Bestseller ohne Angora

Ich mag ja die Skurrilitäten meines Lebens. Zum Beispiel hab ich mal aus Versehen einen LKW geklaut. Ist mir erst aufgefallen, als ich ihn zurückgeben wollte. Lange Geschichte.

Ebenfalls skurril war jener Anblick heut früh:

amazonlebenshilfe3011

und noch skurriler jener hier. Ich und Management. Ja genau.

amazonmanagement3011

Hier ist mal wieder Platz für die Bitte: Wenn ihr das Buch kaufen wollt, dann kauft es bitte in eurer lokalen Buchhandlung. Think global, act regional. Ich habe außer Amazon gerade noch kein Richtmeter, wie das Buch rennt – dennoch freu ich mich umso mehr, wenn es in lokalen Buchhandlungen gut läuft.

Ich bin gerade zurück aus Köln, hundemüde, und damit es auf diesem Blog nicht nur um die Metaebene BuchBuchBuch geht, auch mal wieder was inhaltliches: H & M und C & A listen Produkte mit Angorawolle aus. Ich wundere mich zwar ein bissl, wieso die Leute jetzt so überrascht sind, dass die Kaninchen (Fluchttiere) nicht aus lauter Liebe gestreichelt werden und die herausfallenden Haare dann einzeln sortiert werden. Aber dass diese beiden so großen Unternehmen da jetzt was dagegen machen, finde ich gut, weil es Impact hat.

Nur muss ich auch zugeben, ich bin da gedanklich grad wieder in Richtung Überforderung unterwegs. Ich stricke leidenschaftlich. Beim Stricken umgeht man miese Produktionsbedingungen. Aber die Winterwolle ist eben meistens aus Tierhaar gewonnen. Und industrielle Massengewinnung hat ja jetzt nicht ganz so den besten Ruf. Gelinde gesagt. Ich steh grad wieder an dem Punkt: Wo wirds zuviel? Bis wohin gehe ich in meiner neu entdeckten Konsequenz? Ich träume davon, mir mal selbst was aus Kaschmirwolle zu stricken. Aber den Ziegen gehts wahrscheinlich auch nicht besser als den Angorakaninchen. Verdammte Gewissenskrise.

 

 

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9 Gedanken zu „Bestseller ohne Angora

  1. Avatar von Charlotte Charlotte sagt:

    Hallo,
    Das hab ich auf http://www.animalfair.at zu dem Thema Stricken entdeckt.
    Lg,
    Charlotte

    Stricken und Häkeln sind auch unter Jüngern wieder voll im Kommen – und damit steigt auch die Nachfrage nach tierleidfreien, wollfreien Garne. Genau solche Produkte hat der neue, kleine Wiener Laden Strickwerk ganz bewusst ins Sortiment genommen.
    Hier gibt es beispielsweise Baumwollgarn aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA); in den nächsten Monaten sollen auch Leinen-, Mais- und Sojagarne hinzukommen. Auch die breiten, aus Reststoffen der Modeindustrie gefertigten Recyclinggarne von Hoooked sind im Programm.

    Wenn es um Tipps fürs Stricken und Häkeln geht, steht Geschäftsinhaberin Sonja Hager mit Rat und Tat den KundInnen zur Seite. Auch strickt sie gerne auf Bestellung und bietet auch Kleinigkeiten wie Puppen aus Biobaumwolle zum Verkauf an.

    Zudem sind ökologische, tierfreundliche und menschenrechtliche Aspekte für die gebürtige Oberösterreicherin unverzichtbar. Dennoch führt sie auch Wolle (diese stammt zumindest aus kontrolliert biologischer Tierhaltung oder ist GOTS-zertifiziert). Weiters beteiligt sich Sonja Hager auch an Sozialprojekten. So wird immer wieder mit Gleichgesinnten im Geschäft für Obdachlose gestrickt.

    Strickwerk
    1060 Wien: Mariahilferstraße 45/48 –
    Raimundhof (tel. 01 89 09 071)
    offen: Di-Fr 10.30 – 18h, Sa 10.30 – 17h
    http://www.strickwerk.at

  2. Hallo Nunu,

    ich habe Dein Buch in meiner privat geführten Lieblingsbuchhandlung in Berlin bestellt und schon abgeholt. Dort waren auch noch weitere Exemplare, hätte also nicht bestellen müssen:-).

    Liebe Grüße aus Berlin,
    Anja

  3. Avatar von Veronika Veronika sagt:

    also ehrlich gesagt, ich würde die Story über den „geklauten“ LKW schon gerne hören 🙂

  4. Avatar von Kerki Kerki sagt:

    Hallo Nunu,
    erst jetzt Freitag habe ich Dein Buch in meiner Lieblingsbuchhandlung gesehen und spontan mitgenommen, weil ich mich damit auch sehr identifizieren kann. Lustigerweise warst Du am Freitag im Kölner Treff als Gast. 2 x damit an einem Tag mit diesem Thema konfrontiert zu werden, war für mich der Anlass, es auch zu versuchen, zwar kein ganzes Jahr aber immerhin bis Karfreitag.
    Viel wichtiger finde ich, dass man sich als Konsument tatsächlich damit auseinandersetzt, wo die Kleidung herkommt und wer darunter unter Umständen leidet. Mir war das gar nicht bewusst, werde mich aber jetzt auch viel intensiver damit beschäftigen.
    Vielen Dank für diesen Anstoß und ich hoffe, dass dieses Buch noch in viele andere kauflustige Hände fallt.
    Lieben Gruß Patrizia

  5. Avatar von lautleise lautleise sagt:

    Was soll das denn heißen???:
    Ich war in Köln. Hundemüde.
    Wegen Köln? Wegen der Hunde? Wegen Angora?
    Vonwegen! Wegen Dir!!!

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