Konventionelle Konsequenz 2013?

Habe gestern mal wieder über meine eigene Konsequenz nachgedacht – also meine eigene nur in sehr geringen Maßen vorhandene Konsequenz. Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich dieses Jahr durchhalte. Wahrscheinlich ist die Angst, mich zu blaimeren, größer als die Verführung in den Auslagen. Die WearFair war wirklich die Hölle für mich, lauter tolle ökofaire Mode, und ich durfte nicht. Schrecklich.

Gestern bin ich gedanklich bei der Konsequenz 2013 gelandet. Und habe mir ehrlich eingestehen müssen: NUR noch bio und fairtrade, das werd ich wahrscheinlich nicht hinkriegen. Natürlich weiß ich, dass die großen Ketten für mich passè sind, aber was ist, wenn mir wieder ein Desigual-Teil gefällt, oder Schuhe einer bestimmten Marke, die ganz bestimmt nicht ökofair ist? Im Talk bei Stöckl hab ichs ja schon mal angesprochen: Wir sind so vielen Verführungen ausgesetzt, und das Wort „Verzicht“ ist so unglaublich negativ behaftet, dass es wirklich schwierig ist, immer „das Richtige“ zu tun. Und ich nehme mich da nicht aus. Das wird schwierig, wenn ich wieder einkaufen „darf“.

Aber nachdem dieses Eingeständnis mein eigenes schlechtes Gewissen anfeuert (ich will ja wirklich auf öko und fair schauen!), suche ich grad nach Auswegen, wie ich zwar hin und wieder „konventionellen Schwächeanfällen“ nachgeben kann, aber trotzdem meine teilweise neuentdeckten Werte nicht aufgeben muss.

Und – correct me if I am wrong – ich glaub, ich habe einen Lösungsansatz gefunden – der mich einiges an Portogebühren kosten wird: Der Kleiderkreisel. Schon vor längerer Zeit immer wieder drauf hingewiesen worden, habe ich mich gestern vormittag dort mal umgeschaut. Es war herrlich: Kleider, Schuhe, Second Hand, guter Zustand, günstig! Quasi eine Tauschparty mit Geldeinsatz. Manche bieten überhaupt gleich einen Tausch an.

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Ich bin begeistert. Second Hand auf einem verdammt hohen Level. Und weniger schlechtes Gewissen als beim Neukauf. Der einen Müll, der anderen Schatz.

Liebe Lady Grey, die hier ziehen mich schon magisch an, wahrscheinlich aus Nostalgie, weil du sie in unserer gemeinsamen Arbeitszeit immer an hattest … scheinen für die betreffende Dame ein ziemlicher Fehlkauf gewesen zu sein. Klassischer Fall: Würd ich shoppen dürfen – wären die jetzt gekauft. 🙂

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Ach ja, aber nur so nebenbei fürs Protokoll: Ja, ich werde 2013 sehr sehr stark auf ökofaire Produktion schauen. Der Kleiderkreisel soll keine Ausrede sein, in alte Muster hineinzufallen. Cool find ich ihn halt trotzdem.

Getaggt mit , ,

10 Gedanken zu „Konventionelle Konsequenz 2013?

  1. Annemarie sagt:

    Ich weiß schon, man kann nicht immer „das Richtige“ machen, aber man kann sich bemühen, so wenig wie möglich falsch zu machen! Und das machst du ja ! Im Übrigen muss ich dir gratulieren, denn du hast mich aufgrund deiner mittlerweilen beachtlichen TV-Präsenz 😉 dazu motiviert ebenfalls ein Jahr shoppingfrei zu machen. Ich habe zwar erst ein Zehntel dieser Zeit geschafft, wobei es mir einfacher fällt als angenommen – aber wahrscheinlich ist das auch noch viel zu früh, schon ein diesbezügliches Statement abzugeben. Und so wie mich, hast du wahrscheinlich noch -zig Andere inspiriert, ihr Einkaufsverhalten zu überdenken. Also, einem konventionellen Schwächeanfall beim Kleiderkreisel steht meiner Meinung nach gar nix im Weg.

  2. Du hast völlig recht. Die wirklich spannende Zeit beginnt NACH der Shoppingdiät. Das ist mir nach vor kurzem auch klargeworden. Bei der Shoppingdiät ist die Regel ganz einfach: einfach nichts kaufen. Da ist nur ein bisschen Selbstdisziplin gefragt.
    Für die Zeit danach fehlt mir momentan auch noch der Masterplan.

    Aber was mich jetzt wirklich mal brennend interessieren würde, ist ein Foto von Lady Grey. Du hast mich schon mit Deinem ersten Post wahnsinnig neugierig gemacht. Und jetzt schon wieder 😉

    • nunette sagt:

      Hihi, da muss ich sie erst fragen, welches denn authorisiert sei und ob ichs veröffentlichen darf…. sie ist glaub ich nicht so gern im Bild. Was ich nicht versteh, tolle Frau, die sie ist!

  3. Veilchen sagt:

    Neulich war ich mit meiner Tochter in so einem desigual-Laden.Da muss ich auch als
    „Ökotussi“ sagen,klasse Teile.Sie hat die Auflage bekommen,keinen dünnen Stoff und auch
    nächstes Jahr tragen.Die Preise sprengen gewaltig unser Budget.
    Ich habe letztes Jahr festgestellt,dass ich zu viele(auch Öko-Teile)Klamotten im Schrank hatte.
    Durch Kritik von Kolleginnen und das Buch „Kleiderdiät“ habe ich meinen Kleiderstil nochmals
    geändert,indem ich mich fotografieren ließ.So habe ich festgestellt,dass ein Teil unpassend
    bis daneben aussah.
    Also konzentriere ich mich auf bestimmte Längen,Farben,Ausschnitte usw.
    Ich habe möglichst ökologische aber auch konventionelle Kleidung.Wichtig ist,dass frau sie
    gerne trägt und auch länger als eine Saison.
    Siehe auch bei dem Blog „Biotiful“ (auch Verkauf) von einer Französin,die schreibt,dass sie
    einige Kleidungststücke schon Jahrelang hat und immer noch trägt.
    Liebe Grüße

    • nunette sagt:

      hallo! danke für den hinweis auf den blog, werd ich mir heut noch anschauen! aber nur so ein kleiner „gegen“hinweis: ich habe den verdacht, dass desigual zu den ganz üblen gehört….die haben nichtmal einen nachhaltigkeitsbericht auf der homepage. normalerweise haben große unternehmen sowas immer ganz weit vorn im sichtbaren bereich, wenn sie es überhaupt haben. aber andererseits geb ich auch zu: ich mag den stil von desigual auch sehr gerne. mein letztes gekauftes stück vor dem jahr war ein mantel von denen…

  4. Veilchen sagt:

    Ich habe auch mal auf die homepage von desiguel geschaut und nur gefunden,dass ein
    Schweizer die Firma in Spanien gegründet hat.
    Das die Großen einen Nachhaltigskeitbericht haben,wußte ich auch noch nicht.
    Allerdings habe ich im Geschäft noch auf’s Etikett geguckt-Herstellung in China.Auf meine
    Nachfrage wie die Sachen hergestellt werden,konnten mir die Verkäuferinnen nichts dazu
    sagen,außer das es kein fairtrade ist.Die Geschäftführerin war gestresst und wohl auch
    überfordert und meinte,dass wären Naturfarben.
    Einer Verkäuferin habe ich noch versucht,zu erklären,worum mir es ging.Aber sie haben keine Ahnung von den Problemen der Textilherstellung.
    Viele teure Sachen werden auch in Asien hergestellt.Und ich weiß nicht,zu welchen Bedingungen.
    Meiner Tochter war das ganze peinlich.Wir haben die Sachen gekauft,weil wir nichts anderes
    gefunden haben und meine Tochter nicht gerne shoppen geht.

  5. […] Ideen, die sich immer wieder ändern – derzeit sind der Mantel von km/a, diese Stiefel vom Kleiderkreisel und natürlich das Wochenende in Amsterdam samt einem ausführlichen Besuch bei Cora Kemperman hoch […]

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