Archiv des Autors: nunette

Ballkleid gesucht!

Ich mag Bälle nicht. Ich mag sie wirklich nicht. Sie sind mir zu edel, zu gestelzt, zu sehr nicht meine Szene, aber sowas von. Bälle helfen nur, wenn der Sekt und/oder Prosecco literweise fließt. Was mir jedoch dann wiederum nicht zwangsweise hilft, mich edel, gestelzt und der Szene entsprechend zu verhalten. Daher war ich in den letzten zehn Jahren auf exakt einem Ball. Damals, es muss 2008 gewesen sein, habe ich mich mit viel Lufteinziehen sogar noch in das Ballkleid pressen können, dass die kürzlich erwähnte Lieblingsursi mir 1997 genäht hat. Das haut nicht mehr hin. Trotz überstandener Gastritis. Mit Lufteinziehen könnts vielleicht schon gehen, aber: Auch optisch ist das Kleid…. 1997.

Doch in etwas mehr als einer Woche ist es so weit: Ich gehe wieder auf einen Ball. Den Maturaball der kleinen Halbschwester meines Holden. „Muass ma scho“, um hier den soeben Verlinkten zu zitieren. Ich muass net nur, ich will auch. Quasi eine Schwiegerfamilienfeier (die Mama, die Brüder samt Freundinnen/Frauen, der kleine Bruder, alle geh ma hin. Ich hätt das ja NIE so gemacht auf meinem Maturaball, niemals nicht, aber das ist eine andere Geschichte).

Aber ich hab eben kein Ballkleid.

Und ich will mir sowas von keins kaufen. Für ein einziges Mal Tragen ein Schweinegeld ausgeben, und binnen einer Woche dann auch noch was in bio und/oder fair aufstellen – näh. Daher lieber: Ausborgen. Also, liebe Ladies, gibt es eine unter euch, die groß ist, 42/44 trägt und ein Ballkleid hat, das mich nicht zu permanentem Herumzupfen und Baucheinziehen zwingt, und deren Nähte bei impulsiveren Tanzeinlagen auch nicht gleich den Geist aufgeben (I`ve seen it all – letzteres glücklicherweise nicht an mir selbst).

Ich würd mich wahnsinnig freuen, wenn irgendjemand von euch mir ein solches Kleid für einen Abend borgen könnte. Putzerei, Unkostenbeitrag und inniger Dank inbegriffen…..

Einzige Ausnahme: Vintage in Ehren, bitte kein Achtzigerjahremonster …. wenn ich da überhaupt Ansprüche stellen darf. Verdammt, Ballkleid. Ein Ball. Wie ich es hasse. Aber was tut man nicht aus (familiärer) Liebe….

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New in Town: Strickwerk!

Falls ihr morgen noch nix vorhabt, in Wien seid und nicht irgendwo aus der Stadt rausgeflüchtet seid: Ab morgen gibt es ein neues Strickgeschäft in Wien! Und was für eines!!!

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Wo? Im Strickwerk in den Raimundhöfen (das ist der Durchgang auf der Mahü runter Richtung Gumpendorfer, wo immer am Eingang die roten Ledermäntel hängen. Immer. Manchmal leben die Mäntel auch.)

Dort gibts ökologische Wolle, fair gehandelt, jede Menge davon. Ich freu mich schon gewaltig auf den Anblick. Außerdem gibts diese genialen Taschen:

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Und diese vom tag.werk:

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Also ich bin am Samstag fix dort, und ich hoff: Die Wiener Strickwahnsinnigen unter euch auch! See u!

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Soziales Plastik, bloggende Frauen und Markenhass

Liebste mir unbekannte LeserInnen und mir bekannte FreundInnen (und Brüder): Ich liebe euch. Ihr seid so super. An einem Tag, an dem ich echt null Zeit und Kopf hatte, mir auch nur irgendwas für den nächsten Blogbeitrag zu überlegen, krieg ich einen Hinweis und eine Mail nach der anderen – aus allen möglichen Ecken und Enden der Themenwelt, aber alle haben sie mit kritischem Konsum und/oder Bloggen zu tun.

Den Anfang machte Barbara, die mir eine interessante Story über Markenhass (im Gegensatz zu Love Brands) schickte.

Dann schickte mir meine Lieblingsursi aus Salzburg (die Frau, die mir mal ein Ballkleid nähte, mein erstes, mit 16) spannende Infos zu bloggenden Frauen.

Dann erreichte mich – ebenfalls per Mail – von meiner lieben Leserin Marlies ein Artikel aus der Zeit mit jeder Menge neuen Hinweisen zu fairer Mode.

Und Yvonne wies mich darauf hin, dass es der TopSwap (über den ich demnächst eigens schreiben werde) es in die Woman geschafft hat.

Veronika schickte mir eine spannende Liste mit Upcycling-Designern, bei denen auch eine hochinteressante Neuentdeckung für mich dabei war – und eine neue Wortschöpfung hab ich auch gelernt: Soziales Plastik. Blöd, dass ich so gar keine Milch trinke 🙂

Und dann kam genau gestern auch noch die neue Kollektion von Jekyll und Kleid raus, wie immer sehr hübsch. Damit ihr was zu schauen habt…. ich find die Kleider schon lange echt hübsch (hab mir aber noch nie eines geleistet, noch habe ich nicht das Gefühl, eines zu brauchen)! Bio sind sie zwar meines Wissens nach nicht, aber fair produziert mitten in Berlin!

Dieser immer wiederkehrende Schnitt der Kleider von Jekyll und Kleid ist einfach hübsch – und meine liebe Freundin Ena hat was Ähnliches produziert, und so, wie sie es beschreibt, klingt es sogar einfach!

Und Nachtrag von heute: Yvonne schickt mir auch schnell noch mal das hier. ICH MUSS DAS SEHEN!!!! 🙂

Kurz: Gestern hatte ich viel zu lesen und zu schauen! Danke an euch dafür!

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Offtopic: Movember!

Kurz mal offtopic: Ich mag seinen Schnauzer nicht, der tut ihm optisch nichts Gutes. Aber gestern hat der Liebste wieder einmal eine seiner Aktionen geliefert, für die ich ihn so liebe:

Man beachte den MoBro rechts von ihm 🙂

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Oha, der Textilschwede will mich verführen

Es ist doch gemein. Die meiste und beste Inspiration hol ich mir an Freundinnen und/oder Frauen, die ich auf der Straße sehe. Und seit ich eine entfernte Bekannte vor einigen Wochen im Wienerwald getroffen hab, geht mir ein überdimensionierter grauer Sweater als Kleid nicht mehr aus dem Kopf. Hab seither immer wieder recherchiert, aber auf der biofairen Ebene nix entdeckt. Immer wieder überlegt, ob ich vielleicht mal ins Caritaslager schau, vielleicht find ich ja irgendeinen riesigen Herrensweater, den ich mir ein bißchen schmäler nähe.

Am Wochenende eine alte Bekannte des Liebsten getroffen. Und auch sie hatte genau so ein Teil an. Ich so: „Maaah, so einen hätt ich so gern, wo ist denn der her?“

Fehler, großer Fehler.

Ich muss lernen: Nicht fragen. Man will die Antwort ja eh nicht hören.

„Vom Haundemm!“

„Aber sicher schon älter, oder?“ Das war sowas wie der Versuch eines Abwehrmanövers im letzten Moment. Aber leider nicht erfolgreich:

„Na, vor einer Woche gekauft. Cool, oder?“

Verdammt. Das erste Mal seit Monaten (Jahren!) auf die Website in den Webshop geschaut. Und da ist er. Und gleich noch ein ähnlicher, auch saucool. Der eine fünfzehn, der andere 20 Euro. Und ich denk mir: „Nein. Neinneinnein. Fuck. Genau so. Nein. Neinneinnein.“

Aber ich bin immer noch von der WearFair und den vorhergehenden Einkäufen gesättigt. Ich brauch ihn nicht. Und die Feststellung, dass ich immer noch nicht immun bin gegen den Textilschweden, ärgert mich grad massiv. Aber mei, wenigstens weiß ich: Ich werd jetzt ein paar Tage raunzen und mir den Pulli wünschen und mit mir kämpfen, aber ich werd ihn mir nicht kaufen.

Caritaslager am Samstag anyone? 🙂

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Und das Perverse – neulich haben mir sogar Schuhe von Nike (!) plötzlich uuuurgut gefallen. Nike! Das sind die hier, best of Böse! Und was lernen wir daraus? Die Verführungen werden niemals weniger – aber die Konsequenz ist immer noch da. Ich kauf doch den Nikes keine Schuhe mehr ab, pfft, soweit kommts noch 🙂

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Fashioncamp: Gesamte Diskussion online

Die gesamte Diskussion vom Fashioncamp ist seit ein paar Tagen online! Wer Nana, Michaela, Victoria und Veronika beim Diskutieren und mir bei meiner (definitiv optimierbaren) Erstlingsmoderation zuschauen will: Klick aufs Bild!

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Und falls mich wer für zu unkritisch hält: Ich glaube nicht, dass es der Weg ist, mich mit all den Bloggerinnen, die Mode zu ihrem Arbeits- und Freizeitmittelpunkt machen, anzulegen. Der Groschen muss sowieso bei jeder selbst fallen, auf ihre jeweils eigene Art. Ich hab mich gefreut, dass wir bei dieser Diskussion viele Zuhörerinnen hatten und der Gedanke der fairen Produktion und Ressourcenschonung ein bißchen rausgetragen wurde.

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Lieblingsblog: 21 Days without…

Die liebe Alex von 21 days without und ich haben uns gegenseitig interviewt (ich habs mir leicht gemacht, ich hab ihr die Fragen, die sie mir geschickt hat, einfach zurückgeschickt). Ich darf euch vorstellen: Alexandra. Ihr Blog ist von Null auf Lieblingsblog bei mir gewandert. Also zumindest ist er in meinen Top Five 🙂 Ich freu mich über jede neue Idee von ihr, und jeden neuen Beitrag – und hoff, dass es euch auch so geht!

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Wie bist du auf das Projekt gekommen?
Ich wollte schon lange einen eigenen Blog starten, weil ich ganz einfach gerne schreibe. Aber lange konnte ich mich nicht so richtig auf ein Thema festlegen, denn ich interessiere mich zwar für viele Sachen – Mode, Literatur, soziale Themen, Tiere – aber keines der Themen macht mich ausschließlich aus. Darüber habe ich eines Abends auch mit meinen Freunden bei einem Bier gesprochen. Wir sind dann aber auf ein anderes Thema gekommen: Mein Kumpel trinkt wirklich gerne Bier, er könnte ohne leben, aber es würde ihm schwer fallen. Daraufhin haben wir uns den ganzen Abend hineingesteigert und aufgezählt, worauf wir niemals verzichten könnten. Irgendwann habe ich angefangen mitzuschreiben. Und als ich am nächsten Tag auf den Zettel geschaut habe, wusste ich: DAS wird mein Blog – ich versuche zu verzichten und schaue, ob ich als notorisch undisziplinierter Mensch immer 21 Tage durchhalten kann. 21 DW war also wirklich eine Schnapsidee.

Welches Projekt ist dir besonders schwer gefallen? Welches war am besten?
Die Umstellung vom Schokoholic und Fleischesser zu einem vegan lebenden Menschen war wirklich schwer. Deshalb: Die “21 Tage ohne tierische Produkte” waren bisher für mich das härteste, was ich gemacht habe. Ich hatte am Anfang eine Woche lang Bauchschmerzen und das Gefühl, ich muss verhungern. Gleichzeitig war das aber auch für mich persönlich das beste, denn ich esse immer noch weitgehend vegan, weil ich nach ca. zwei Wochen einen mega Energieschub bekommen habe und seitdem fitter denn je bin.

Aber wenn du meine Leser fragst (zumindest den Klickzahlen nach zu urteilen), dann war sicher die Challenge, bei der mich mein Freund 21 Tage lang eingekleidet hat, am besten. Alle fanden es superwitzig, dass ich nach dem Champions League-Finale plötzlich im Bayern-Trikot an der Arbeit erschienen bin. Viele, die mich nicht so gut kennen, dachten, ich bin eingefleischter Bayern-Fan und wollten über das Spiel diskutieren. Dabei habe ich echt null Plan von Fußball …

Haben dich deine 21-Tage-Projekte bisher bereichert?
Ja, auf jeden Fall. Mittlerweile merke ich, dass es wirklich Sinn machen kann, im Leben auch mal auf etwas zu verzichten, denn man konzentriert sich dadurch auf das Wesentliche. Das macht vieles leichter. Ich habe zum Beispiel nach fünf Projekten gelernt, was mir wirklich wichtig ist: mein Freund, meine Freunde, Familie und Gesundheit. Ich finde, viel zu oft vergisst man das und ist unzufrieden wegen Kleinigkeiten …

Was kennzeichnet die Dinge, die man wirklich braucht?
Günter Netzer hat mal gesagt: Im Leben kommt es nicht darauf an, glücklich zu werden, sondern zufrieden zu sein. Deshalb denke ich: Die Dinge, die man wirklich braucht, machen einen zufrieden.

Was würdest du auf deine allerletzte Reise (also in den Tod) mitnehmen?
Ein paar schöne Erinnerungen. Und, wenn das möglich wäre, vielleicht ein Buch von Carlos Ruíz Zafon.

Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan?
Ich bin gerade dabei, mir selbst und ohne die Hilfe meiner Mum Socken zu stricken. Für mich ist es noch ein kleines Wunder, dass am Ende nach so vielen Maschen die Form einer Socke entsteht :-D.

Was macht dir Angst?
Einen geliebten Menschen zu verlieren.

Was macht dich richtig wütend?
Leidenschaftslose Menschen, die sich über jede Kleinigkeit aufregen, ihren Beruf nicht mögen, nur meckern, überheblich sind und nicht sehen, wie gut es ihnen geht.

Sommer oder Winter?
Auf jeden Fall: Sommer!! Am liebsten das ganze Jahr.

3 Dinge für die Insel?

  • meine Freundin Tamara (okay, sie ist kein “Ding”, aber mit ihr wird es nie langweilig)
  • Bikini
  • Cocktails


Setze fort wie du willst: „Lost in…..“
… live and internet (ich liebe Vollständigkeit, deshalb möchte ich am liebsten jeden Tag alle meine Lieblingsblogs von vorne bis hinten lesen)

Dein letzter Kinofilm?
Lone Ranger

(c) Laura Büchele

(c) Laura Büchele

 

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Ichkaufnix bei Vöslauer

Ok, jetzt laufe ich Gefahr, entweder mega-arrogant und herablassend oder einfach nur mega-vergesslich zu wirken: Ich hab die Publikation eines Interviews mit mir übersehen. Ein kleiner Hinweis, um euch auf zweiteres zu lenken: Ich habe es geschafft, den Pincode meines Handys zu vergessen. Nachdem ich ihn locker zwei, dreimal die Woche eingeb, seit Jahren. Weg, einfach weg. Futsch. Netbanking-Code (neunstellig), Bankomat-Code (vierstellig), die Telefonnummer meiner Eltern, die wir hatten, bis ich 12 war (siebenstellig): Kann ich alles aufzählen. Der Pincode: gelöscht aus meinem Hirn. Und die PUKs frisst mein Handy nicht. Das heißt: Nicht erreichbar. Und Haustür doppelt abschließen hab ich vergangenes Wochenende auch vergessen. Mein Hirn, mein Hirn…

Die liebe Maria hat mich nämlich für den Vöslauer-Blog befragt – und dankenswerterweise auch gleich auf das Buch hingewiesen.

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Und auch sehr schön: Mein – ja, ich nenns jetzt mal so – geliebtes Label km/a hat dieses Interview auch auf deren Facebookseite geteilt. Freude!

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Minimale Verbesserungen in Bangladesch

Ich wurde bereits mehrfach auf folgenden Artikel hingewiesen, und habe bisher davon abgesehen, darüber zu schreiben, da ich lieber erst auf Ergebnisse warten würde. Heute früh hab ich mir den Beitrag nochmal genauer durchgelesen – und finde es unglaublich, wie sehr in einem einzigen Artikel gleichzeitig Hoffnung geschürt und zerstört wird. Die Anhebung ist ein guter Plan und erfreut wahrscheinlich nicht nur mein Herz (und sei es nur, um auf internationalen Druck zu reagieren). Die Anhebung auf immer noch über 20 Euro weniger als gefordert, und warum sollen nur fünf bis 15 Prozent weitergegeben werden an die Unternehmen – wenn die anscheinend sogar sich positiv über eine Lohnsteigerung äußern?

Es dauert zwar noch zwei Monate, aber ich wünsch mir jetzt mal was vom Christkind: Gebt den ArbeiterInnen 75 Euro (oder mehr!!!) im Monat, und lasst die Unternehmen, die jahrelang profitiert haben von diesen miesen Löhnen, zu mindestens 30 Prozent dafür brennen. Bitte. Und bitte, ich war dieses Jahr sooo brav, darf ich mir bitte eine neue Überarbeitung der Importbedingungen der EU wünschen?

Hier der Artikel:

Bangladesch: Textil-Mindestlohn soll deutlich angehoben werden

23. Oktober 2013, 11:57
  • Besonders schwer war das Unglück in der Nähe der Hauptstadt Dhaka im April. Bei dem Einsturz eines achtstöckigen Gebäudes waren damals über 1.130 ArbeiterInnen in den Trümmern ums Leben gekommen.
    foto: ap

    Besonders schwer war das Unglück in der Nähe der Hauptstadt Dhaka im April. Bei dem Einsturz eines achtstöckigen Gebäudes waren damals über 1.130 ArbeiterInnen in den Trümmern ums Leben gekommen.


Arbeitgeber stellen Erhöhung um 50 bis 80 Prozent in Aussicht – Internationale Modefirmen, die vor Ort produzieren lassen, sollen zur Kasse gebeten werden

Dhaka – In Bangladesch zeigen die Proteste von TextilarbeiterInnen für einen höheren Mindestlohn Wirkung. Die ArbeitgeberInnen stellten am Montag eine Anhebung um 50 bis 80 Prozent in Aussicht. Um die dafür anfallenden Kosten zu decken, wollen sie jedoch internationale Modefirmen und Bekleidungsmarken, die vor Ort produzieren lassen, zur Kasse bitten.

Das weltweit zweitgrößte Exportland für Textilien hofft damit auch den internationalen Druck zu mildern, seine Arbeitsbedingungen zu verbessern. Denn nach einer Serie schwerer Unfälle und dem Einsturz eines Fabrikgebäudes, bei dem im April mehr als 1.130 Menschen ums Leben kamen, war Bangladesch in die Kritik geraten. Noch am Montag wollte sich das zuständige Gremium zu Beratungen treffen, bevor der Lohnvorschlag dann an die Regierung übergeben wird.

Monatlicher Mindestlohn bei 28 Euro

Der monatliche Mindestlohn für Beschäftigte der Textilwirtschaft liegt in Bangladesch bei umgerechnet 28 Euro. Zuletzt war er 2010 nach monatelangen Protesten angehoben worden. Die Textil-Beschäftigten fordern nun eine Erhöhung auf rund 75 Euro. Mit zahlreichen Protestaktionen untermauerten sie zuletzt ihren Anspruch, ein Fünftel der Produktionsstätten war davon im vergangenen Monat betroffen.

Die Fabrik-BetreiberInnen hatten zunächst einen Mindestlohn von monatlich rund 34 Euro angeboten. Reuters erfuhr von ihnen, dass damit gerechnet werde, dass die zuständige Tarifkommission nun zwischen 42 bis 52 Euro vorschlagen werde. Fünf bis 15 Prozent der Kostenerhöhung sollten auf den Einzelhandel umgeschlagen werden. Ob damit aber auch ein Ende der Streiks zu erreichen ist, bleibt offen. Viele ArbeiterInnen haben bereits angekündigt, weiter zu protestieren, sollten ihre Forderungen nicht umgesetzt werden.

Vor allem Frauen sind in der Branche beschäftigt

Die Textilindustrie ist die wichtigste Branche des asiatischen Landes. Sie steht für 80 Prozent des Jahresexports. Vor allem Frauen sind in dem Bereich beschäftigt. Wegen der extrem niedrigen Löhne und der günstigen Zollbestimmungen für Lieferungen in die westlichen Industrieländer lassen fast alle großen Modefirmen und Bekleidungsmarken in Bangladesch produzieren. Beliebter ist bei den Unternehmen derzeit nur noch China.

In den Lohnverhandlungen geht es jetzt darum, einen Kompromiss zwischen den AuftraggeberInnen aus den Industrieländern, darunter Konzerne wie Wal-Mart oder H&M, den Fabrik-Eigentümern mit guten Kontakten zur Politik und den protestierenden ArbeiterInnen auszuloten. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung in Bangladesch nicht auf die Streiks reagiert. Doch dann kam es zu mehreren Unfällen in Fabriken. Besonders schwer war das Unglück in der Nähe der Hauptstadt Dhaka im April. Bei dem Einsturz eines achtstöckigen Gebäudes waren damals über 1.130 ArbeiterInnen in den Trümmern ums Leben gekommen. Hinweise der Stadtverwaltung auf Risse waren offenbar ignoriert worden. Das Gebäude war nach offiziellen Angaben auf sumpfigem Boden und ohne die erforderlichen Genehmigungen gebaut worden. Nur zwei Wochen später war es in Dhaka in einer Textilfabrik zu einem Brand gekommen, bei dem acht Menschen starben.

Wal-Mart und H&M offen für Gehaltssteigerungen

Wal-Mart und H&M zeigten sich offen für Gehaltssteigerungen. „Löhne sind ganz oben auf unserer Agenda, um für Verbesserungen in der Textilwirtschaft zu sorgen“, sagte Helena Helmersson, die bei H&M für das Ressort Nachhaltigkeit zuständig ist. Wal-Mart ermuntere die Regierung in Bangladesch, die Löhne an die Bedürfnisse der Arbeiter anzupassen, sagte ein Firmensprecher. ArbeiterInnen in Bangladesch bekommen in etwa die Hälfte des Lohnniveaus von Vietnam oder Kambodscha. Im Vergleich zu China ist es sogar nur ein Viertel. (APA, 23.10.2013)

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Nur kurz nebenbei und hochgiftig

Gut, Bademode ist jetzt selten aus reiner Baumwolle.

Aber dass sie gleich hochgiftig sein muss… Greenpeace hat mal wieder getestet und – leider wenig überraschend – wieder mal richtig grausliche Ergebnisse bekommen.

(So ganz ohne Hinweis auf den unten bereits zitierten Artikel von Greenpeace gehts halt doch nicht…)

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