Burberry detoxt!!!

Yeah, keine drei Wochen im Job und schon der erste Kampagnenerfolg (gut, zugegeben, das lag jetzt alles andere als an mir, aber hey, ich bin Teil davon und freu mich wie ein Springinkerl drüber): Burberry.

Schritt 1: Greenpeace testete Kinderkleidung von Burberry auf gefährliches Zeugs wie Nonylphenolethoxylate, Phtalate und poly- und perflourierte Chemikalien (inzwischen kann ichs schon ohne Stolperer schreiben :)), um zu schauen, ob auch die Promi-Gschroppen giftiges Zeugs tragen dürfen. Ich mein, gleiches Recht für alle, oder? Ein höherer Preis sagt nix aus über die Qualität der Kleidung, es beweist sich immer wieder. Hier gehts zur deutschen Kurzfassung des Reports, hier zum kompletten Report auf Englisch, und wers ganz genau haben will, hier zum Technical Report.

pfcs

Schritt 2: Das ganze wurde bekannt gemacht. Weltweit. Gleichzeitig. Weil die Chemikalien ja blöderweise auch bei den ersten Waschgängen in der heimischen Waschmaschine in die jeweiligen Ökosystemen gelangen, in denen die Produkte gekauft wurden. Oder so. Himmel, ich bin noch nicht ganz wach, da schwächel ich erklärungstechnisch oft ein bissl. Also. Das Teil wird produziert. Dabei werden Chemikalien eingesetzt. Dann wird das Teil verschifft und in den USA, in Europa, in Asien verkauft. Dort wirds dann gewaschen (optimalerweise VOR dem ersten Tragen bitteschön), und die Chemikalien toben sich in den jeweiligen Wassersystemen aus. Landen in den Flüssen, in den Seen, im Meer, wirken sich dort auf die Fische aus (jede Menge eigentlich männliche Fische mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen, freaky Zeugs). Außerdem wären da noch die Weichmacher, die in der Kleidung bleiben. Nicht, dass das Tragen der Kleidung per se schädlich ist….aber wer hat noch kein Kind am eigenen Ärmel herumzutzln und -lutschen sehen? Dass solche Chemikalien in KINDERkleidung sind, find ich persönlich jetzt doch ziemlich schockierend, wenn man bedenkt, wie es um deren Immunsystem bestellt ist.

Aber Himmel, war das cool – Medienmeldungen aus China, aus Italien, aus Hongkong, aus England, und hier gab es auch recht große Berichterstattung. Startseite orf.at und so.

phtalate

Schritt 3) Öffentlich Druck machen. Das, meine Lieben, das war ein Heidenspaß. Einen Tag lang nur @burberry auf Twitter belagern, den nächsten auf Facebook so oft auf deren Page Burberry zum Detoxen auffordern, dass ich persönlich es geschafft habe, dass mein Account zwischenzeitlich wegen Spammens gesperrt wurde (und ich war beileibe nicht die Einzige, das waren TAUSENDE Kommentare, unglaublich), und dann das gleiche Spiel auf Instagram.

np

Schritt 4 (gleichzeitig mit 3): Verhandeln. Das haben internationale Kollegen (und das sag ich grad mit SEHR viel Stolz) über mehrere Tage erledigt.

cadmium

Das Ergebnis: Burberry bekennt sich dazu, bis 2020 alle gefährlichen Chemikalien aus seiner Lieferkette auszulisten. Ein „auf andere Schieben“ („Das sind Zulieferer, für die können wir nix, da hamma leider keinen Einfluss“) gilt nicht, die gesamte Lieferkette und alle Produkte müssen giftfrei werden.

Ergo Schritt 5) Freuen! Gratulieren! Im Kreis hupfen! Und das Mode-Manifest von Greenpeace unterschreiben, damit ein Zeichen gesetzt wird. Damit noch viele, viele, viele andere Textilmarken ebenfalls detoxen. Wahnsinn, bin ich grad motiviert. Einerseits, weil Burberry damit im Luxusbereich gemeinsam mit Valentino wirklich den Vorreiter macht und hoffentlich einen Trend setzt, andererseits weil: Wow. Ich darf Teil davon sein. Es ändert sich was. Es ist nicht alles frustrierend in dem Bereich. Toll.

Getaggt mit , ,

9 Gedanken zu „Burberry detoxt!!!

  1. Mode-Manifest unterschrieben;-).

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

  2. die Marlen sagt:

    Respekt für deine Mühe und die viele Arbeit. Ich glaube dir, dass das nicht einfach war. Na wenigstens haben die „Reichen“ unter uns dann die Möglichkeit, sich ab 2020 schadstofffrei zu kleiden. Besser wärs natürlich, man hätte den Textilschweden dazu bekommen. Aber beim Schreiben merke ich schon, dass das total unrealistisch klingt daher muss man wohl erst mal irgendwo anfangen.

  3. Marlies sagt:

    Das ist toll!

    Was mich irgendwie stört: 2020! Das ist in 6 Jahren. Lange Zeit noch bis dahin 😦

    • nunette sagt:

      ganz ehrlich? wenn man ihnen 2015 als deadline geben würde, würd glaub ich keine sau unterschreiben. so hat greenpeace die garantie des ausstiegs schriftlich. halt 2020, dafür trauen die unternehmen sich.

  4. Hat dies auf widerstandistzweckmaessig rebloggt und kommentierte:
    Dieser sensationelle Beitrag von Nunu Kaller auf „ichkaufnix“ ist mir heute untergekommen und den will ich Euch unbedingt zeigen.

  5. […] Na? Naaaaa? Ist DAS cool, bitte? Vor allem: Während Burberry da fest öffentlich angeprangert wurde und in einer Wahnsinnsaktion auf Twitter, Facebook und […]

  6. […] arbeitet, dass giftige Chemikalien komplett aus dieser Lieferkette verschwinden. Wie es eben die Detox-Kampagne macht, aber das ist jetzt eine andere Geschichte. Oder: Es ist suuuuper und extremst wichtig, dass […]

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