(Mieses) Erlebnis-Shopping

Ich muss diesen Blog jetzt mal missbrauchen. Pfwoah hab ich mich geärgert letztens. „Zwischen den Jahren“ (bin letztens über diese Redewendung als Bezeichnung für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gestolpert und finds wunderschön) sind der Liebste und ich viel zuhause. Ausspannen am Sofa. Sehr viel. So viel, dass uns ein bissl die Decke am Kopf ist. Worauf wir uns gestern spontane Freunde gesucht haben – und in Form der Frau Vintage und Rosenroth samt Liebsten fanden. Die wiederum eine spontane Überraschung in Form von in Barcelona lebenden (und im Buch vorkommenden) Freunden mitbrachten.

Gelandet sind wir aus Neugierde („Das wollt ich schon ewig mal ausprobieren“ – „Ja ich auch!“) im Dots. Dort gibts „Experimentalsushi“ – und zugegeben, es schmeckt teilweise echt spannend. Teilweise. Die Preise sind wirklich geschmalzen, und der Rest ….. es ist mir aus lauter Grant grad ein Anliegen, dass meine auf Facebook hinterlassene Rezension (ja, ich war sauer, so richtig) auch hier von ein paar Leuten gelesen wird:

Es ist schon etwas befremdlich, wenn man direkt unter die Box gesetzt wird, nachdem die Musik immer lauter wird, den Kellner bittet, etwas leiser zu drehen, weil man sein Gegenüber nicht anbrüllen will, als Antwort bekommt: „Das geht nicht, die laute Musik gehört zum Konzept im dots.“ Erst einige Zeit später, mit dem Hinweis „Bis es der Chef halt wieder lauter dreht“, wurde etwas runtergedreht. Wartezeit aufs Essen: Fast eine Stunde. Ebenso befremdlich, statt 0,2 Limonade, wie in der Speisekarte stehend, 0,125 zu bekommen, und auf den Hinweis, dass das leider nicht stimmen kann, die Antwort „Ist ein Druckfehler in der Speisekarte“ zu bekommen. Rein persönlich: Ich kapiers nicht, wie ein Lokal, das gutes Essen bietet, mit aller Kraft davon ablenken will: So wenig Licht, dass man kaum die Speisekarte lesen kann, ohrenbetäubende Musik, lange Wartezeiten. So interessant das Sushi dort schmeckt, weder wird das dots mich jemals wieder sehen (wollen 🙂 ), noch werde ich es auslassen, Bekannten zu erzählen, in was für eine Servicewüste man sich dort begibt. Bei diesen Preisen könnte man etwas mehr Freundlichkeit erwarten. Wo in jedem billigen Beisl ein „Entschuldigung“ drin ist, ist dieses Wort bei den Kellnern anscheinend bei Strafe verboten auszusprechen. Das nächste Mal kauf ich mir Thunfischsushi to go und papp zuhause Liptauer drauf.

Warum ich das außerdem hier in den Blog schreibe? Weil es mich an diesen Trend von „Shopping als Erlebnis“ erinnert hat. Schließlich shoppt man in solchen Lokalen anscheinend Essen. Dunkelheit und eine Lautstärke, dass man sich nicht mehr unterhalten kann, soll einen an „Partysituation“ erinnern. Ich empfehle dazu diesen Artikel über Hollister und Abercrombie & Fitch in der FAZ. Einfach so absurd! Kleidung kaufen, ohne sie zu sehen, sämtliche andere Sinne sind anderweitig beschäftigt. Da wünsch ich mir fast wieder die Zeiten, als meine Mama mich blamierte, weil sie mir jedem Kleidungsstück, das ich mir wünschte, erstmal „an Tageslicht“ ging, um die Qualität zu überprüfen.

Hui, ja, die Nunu kann auch gemein sein. Sie ist es nicht oft. Aber wenn sie mal sauer ist, dann ordentlich. Tschulligung. Ich komm mir eh grad mies vor, so gemein zu sein. Trotzdem: Aber echt jetzt. Gehts nicht ins Dots. Die haben nämlich auch eine etwas andere Auffassung von Humor. Und finden es dann auch noch lustig, den Spieß einfach umzudrehen. So. Jetzt weiß ich selbst nicht mehr, wieso ich hin wollte. Wahrscheinlich wegen dem Liptauersushi. Hätt ich das auch erledigt.

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10 Gedanken zu „(Mieses) Erlebnis-Shopping

  1. mukolama sagt:

    Erinnert mich an folgendes: Als ich das erste mal am damals neuen Hollister-Shop in Salzburgs größten Shoppingtempel vorbeigekommen bin, hab ich den Laden von außen nicht gleich als Modegeschäft erkannt und dachte stattdessen, es handle sich um ein Asia-Restaurant (soll eine Surf-Hütte darstellen, lerne ich im FAZ-Artikel). 😉

    Hollister kannte ich vorher übrigens nur aus einem Seminar auf der Uni, in dem es (u.a.) um Konsum als Erlebnis ging. Teil des Seminars war auch die Erlebnisgastronomie (also Verbindung von kulinarischem Genuss mit einem spaßigen/sinnlichen/aufregenden/whatever Erlebnis). Verfolgen alle ein ähnliches Konzept – wenn auch in unterschiedlicher Ausführung – mit dem Ziel, durch die Verbindung von Erlebnis und Konsum aufzufallen, Gäste/Kunden anzulocken oder ähnliches. Und es funktioniert. Auch wenn viele es bei einem einmaligen Erlebnis belassen.

  2. ibrauchnix sagt:

    Glaubsch des isch jetzt ite wahr.

    Mysteriöses ShoppingErlebnis!

    Ich war gerade auf dem bösen Amazon 😉 und hab‘ mich EIGENTLICH gegen Dein Buch entschieden, weil ibrauchnix und ich ja den gesamten Blog von Dir gelesen hab….Dein Buch wollte MICH aber! Ich hab auch ein bissle in der Leseprobe rumgelesen und gedacht, ach jaaaa, hmmmmm, soooo, vielleicht ja doch, hmmmmm, und BITTE FRAG‘ JETZT NICHT welcher meiner Finger sich mit meinem Unterbewusstsein verbrüdert hat und die 1clickkaufen-Schaltfläche für Kindle (Amazon schont Bäume 😉 ) gedrückt hat….ich weiß es nicht, ABER eins weiß ich: ich les‘ jetzt Dein Buch. Das wird auch die einzige Ausnahme (eBooks – stauben nicht ein und brauchen nur virtuellen Platz und die Stapel fallen nicht um 😉 ) sein, für nächstes Jahr: see mee on ibrauchnix.wordpress.com

    PS: seit dem Artikel in HandmadeKultur mach‘ ich an Deinem Buch rum! Ich wollte es mir schon selber zum Geburtstag oder Weihnachten schenken, hat jetzt geklappt AUS VERSEHEN. 😉

    • nunette sagt:

      hihi, bist du süß! 🙂 ich freu mich schon sehr auf deinen blog!!!!

      • nunette sagt:

        Falls du was dagegen hast, dass ich dich als süß bezeichne (ich selbst mag das auch nicht immer, sorry): Ich bin ganz entzückt von der Art, mit der du grad den E-Book-Kauf beschrieben hast 😉

    • lilli sagt:

      Hallo, wenn wir schon mal bei fairen Handel sind, würde ich von Amazon großen Abstand nehmen. Sind wohl die größten Gauner unserer zeit! E-BOOK hin oder her. Bewusst einkaufen (auch wenns nur eine Datei ist) schaut anders aus! Es gibt tolle Buchhandlungen mit super Personal in Österreich. .. und wenns scho online sein muss (was ja bei E-BOOK leider zumeist muss) dann wähle doch eine österreichische online Buchhandlung die die Arbeitsplätze in Österreich sichert.amazon ist alles andere als fair und ohne Flair!

      Liebe Nunu, dein Buch ist toll! Ich bin zwar keine shopping Queen, aber ich denke jeder kann bei diesen Buch etwas lernen und überdenken. Danke also für Dein Buch!

      • nunette sagt:

        Hi! Ich muss Lilli zwar rechtgeben, wollt aber nach sooo einem lieben Kommentar nicht gleich drüberfahren, schließlich wird das Buch auf Amazon auch angeboten (O-Ton ausm Verlag: „Wenns ohne ginge, würden wir sofort. Aber es ist leider nicht machbar.“). Lillis Argument der kleinen Buchhandlungen vor Ort unterstütze ich innigst. In Österreich am besten beim Buchkontor, der versendet auch in ganz Ö versandkostenfrei! http://www.buchkontor.at

  3. ibrauchnix sagt:

    Also „süß“ ist schon länger her, nehm ich gerne 🙂 🙂 🙂 ….höre meist sowas wie: “ Warum bist Du denn jetzt SAUER!?“

    Und ja, ihr habt beide recht mit Amazon.

    Mir drängt sich aber bei aller Nachhaltigkeit immer wieder die Frage auf: wo fängt mein Gedanke an? – dass ich 15 Minuten mit dem Auto zur nächsten Buchhandlung und Bücherei fahren muss (kaltes Fahrzeug, braucht mehr Sprit, Kurzstrecke sowieso echt blöd), die Fahrtkosten muss ich bezahlen, d.h. ich muss das Geld ersteinmal erwirtschaften was garantiert die CO2Bilanz in irgendeiner Form beeinflusst….leihen oder kaufen oder eBook (wegen Papier und Druckerfarbe)…. und ist ein eBook überhaupt sinnvoll, wenn ich dafür ein Gerät brauche, welches sowieso von zweifelhafter Natur (von wegen Elektroschrott, etc..) und Herkunft (vermutlich irgendein chinesischer Elektronikzusammenschrauber) ist… Und das ist nur das Beispiel „Buch“, das wird noch viel schlimmer bei Klamotten, Möbeln oder Teppichen…

    Ja, ich kaufe „Bio“, aber nicht, wenn regionale konventionelle Möhren neben dran liegen: wie Bio ist das denn, wenn die aus Israel her gekarrt werden? Und dann denke ich, wie soll mein Supermarkt (die im übrigen auch nicht besser sind als Aldi, Lidl,Norma, etc.!) denn erfahren, dass ich am allerliebsten noch ein größeres Bio-Angebot hätte, wenn ich den Scanner nicht als Wahlurne benutze und mit jedem Bio das da drüberläuft signalisiere „ja, ich kauf‘ das, auch zu höheren Preisen!“.

    Und so geht es fröhlich weiter…da kriegt man von ganz alleine eine Kaufblockade, weil Du nur am Hirnen bist, wie es jetzt denn richtig ist!

    Und ja, Ihr habt immer noch recht mit Amazon, ich guck‘ jetzt gleich mal auf der Site meines regionalen Lieblingsbuchhändlers, wie es da mit eBooks aussieht. Gebe Bescheid, kaufe Dein Buch (ich freu‘ mich, dass ich es habe…AUS VERSEHEN 😉 !) aber trotzdem nicht noch einmal 🙂

    Gute Neues wünsch‘ ich Euch!

    Ach, und Österreich liegt von mir aus xsehn 30 Minuten entfernt … da war ich schon einmal, auf einer spannenden Messe: die Gustav, in Dornbirn….

    Okay, ich hätte es auch bei Ravensbuch bekommen…. Danke für den Impuls!

  4. M sagt:

    Dots? Da geht doch keiner mehr hin.
    Vor allem nicht nach dieser unsympathischen Story: http://wien.orf.at/news/stories/2555285/ Den Spiegel haben sie lange hängen gelassen. Ich weiß nicht, ob er nicht heute noch da ist.

    • nunette sagt:

      1. Hab ich den Beitrag doch eh verlinkt?
      2. Nicht MEHR hingehen werde ich jetzt auch. Aus kulinarischen Gründen einmal ausprobieren wollte ich es jedoch schon. Hiermit erledigt.

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