Kleidung aus Drogen?

Ich bin ja erst am Anfang vom Schwarzbuch Baumwolle. Und bereits auf den ersten Seiten hab ich mich schon wieder blöd geärgert. Hanf war früher als Stofffaser weit verbreitet, die Baumwolle gibts erst seit bissl über 200 Jahren in Europa und den USA. Und kurz, nachdem die Baumwolle als Stofffaser sich durchsetzte, wurden nicht nur die Baumwollbauern in den USA subventioniert, dass es ärger nimmer ginge, nein: Hanfanbau wurde verboten. Wie sie das durchbekamen? In dem sie Hysterie produzierten in Sachen Drogenpolitik. Dabei gibt es erstens sehr sehr sehr sehr viele THC-arme Sorten, deren THC-Gehalt nichtmal für den Rausch eines Marienkäfers reicht.

Aber was mich aus Umweltsicht am meisten ärgert: Hanf braucht in Anbau weder Unkrautbekämpfung noch Pflanzenschutz, wächst schnell wie ein Einser. Außerdem lockern die langen Wurzeln die Böden auf, in Sachen Fruchtfolge ist Hanf auch recht easy und kann mit vielen anderen Anbaupflanzen kombiniert werden. Aber nein, grad in den USA saßen ein paar Leute, die sich mit Baumwolle dumm und dämlich verdienten, am richtigen Hebel, um das beste Konkurrenzprodukt einfach auszuschalten und sich somit noch dümmer und noch dämlicher zu verdienen. In Europa ist der Anbau inzwischen fast überall wieder erlaubt, in den USA immer noch verboten.

In den Jahrzehnten der Anbaupause ging natürlich viel an Wissen über die Pflanze verloren. Langsam, aber sicher erlebt Hanf eine Renaissance. Wenn sie jetzt noch aufhören würden, sich selbst ins Drogen-Assoziations-Eck zu stellen (oder sorry, wer denkt bei diesem Logo nicht ans Kiffen?), könnte das ja richtig was werden als Alternative nächstes Jahr. Das Lookbook von der oben verlinkten Firma find ich schon mal recht hübsch, was Basics angeht….

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2 Gedanken zu „Kleidung aus Drogen?

  1. M_S sagt:

    man muss dazu aber sagen, dass hanffasern andere eigenschaften haben als baumwolle (ähnelt denen von leinen) und bw vielseitiger verwendbar und feiner zu verspinnen ist. ersetzen können leinen und hanf die bw sicher nicht.
    aber gerade im bereich freizeitkleidung (t-shirts etc.) kann man damit viel machen.

  2. Janine sagt:

    Ich habe mir ein T-Shirt und Hosen aus Hanf gekauft. Mag sein, daß ich einfach an Baumwolle gewöhnt bin, aber ich fand sie weder richtig bequem noch besonders schön, auf jeden Fall nicht genug, daß ich wieder so viel Geld ausgeben muss. Ich bin natürlich dafür, daß es weiter Klamotten aus Hanf produziert werden, denke ich aber auch nicht, daß es eine richtige Ersetzung für Baumwolle wird.
    Die Firmen, die solche Kleidung verkaufen, sollten auf jeden Fall auf die Assoziation mit Kiffen (Hanfblatt Logos, vor allem) verzichten, das lehnt einfach ein großes Teil der Reflektanten ab, sowohl als falsche Werbung zu machen.

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