menge Kleidungsstücke, die Sie später wieder zurückgeben. Die Teile werden gereinigt, wenn nötig repariert und dann an die Nächste ausgeliehen.“

Ok, es müsste mir nicht grausen, aber der Gedanke von neuer Kleidung ist so tief in mir drin, dass ich echt so ein bissl meine Probleme mit der Idee habe. Leider. Aber so rein grundsätzlich super. In Wien hab ich davon mal mit Handtaschen gehört. Also so ein Freitagtaschen-Abo, das würd ich schon nehmen 🙂

 

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14 Gedanken zu „„Mode-Erfahrungen abonnieren“

  1. in wien gab es im winter den „top-swap“ – ein kleidertausch-event mit kleiner spende für den guten zweck und tonnen (!) von 2nd hand zeug (shirts, hosen, taschen, schuhe). die grundidee war lieblingsstücke mitbringen und neue lieblingsstücke finden, die meisten habens leider (klarerweise) zum ausmisten des eigenen schranks genutzt; trotzdem waren viele hübsche sachen dabei. das zeug das man mitgebracht hat wurde gewogen, gleichviel neue/alte Sachen durfte man wieder mitnehmen. nach 2x waschen zuhause hat mir auch nicht mehr gegraust und hab zwei neuwertige röcke und einen poullover komplett ohne trage-spuren mitgenommen. (http://www.topswap.at/)

    • nunette sagt:

      Tauschparty habe ich gemeinsam mit GLOBAL 2000 auch schon veranstaltet, ging nach Stückzahlen, war höchst erfolgreich. Allerdings schlägt dieser Herr ja eine Art Mode-Abo vor, das ist dann wieder ein anderes, nicht unspannendes Konzept, finde ich…

  2. Mukolama sagt:

    Die Idee mit dem Mode-Erfahrungs-Abo find ich klasse. Also für mich wäre das definitiv was, denn ich hab manchmal so ’ne Phase, wo ich mir z.B. denke „Ma ich brauch jetzt unbedingt sofort und auf der Stelle eine grüne Hose“. Dann such ich ewig nach der grünen Hose und wenn ich sie zufälligerweise gefunden habe, trag ich sie einmal (oder eine Woche lang), um mein Grüne-Hosen-Trag-Verlangen zu befriedigen und that’s it. Da wär doch viel cooler, sich die Hose ausleihen zu können und dann wieder zurückzugeben, wenn man genug davon hat. Dann kann sich der nächste an der Hose erfreuen.
    So eine „Mode-Bibliothek“ würde einem auch viel mehr Möglichkeiten bieten, sich mal auszuprobieren. Die 5 Minuten in der Umkleidekabine, die entscheiden, ob man etwas kauft oder nicht sagen einem ja idR noch lange nicht, ob das Teil auch wirklich zu einem passt, ob es alltagstauglich ist und ob man sich darin überhaupt wohl fühlt. Mit der Mode-Bibliothek hat man die Möglichkeit, alles auszuprobieren – auch verschiedene Stilrichtungen, wenn man das denn will. Man hätte zahlreiche Möglichkeiten, das Bedürfnis nach Abwechslung zu befriedigen und das alles, ohne sinnlos Geld für Teile rauszuschmeißen, die man dann möglicherweise nur 1-2mal im Jahr trägt.
    Ich glaube, das Konzept hätte Erfolg.

  3. Super Idee!!! Ich wär sofort dabei bei sowas! In Deutschland gibt’s das mit Spielzeug, aber es ist relativ teuer. Aber natürlich auch total sinnvoll.

  4. […] Oder wir hoffen, dass DIESE tolle Idee nach Deutschland kommt: Nunu hat in einer Zeitschrift (deren Namen sie leider nicht […]

  5. würde ich nicht machen, da ich persönlich Klamotten von Blutsgeschwister liebe, und ich nicht wollen würde, dass meine Lieblinge jemand anders trägt und andere, neue Sachen lege ich mir eh seit 2 Jahren nicht mehr zu!!
    PS: Wenn ihr diese Idee in Deutschland wollt, setzt es um, und wartet nicht, bis es wer anderes tut!!

  6. M_S sagt:

    so etwas gab es bereits in den 20er jahren (wirtschaftskrise!). man konnte sich in einem kaufhaus kleidung gegen gebühr leihen und nach einer woche zurückgeben oder gegen ein anderes modell umtauschen (natürlich gegen eine neue wochengebühr).
    wohlgemerkt, damals hatte die durchschnittliche berufstätige junge frau höchstens 10 kleider im schrank …

  7. nukimama sagt:

    Ich finde die Idee auch super, vielleicht wengier für Alltags-Basics, aber vor allem für „Anlassbekleidung“ wie Ballkleider, Businessmode (gibt ja sicher Leute, die den schwarzen Hosenanzug nur 2-3 mal im Jahr brauchen), das eine oder andere Designerteil, vielleicht auch Trachten 🙂 (wenn man als Tachtenmuffel zu einem rein trachtigen Ereignis geladen ist), Sportbekleidung (zB Schianzug, bei Schi und Schuhen macht man das ja schon), Reisegepäck, ….

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