KiK, einfach nur KiK

Ich häng immer noch komplett in den Seilen, zwischen meinem Hirn und der Außenwelt ist eine Wand an Schleim. Und so spannend es ist, den Wahnsinnigen in Schladming sechs Stunden beim Rennenverschieben zuzuschauen, irgendwann wird auch das fad (den grauslichen Sturz von Vonn hab ich verschlafen, aber zum Glück wurde er danach bis spät in die Nacht in jeder einzelnen Nachrichtensendung mehrfach und aus allen Perspektiven gezeigt. Danke auch.).

Über die neuigkeitentechnisch so verlässliche Nicole über die neue KiK-Story gestolpert. Und daran gedacht, dass ich doch schon länger, seit dem letzten Fabriksbrand, eine eigene Story über KiK schreiben wollte.

KiK ist scheiße, kein Thema. Und verkauft billigen Scheiß. KiK ist auch in Deutschland und Österreich selbst ein mieser Arbeitgeber (gewesen?) – kann mich da an Diskussionen von Mitarbeiterüberprüfung und keine Gewerkschaft und so erinnern.

Nur mit einer Sache tu ich mir schwer: Dass so exklusiv KiK angeschossen wird. Gut, die werden ihren schlechten Ruf nicht irgendwoher haben. Das Billigimage, mit dem sie arbeiten, ist angreifbarer als beispielsweise das vom Textilschweden, der proaktiv einen auf nachhaltig macht (und dabei so manche Aktion liefert, die in meinen Augen wirklich nichts, aber auch gar nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat, sondern mal wieder nur der Gewinnmaximierung dient). Ich kenne genügend Leute, die mit einem Textilschwedensackerl in der Hand meinen, sie würden niiiiiemals und nie und nimmer zu KiK gehen – was ja nichtmal ein schwerer Verzicht ist, die Optik der beiden Anbieter ist verschieden, und die Zielgruppe des Textilschweden ist einfach die „coolere“.

Aber das böse „die produzieren in Bangladesch, in ihren Fabriken brennts“-Image, das klebt so richtig nachhaltig nur an KiK. Und ich denk mir dann jedesmal: Haaaaalllooo, die Näherinnen dort nähen – diversen Reportagen und Berichten zufolge – mal das eine, mal das andere. Vormittags KiK, nachmittags Textilschwede, irgendwann dazwischen schnell mal für den anderen (Deutschen) mit zwei Buchstaben. Da herrscht kein Unterschied, nur bessere Unternehmenskommunikation. Und NIE vergessen werde ich die Aussage von Ulla, die meinte, einer alleinerziehenden Supermarktregalschlichterin, die aufgrund galoppierender Inflation sowieso nur noch mit Strohalm über Wasser halten kann, wird sie niemals vorwerfen, dass sie das Kindergwand beim KiK kauft. Ich muss ihr da wirklich recht geben! Es zeigt sich wieder: Ja, die ganze Diskussion um ökofaire Kleidung ist eine Luxusdiskussion, in einer kleinen Sparte zuhause. Aber da landen wir jetzt wieder bei der Qualität – Kleidung von KiK kann man nicht weitergeben, die ist nach einem Kind kaputt.

Ich will KiK wirklich nicht in Schutz nehmen, nur sicherstellen, dass das Negativimage von KiK sich positiv auf das Image anderer Textilanbieter auswirkt. Nur weil DIE die Bösen sind, sind die anderen noch lange nicht die Guten.

Leider kann ich mir den neuen Beitrag nicht ansehen, würde mich seeehr interessieren, aber der Stream hängt sich immer auf, sobald Verona Pooth ins Bild kommt (ein Zeichen? Ich dreh auch immer ab, wenn die auftritt 😀 ) …

Hier mal die Story von 2010, die damals viel auslöste und die ganze öffentliche Diskussion lostrat. Trotz meiner obigen Bedenken: wichtige 29 Minuten. Anschauen.

Getaggt mit , ,

7 Gedanken zu „KiK, einfach nur KiK

  1. Ich zermarter mir Grad mein Hirn, wer der „andere deutsche mit zwei Buchstaben“ sein könnte.
    Kannst du mir bitte einen Tipp geben? Sitz wohl auf der Leitung und komm nicht drauf.
    Danke!

  2. nukimama sagt:

    Nee, is so… Ich meine: JA, is‘ so. Nicht nur für kik, auch andere Sweater brannten da ab.

    KIK ist insofern durchaus der beste Sündenbock, weil die echt extrem mit ihren Angestellten umgehen (kenne einige Geschichten aus erster Hand). Insofern ein Luxusproblem: so wie sich viele für die Kinder und sich selbst nicht mehr leisten können, als Diskontfetzen, können es sich viele Angestellte auch nicht leisten (oder trauen sich nicht), gegen illegale und unzumutbare Arbeitsbedingungen in den hiesigen Läden juristisch vorzugehen.

    Was die Produktionsstätten betrifft, sind ALLE anderen einfach nur scheinheilig…

  3. Nessy sagt:

    Kann man da eigentlich nach seiner Nase gehen? Überall wo es in den Läden schon so merkwürdig künstlich nach Chemie riecht, geh ich meist schon wieder raus, ohne zu schauen.

    Bei KiK ists zb so, bei diversen Parfümerien auch… gut anderes thema 😉

    bei den minimal teureren wie textilschweden oder dem anderen oben erwähnten kann man zumindest rein gehen und wird nicht gleich von dem Geruch dort erschlagen.

    Da fragt man sich schon wieviel Chemie die an Klamotten schütten, und wie man sowas bearbeiten kann, ohne Gesundheitsschäden abzubekommen.

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