Breaking News: EU-Importverbot für gefährliche Chemikalie auf unseren Fetzen

ich bin ja gerade kein so großer Fan der EU. Also grundsätzlich schon, aber was da mit Griechenland abgezogen wurde (jaaa, die Griechen hatten viele Fehler gemacht, viel Dreck am Stecken, aber sorry, mit der europäischen Idee hat dieses Sparprogramm echt nix mehr zu tun), das tat weh.

Vorgestern ist jedoch was passiert, was von der EU sehr sehr super ist: Eine der Chemikalien, auf die Greenpeace Textilien testet, ist Nonyphenolethoxilat. Ein grausliches Zeug. Ein recht günstiges Tensid, das in der Textilproduktion eingesetzt wird, und zwar so gut wie immer – in vier Jahren Greenpeace-Testerei gabs kaum ein Produkt ohne Nonylphenolethoxylat drin. Das Problem dabei: Gelangt es in die Umwelt, wandelt es sich dort in Nonylphenol. Und das wiederum ist erstens persistent, also durch nix aus der Umwelt wieder rauszukriegen, und zweitens hormonell wirksam und der Grund dafür, dass internen Schätzungen nach gut 80 Prozent der Fische (auch hier in Österreich) weiblich sind oder weibliche Geschlechtsmerkmale tragen. Das Ganze steht dann auch noch im Verdacht, sich die Nahrungskette raufzuhangeln. Mahlzeit.

Früher war NPE erlaubt. Vor über zehn Jahren jedoch wurde die Produktion mit NPE in der EU verboten, das war schon mal ein guter erster Schritt, die Belastung der Gewässer hier ging signifikant zurück.

Allerdings gabs da einen Haken: Wie Greenpeace seit 2011 nachwies, wurde NPE immer noch tonnenweise in die EU importiert, und zwar auf in Fernost produzierter Kleidung. Der Schmäh dran: Einmal hier waschen, und das NPE ist draußen aus der Kleidung, dafür ist NP in der Umwelt. KonsumentInnen verschmutzten also ihre eigene Umwelt, ohne es zu wissen. Und die die Gewässer in China ausschauen müssen, mag ich erst gar nicht wissen. npe

Dieses Schlupfloch hat die EU vorgestern geschlossen (der Beschluss ist noch nicht hundertpro durch, die Kommission muss noch zustimmen, aber was soll schiefgehen: Es war ein von allen Mitgliedsstaaten einstimmig beschlossener…. äääh … Beschluss. Verdammt. Wortwiederholung. Sorry. Die Hitze.).

Ich finds leiwand. Warum? Weils zwar an der unsrigen Gewässersitation nur noch wenig ändern wird (also von gut zu sehr gut, im Vergleich mit anderen Ländern), aber die GESAMTE Textilproduktion, die nach Europa importiert, umstellen muss. China, Türkei, Bangladesch, Pakistan, Indien, alle. Nassproduktion gibts vor allem in China, und die EU ist für China einer der Schlüssel-Exportmärkte. Sie MÜSSEN also umstellen.

Das ist eine Riesensache, echt jetzt.

Und jetzt bitte, liebe Unternehmen: Nicht nur aufs NPE verzichten, sondern gleich die ganze Lieferkette säubern, da wird noch so manches an anderem Dreck eingesetzt, der überflüssig ist. Danke!

np

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