Mr. Stylebop spricht Wahres

In der neuen Wienerin ist ein spannendes Interview mit Mr. Stylebop Mario Eimuth, dem Gründer des erfolgreichen Onlinestores. Besonders eine Antwort finde ich spannend:

„Wer eine Beschäftigungstherapie braucht, legt eher die Sachen in den Warenkorb und steigt dann aus dem System aus. So hat man das Shoppingerlebnis, ohne bezahlen zu müssen.“

Ich musste laut auflachen, als ich das las. So ging es mir im Boykott-Jahr wirklich oft. Aber: Befriedigend ist das nicht gewesen. Also hab ichs gleich ganz gelassen 🙂

Die Autorin hat auch die Shoppingtrends der Zukunft zusammengefasst – und wenn ich das lese, krieg ich bei allem Respekt für den elektronischen Fortschritt und Bewunderung für diese immer neuen Ideen auch regelmäßig dieses Gefühl der Nostalgie und den zarten Wunsch nach Vierteltelefonen und Walkmans. Folgendes „kommt“:

  • Augmented Reality: Kleidung kann virtuell anprobiert weden. Laut Wienerin wird sogar daran gearbeitet, „dass man Stoffe auf dem Mobiltelefon fühlen kann“. Wie das gehen soll, würde mich echt interessieren.
  • Multi-Channeling: Damit ist die Verschmelzung von Einkaufskanälen gemeint, online kaufen, „offline“ abholen u.ä.
  • Augmented Identity: Personalisierung von Produkten durch Eigendesign. Gibts schon länger. Ich hab mir mal Converse selbst designt…
  • Curated Shopping: Sozusagen online Personal Shopper. Die für dich vorfiltern, was in der Masse der Onlineshops dir gefallen könnte.
  • RFID Chips: Das find ich besonders creepy, irgendwie: „RFID sind elektromagnetische Wellen, die Produkte automatisch identifizieren und lokalisieren und in Form von Chips zukünftig auch in unserer Kleidung zu finden sind.“ Das heißt, in Zukunft wird „unser Kasten intelligent, morgen unsere Outfits zusammenstellen und auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Einkaufsvorschläge machen“. Also wenn mein Kasten mit mir reden wird, wird mir der maximal eines sagen: „Nunu, räum dein Chaos auf, dann findst wieder was in mir“. 🙂
Getaggt mit , ,

2 Gedanken zu „Mr. Stylebop spricht Wahres

  1. M_S sagt:

    mit den chips kann man auch wunderbar das einkaufsverhalten einer person beobachten, werbung personalisieren und damit den konsum steuern … ^^
    und wenn ich lese, dass man die produkte (und damit denjenigen, der sie trägt) „lokalisieren“ kann, wird mir sowieso schlecht. big brother lässt grüßen.

  2. nukimama sagt:

    Ich hatte mal vor einigen Jahren ganz konkret im Zuge eines Projekts mit RFID zu tun. In erster Linie misst man Prozesse in der Supply Chain und der eigenen Logistik, es hilft bei der Inventur und der Warensteuerung. Außerdem kann man, aber das wird immer teurer und aufwändiger, verfolgen, wie oft z.B. Kunden ein Teil in die Kabine nehmen und anschließend zur Kassa. Wenn dann ein Modell oft probiert, aber wenig gekauft wird, kann man den Rückschluss auf die Passform ziehen. Das geht aber auch ohne schweineteure RFID-Technik, sondern wenn man seinen Verkäufern zuhört, die wissen das ohne Scanner und Technik. Außerhalb der eigenen Wände die Kunden zu verfolgen oder näher zu „scannen“ mag zwar unter ganz engen Voraussetzungen technisch möglich sein, ist aber völlig unrealistisch und auf diese Art viel zu teuer. Das geht mit jeder Kundenkarte effizienter und billiger.

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