Warum ich mich mich immer mehr in meine Omaschine verliebe

Sie heißt im heimischen Sprachgebrauch schon lange nicht mehr Nähmaschine. Sie heißt Omaschine. Und langsam, aber sicher stelle ich fest: Zwei Monate ohne diese Maschine wird hart. Die Liebe ist ausgebrochen. Es ist irgendwie ein Mittelding aus Tausendmal Berührt und Crazy in Love. Zwar hab ich schon länger nix neuproduziert, aber es häufen sich die Fünfminuten-Einsätze.

Letztens in der Früh beim Anziehen festgestellt: Oh verdammt, ein Shirt ist kaputt. Pst, Geheimnis, ich liebe nämlich diese Shirts mit eingebautem Gummizug. Hab die Shirts 2008 in New York gekauft und hier nie wieder solche gefunden (zumindest solche, die qualitativ auch wirklich mehr als zwei Waschgänge aushalten). Und nun hatte das schönste all dieser Shirts einen kaputten Gummizug. Vor einiger Zeit wär das das Wachkomaurteil gewesen. Das Shirt wäre in einer Lade gelandet und da wahrscheinlich ein bis fünf Jahre dahinvegetiert. Diesmal wars eine Sache von fünf Minuten, einer weniger schönen Naht, die aber effektiv ist (und die eh keiner sieht. Allerdings ist die Naht so hässlich, dass ich sie nicht posten will 🙂

Davon angestachelt hab ich mich dann ein paar Tage später meiner seit eineinhalb Jahren in ebendiesem Wachkoma liegenden Jeans gewidmet. Boyfriendcut mit Löchern drin,  bereits als ich sie gekauft hab. Diese Jeans mit exakt diesen Löchern an exakt diesen Stellen hab ich in den letzten Jahren permanent auf Wiens Straßen gesehen. Muss ein Bestseller beim Textilschweden gewesen sein. Und obwohl sie recht weit ist, beim Radfahren hat das Loch am Oberschenkel mal RATSCH gemacht und war definitiv zu groß.

Aber jetzt:

2014-03-19 09.11.05

Aus lauter Motivation gleich mal das zweite Bein auch „gesichert“:

2014-03-19 09.11.20

Die Naht: Erstens sieht man sie in freier Natur kaum, zweitens passt dieses Geflickte eh ganz wunderbar zum Stil der Hose. Hach, herrlich.

Getaggt mit ,

5 Gedanken zu „Warum ich mich mich immer mehr in meine Omaschine verliebe

  1. xarpo1984 sagt:

    Hach wie gern würd ich dir alles bringen, was bei mir mal einer Reparatur bedürfen würde… *seufz*
    Mir gefällt deine Jeans super! 🙂

  2. Hallo Nunu!

    Meine Nähmaschine verwende ich auch ganz viel um Kaputtes zu reparieren. Vor allem von meinen Kindern bekomme ich immer wieder mal einen Sack Klamotten „Bittttteeee Mamaaaaa“ Aber das mache ich gerne, trägt es doch dazu bei, dass die Sachen weitergetragen werden können.

    lg
    Maria

  3. Marlene sagt:

    Oh je, so ein paar Wachlomapatienten habe ich leider auch noch rumliegen… darunter eine ursprünglich mal lange Jeans, deren Beine schon zu einer Puppe vernäht worden, weil am Knie so hoffnungslos große Löcher waren. Spätestens wenn das Wetter richtig sommerlich wird, wollte ich die Naht noch vorzeigbar verschönert haben. Ich hoffe, es wird noch in diesem Sommer!

  4. […] ich hab Zeit, es ist kein riesiger Umweg am Weg nachhause, ich kenn den Laden schon vom Service der Omaschine. Eigentlich praktisch, der Laden ist bei mir im Bezirk, ich kann also dort parken ohne Parkschein, […]

  5. […] Stoffeinsatz vorne braucht. Lange danach suchen, das Stückl Jeansstoff, das ich auch schon für diese Jeansreparatur gebraucht hab, in der Tasche von der Omaschine finden (und sich nicht wundern, was es dort macht, […]

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