Archiv der Kategorie: ichkaufnix

Breaking News: Nixkaufen und das Schicksal

Ich hab ja schon ein, zweimal über die Wear Fair geschrieben. Die Messe für nachhaltige Mode in Linz. Ende September. Und heute schreib ich euch, warum ich die so anpreise. Aber dafür muss ich ein bissl ausholen.

Ende April, es war kackheiß, war ich bei der lieben Ina im Garten. Dort anwesend auch ihre Mama Claudia. Die meinte, sie würde gerne lesen, was ich so vor mich hin blogge – allerdings stelle sie sich immer wieder die Frage: Was kommt danach? Was passiert, wenn das Jahr um ist? Wird es ein effektives, operatives Ergebnis geben, irgendwas Greifbares? Mit diesen Fragen rannte sie bei mir offene Türen ein, auch ich überlegte in den letzten Wochen, wie es wohl weitergehen würde, welche Entwicklung das ganze Projekt noch nehmen würde. Mir wurde nämlich mehr und mehr klar, dass ich das Thema Fair Fashion, Realsituation der Kleiderproduktion und Umweltbelange gerne beruflich umsetzen würde.

Szenenwechsel, zwei Tage später. Ich sitze bei uns (also GLOBAL 2000) im Büro und vertrete einen Kollegen in einem Meeting mit Südwind. Südwind hatte uns eine Kooperation in Sachen Wear Fair angeboten. Nur zwei Tage waren seit dem Gespräch mit Inas Mama verganen, und schon winkte das Schicksal nicht nur mitm Zaunpfahl, sondern gleich mit dem ganzen Garten… Was soll ich sagen: Wir gehen die Kooperation ein. Und ich habe die Ehre, von nun an die Organisatoren bei der PR für die Wear Fair zu unterstützen.

Also wenn das kein effektives, operatives Ergebnis ist, dann weiß ich auch nicht. Und ja, ich freu mich echt deppert über diesen Wink des Schicksals!

wearfair.at

wearfair.at

Und ja, ich finds immer noch hart, dass ich dort auch nix kaufen werde, aber Plan ist Plan!

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James hat wieder was zum Schauen

Ladies and Gentlemen, meet mein neues Bügeleisen, gekauft auf willhaben.at und in der Tasche gleich mal ausgeronnen, weils Wasser noch drin war, und mein neues Bügelbrett, Geschenk meiner lieben Leserin M_S! Ich freu mich grad wirklich sakrisch, ab jetzt wird James mich zweifelnd beim Bügeln betrachten. James betrachtet mich seit Jahren prüfend, ob beim Faulenzen am Sofa, beim Bloggen, bei meinen ersten Nähversuchen oder früher mal im Schlafzimmer (da ist er aus vorstellbaren Gründen aber ausgezogen)…

Vielen vielen vielen vielen Dank an die so liebe M_S (ich weiß nicht, ob es ihr recht ist, ihren Namen hier zu schreiben). Zu dem Bügelbrett gabs nämlich gleich mal fünf Nagellacke geschenkt dazu! Noch dazu hat sie zwei Katzis, von denen einen eine gröbere Schmuseeinlage hingelegt hat – hab mich ein bißchen gefühlt wie ein Junkie beim ersten Schuss nach dem Entzug, endlich! wieder! Katze! kraulen! 🙂 Das wars wert, durch halb Wien mit der Ubahn zu fahren. Und wieder zu merken: Es hat einen Grund, warum ich nur am Fahrrad unterwegs bin….

Jetzt hab ich eine Ausrede weniger zum Nähen …. starte heute gleichmal erste Freestyletests. Nach dem Stadtspaziergang!

James und das Bügelbrett (c) nunette colour

James und das Bügelbrett (c) nunette colour

So, und liebe potentielle Einbrecher, das einzige Wertvolle auf diesem Bild (also alles, was mehr als 20 Euro gekostet hat), ist das Klavier. Und das hat einen Stahlkorpus. Das derschleppts ihr nicht.

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Filmtipp

Schon etwas älter, aber genial, weil versteckt gefilmt – so einen persönlichen Einblick in die Fabriken hat es noch nie gegeben, glaub ich…

 

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„Shirts ab 3,50€“ ?!?!?!?!?!!?

Gestern in Stockerau am C&A vorbeigefahren – in der Auslage ein großes Hinweisschild „Shirts und Tops ab 3,50 €“. 

Bitte wie geht sich das für ein Unternehmen aus? Schon klar, man lockt Leute mit superbilligen Angeboten, rechnet bei denen auch mit null Gewinn, und baut drauf, dass die Leute dann nicht nur das Shirt, sondern gleich auch zwei, drei andere Kleidungsstücke im Laden kaufen. Und genaugenommen wird durch solche Angebote auch klar, dass 3,50 für ein Shirt im Grunde wirklich machbar sind, von der Produktion über die Lieferung bis hin zu den Nebenkosten wie Gehalt für die VerkäuferInnen und Strom in den Filialen, zum Bleispliel (Wortschöpfung eines Freundinnenkindes, das es in meinen Wortschatz geschafft hat, genauso wie Luftablon statt Luftballon)…

Da stehen jetzt zwei Gedankengänge in meinem Hirn herum und warten, begangen zu werden. Erstens: Oidaa, wenn sich 3,50 für ein konventionelles Shirt ausgehen, dann ist alles, was drüber ist, Gewinn für die Firmen – damit zahl ich denen die Werbung und das Marketing. Eh klar, das ist jetzt nicht der Stein der Weisen – aber definitiv so ein Punkt, den man sich nicht überlegt, wenn man beispielsweise bei einer kürzlich von mir behandelten Modemarke (Stichwort venezianisch..) ein Shirt um 149 Euro kauft (wobei ich diesen Preis wirklich extrem finde – ich glaube schon, dass die Qualität besser ist als beim 3,50-Shirt, aber bis zu welchem Ausmaß validiert das den dreistelligen Preis?).

Der andere Gedankengang, auf dem ich mich gerade permanent hin- und herbewege wie ein Hund, der sein Rudel zusammenhalten muss: Wie kann es sein, dass 3,50 genug dafür sind, den Stoff für ein Shirt zu produzieren, die NäherInnen zu bezahlen, es mit all seinen Geschwistern aufs Schiff zu packen, in eine Filiale zu liefern, die Miete, Strom, VerkäuferInnengehälter und einiges mehr kostet? Allein schon der Gedanke, dass sich das ausgehen kann, erscheint mir fast schon unmoralisch. Am Ende dieses Gedankenganges hindern mich dann folgende Satzschranken am Weitergehen: „Bitte wieso halten Menschen hier es für ein gutes Geschäft? Wieso freuen sie sich über ein Shirt um 3,50? Wieso checken die nicht, dass sich das nie und nimmer ausgehen kann ohne massiven Sozial- und Umweltschaden?“ Ab 10-15 Euro pro Shirt fängt der Gedankengang in Richtung besserer Qualität o.ä. an, natürlich auch Schwachsinn und nur Marketing, solange es sich nicht um Bio und Fairtrade handelt. Aber 3,50?! Da MUSS man doch drüber nachdenken! Tja, so weit ist es mit mir gekommen: Einmal begonnen, drüber nachzudenken, versteht man bald die Leute nicht mehr, die nicht drüber nachdenken. Oioioioioioi….ich werde wunderlich…

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Der Bruder und der Blog

Bitte, meine kleine Schwester macht was, was ich immer mach, schreibt darüber und kommt dafür sogar in die Zeitung.

Zitat Bruderherz Ende.

Ja. Er hat recht, er shoppt nicht – aber auch nur, weil er sich seine Sachen immer von diversen Frauen kaufen ließ – weils ihm schlicht wurscht war und ist. Wie viele andere Männer, die auf meine Erzählung hin regelmäßig mit überraschtem Gesichtsausdruck meinen, sie würden das auch oft tun – also ein Jahr nix shoppen, was sei denn das Besonderes…. (ich vergleiche dann immer mit ein Jahr keine neue Elektronik/keine neuen Fahrradteile/keine neuen Platten o.ä. Da kapieren sie es dann schnell…)

Warum ich das schreibe? Weils wirklich nix besonderes ist, was ich mache – und irgendwie doch. Weil ich einfach erst durch den Beschluss, nix mehr zu shoppen, begonnen habe darüber nachzudenken, wo meine Sachen eigentlich herkommen. Und warum ich eigentlich so gern shoppe, weil ums „was Neues brauchen“ gehts da doch schon lange nicht mehr.

Warum ich das jetzt schreibe? Um danke zu sagen! Ich finde es unglaublich, wie viele LeserInnen da mit mir mitfiebern, kommentieren, und mich auf Facebook „liken“ (ich werd mich nie an diesen Anglizismus gewöhnen). Es freut mich, weil es mir auch das Gefühl gibt, ich bin jetzt nicht komplett dulliöh, sondern ich treffe auf Verständnis. Anscheinend geht es inzwischen nicht nur mir so – mit dem zu viel, zu schnell, zu kurzlebig, zu oberflächlich….

Kurz: Danke euch allen! Ich habe wirklich das Gefühl, mit meinen Recherchen, meiner Schreiberei und dem Thema im Allgemeinen meinen roten Faden endlich gefunden zu haben. Apropos roter Faden: Nächstes Wochenende krieg ich wieder Nähnachhilfe, und zwar bei der lieben Ena. Bin schon sehr gespannt!

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Modeaf-fair-e

Hab eine tolle Seite gefunden: www.modeaffaire.de . Ganz viele Links für ganz viele faire Modeproduzenten. Wer weiß, vielleicht findet Katrin da ja die gewünschte Jeansjacke? Hier der Einkaufsguide für Frauen und hier der für Männer

 

 

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Streik am Sofa

Die Online-Zeitung ecouterre.com berichtet:

More than 5,000 Cambodian garment workers failed to reach an agreement with their employers on Tuesday after 11 days of striking. Negotiations between the Coalition of Cambodia Apparel Workers Democratic Union and Singapore-owned SL Garment Processing broke down after workers rejected offers they regarded as less than satisfactory. Employees at the facility receive a base pay of $61 a month, which requires them to toil eight hours a day, six days a week. Workers are demanding a $5 pay rise, plus another $25 per month to cover transportation and housing costs. “We will not stop our strike until our problems are solved,” said Teng Ry, one of thousands picketing on the outskirts of Phnom Penh, told the Associated Press. Employees, he said, are regularly denied sick leave and ordered to work up to 16-hour shifts, including on days off. Although long shifts are compensated with overtime pay, SL Garment Processing was breaking Cambodian labor laws by forcing employees to work against their will, he added. The factory is still operating, albeit with a skeleton staff. According to its website, the garment factory supplies clothing to more than two dozen international brands, including J.Crew, Old Navy, Gap, Banana Republic, H&M, and Levi’s.

Biobaumwolle hin, supernachhaltige Jeans her, DAS unterstützen wir trotzdem durch unsere regelmäßigen Einkäufe, weil wir glauben, nix anzuziehen zu haben – sagte sie und saß in ihrer 30-Euro Jeans und ihrer (immerhin) Biobaumwoll-Textilschweden-Strickweste am Sofa, dessen Überzug wohl auch von NäherInnen aus diesen Ländern stammt…. – das Sofa kostete übrigens als billigstes mit Bettfunktion vom Möbelschweden fast zehn volle Monatslöhne der kambodschanischen Arbeiter (wobei, ich habs Second Hand um die Hälfte gekauft, aber darum gehts grad nicht).

Mir ist schon klar, ich vergleiche Äpfel mit Birnen und man muss ja auch die  lokale Wirtschaft berücksichtigen und nur weil ichs entsetzlich find, heißts ja nicht, dass ihr hier zum Asket werden muss und 61 Euro sind dort viel Geld und blaaaaahhh. Trotzdem. 61 Euro im Monat im Vergleich mit einem wirklich günstigen Sofa zum hin und wieder drauf herumlungern, das fetzt halt doch irgendwie kurzfristig in die Magengegend.

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Take a Break!

So. Ende jetzt. Seit Monaten denk ich jeden einzelnen Tag über Mode und Kleidung in jeglicher Form nach. Beschäftige mich mit den diversen Hintergründen der Modeindustrie. Aber nicht heute. Heute ist Auszeit. Heute ist Sonne, ab aufs Land, Familie, spielen mit meinen grandiosen Nichten und Neffen, die Zeit einfach genießen und entspannen. Und nicht drüber nachdenken, wie ich ausschau, was ich anhab, wo das, was ich anhab, herkommt, und wieso und überhaupt.

Schönen Sonntag! 🙂

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The day after tomorrow

Die liebe Katrin, quasi meine deutsche Partnerin im Geiste, rief gestern dazu auf, dass man aus Solidarität ein persönliches No-Go-Teil anziehen sollte. Nachdem für mich gestern beruflich ein sehr wichtiger Tag war (ich musste eine Pressekonferenz mit einem Minister als Gast moderieren, den ich normalerweise ebenfalls beruflich quasi permanent öffentlich kritisiere, und einen Weg finden, wie ich die Konferenz am Vormittag und das Festival am Nachmittag outfitmäßig kombiniere), konnte ich diesem Aufruf leider nicht so ganz folgen. Aber um dennoch ein bißchen Engagement zu zeigen, zog ich zumindest Teile an, die ich selten bis nie trug. Schlauerweise gibt es kein Foto, darum die Beschreibung von unten bis oben: Rote Rauhlederstiefel, schwarze Leggings, ein bisher genau einmal getragenes Kleid (und ein klassischer „schnell noch ohne Anprobieren mitnehmen, weil runtergesetzt auf 10 Euro“) – kurz, in der Taille gerafft, und assymetrisch – ein Arm plus Schulter ganz frei, einer langärmelig), drüber ein grüner Blazer, unter den ich vor fünf Jahren noch einen dicken Winterpulli brachte, was heute illusorisch ist.

Und zu meiner eigenen Überraschung: Ich fühlte mich wirklich wohl in dem Gewand! Der Blazer verschwand nach der Konferenz gleich mal, und fürs Festival fühlte ich mich gerüstet.

Und weil es die ZiB24 und keine der früheren Ausgaben war, und weil es um ein Festival ging, ließ ich den Blazer auch beim Interview weg. Ist zwar mutig, ist aber  auch Festival! Was wird sich die Oma noch aufregen, wenn sie das sieht 🙂

Und wer heute noch nichts vor hat: Ab mit euch aufs TOMORROW-Festival! Die Location ist wirklich schräg, so direkt neben dem Atomkraftwerk die Mainstage….Für mich ist heute allerdings the day after tomorrow, heute abend muss einfach Song Contest mit Stermann und Grissemann geschaut werden! Im bequemsten, gemütlichsten No-Go-Gewand überhaupt, weil zuhause vorm Fernseher 🙂

 

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Pflichttermin

Von 28.-30. September 2012 bin ich bereits voll verplant. In Linz. Ich freufreufreu mich schon extrem darauf, viele neue Anbieter fairer Bio-Mode kennenlernen zu dürfen. Natürlich wirds megabitter, dass ich dann noch nicht shoppen darf – aber die Vorfreude überwiegt. Habe es vor kurzem schon mal angekündigt, und auch jetzt wird sehr wahrscheinlich nicht das letzte Mal sein. Ich bin einfach begeistert, dass es so etwas in Österreich gibt – und dass man dafür nicht nach Berlin oder London muss. Bleibt statt Zug- oder Flugticket mehr Geld fürs Shoppen. THEORETISCH NATÜRLICH! 🙂

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