Warum unsere Vorfahren am Habenwollen schuld sind

Manche Samstagmorgene (?) sind ein Geschenk. Da wacht man auf und blättert gewohnheitsmäßig noch im Bett Standard und ORF durch, und stolpert über folgende Überschrift: „Was macht unser Gehirn beim Einkaufen?“

Dahinter versteckt sich ein spannender Beitrag über die Neurowissenschaft über die Konsumenten. Spannende Sache:

„Wenn wir vor der Frage stehen, ob wir ein Produkt kaufen oder nicht dann, ist es erstaunlicher Weise erst einmal nicht so wichtig, ob wir das Produkt wirklich mögen. Denn man unterscheidet in der Forschung zwischen dem Wollen, dem haben wollen und dem ob man ein Produkt wirklich mag.“

Das Habenwollen ist also der Hund, das hab ich auch schon durchschaut, so rein wissenschaftsfrei 🙂 Aber lustig, dass das im Hirn bis zu einem gewissen Grad (seeehr kompliziert alles) auch nachweisbar ist. Und was ich auch hundertprozentig nachempfinden kann:

„Wir glauben, dass wenn Sie ein Produkt betrachten, so etwas passiert wie eine Simulation der Nutzung des Produktes, und das ganz automatisch. Und bei Nahrungsmitteln ist diese Simulation tatsächlich auch verbunden mit dem Geschmack. Wenn Sie eine Zitrone sehen, dann wird der Geschmack der Zitrone ausgelöst. Wenn Sie jetzt noch jemanden sehen, der auf die Zitrone beißt, dann ist es noch einmal stärker, das kann man schon fast spüren. Und diese Simulation ist nicht nur mit dem Geschmackserleben verbunden, sondern auch schon mit einer gewissen Handlung. Und diese Handlung kann beispielsweise schon die Kaufhandlung sein.“

Ist doch auch bei Kleidung so, oder? Wir sehen uns in coolen Sneakers oder einer lässigen neuen Jacke ins Büro spazieren, in einem eleganten Kleid auf der Familienfeier die Cousinen ausstechen, oder – Top of the best in Sachen Imaginierung – beim Bikinis anschauen im Webshop an perfekte, weiße Urlaubsstrände denken (weils auch mehr Spaß macht als die Überlegung, wie man die drei neuen Speckröllchen optimal in diesem Fähnchen von Bikinihose verstecken soll).

Und überhaupt ist sowieso die Evolution schuld (wobei sich in meinen Augen da das „Jagen“ und das „Sammeln“ zu Einem verschmolzen sind):

 „Wenn wir uns Kaufverhalten vorstellen, dann ist das nicht viel anders als wenn wir durch den Wald gehen und Beeren einsammeln. Und da sind wir auch durch die Farben der Beeren angetrieben: wenn ich die leckere Erdbeere sehe, dann simuliere ich schon das Geschmackserlebnis. Das ist der Treiber des ganzen Prozesses.“

Und als Tipp gibt der Herr Verhaltensforscher den gleichen wie ich: Überlegen, was man braucht, und gezielt danach einkaufen gehen. Ach, ich zitier eh nur in einer Tour den Artikel, weil ich ihn durch und durch so spannend find, aber lest am besten selbst, bevor mir da noch jemand Copyright-Vorwürfe macht 🙂 

Und wenn ihr fertiggelesen habt, dann schaut ihr auf diesen Blog und gratuliert vielleicht auch der Frau Bogdan zum Geburtstag bitte 🙂 . Die ist nämlich eine sehr tolle Frau.

(c) Stefan Groenveld. Das Foto ist drei Jahre alt, aber sorry Isabel, auf dem Foto find ich nicht nur dich, sondern auch die Perspektive und den Hintergrund so nett. Deutsche Ubahnen, bunt gekachelt.

(c) Stefan Groenveld. Das Foto ist drei Jahre alt, aber sorry Isabel, auf dem Foto find ich nicht nur dich, sondern auch die Perspektive und den Hintergrund so nett. Deutsche Ubahnen, bunt gekachelt.

 

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