Archiv der Kategorie: ichkaufnix

Ich werde kleidertauschfeiern!

Weil ich ja nicht nur selbst ganz brav aufs Shoppen verzichte, sondern auch bei einer Umweltschutzorganisation arbeite – wie man durch meine langsamen Erkenntnisse hier am Blog sieht: Realo, nicht Fundi 🙂 – und die diese wunderbare Kampagne ins Leben gerufen haben, habe ich gemeinsam mit einigen Kolleginnen eine Kleidertauschparty angezettelt (vielen Dank an Stella, übrigens, die die Organisation übernommen hat). Passt zur Kampagne, passt für mich ganz wunderbar – und passt für die liebe nähmaschinenherborgende Eva, in deren Lokal wir ganz edel bei Prosecco und Fingerfood (Händeabwischen nachm Essen nicht vergessen, denkts an die Flecken auf der Kleidung!) nicht mehr Gewolltes tauschen werden.

Ich hoffe, ich sehe einige von euch am 7. Mai ab 15.00h (bis 19.00h) im Dellago am Yppenplatz.

… und bringts Größe L oder 42 mit, damit ich auch was davon hab, hihi! 🙂

…uuuund: wenn ihr einen Account habts, wärs super, wenn ihr auf Facebook zusagen könntets (es warat wegen dem Überblick und so…)

(c) GLOBAL 2000

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Fleece

Zugegeben – bei Fleece bin ich parteiisch. Im Winter wohne ich quasi in meinen unglaublich gemütlichen, weichen und vor allem warmen Fleecejacken, kuschle mich in meinen Fleeceschal, und auch mein schon recht altes, aber immer noch himmlisch bequemes Fleecepyjama soll nicht ungenannt bleiben. Umwelttechnisch hat Fleece einen großen Vorteil – und ein paar riesigen Nachteile. Warum ich Fleece trotzdem liebe, obwohl ich v.a. über einen der Nachteile bereits Bescheid wusste? Tja, das Wunder der Verdrängung, das schlug mal wieder zu…

Der Vorteil: Es wird aus benutzten und natürlich gereinigten PET-Flaschen hergestellt.

Der Nachteil: PET wird in so derartig kleine Fasern zersetzt, dass diese übers Abwaschwasser bei jedem Waschgang irgendwann dann im Meer landen. Und dort nachgewiesen werden können, kein Spaß für die dort lebenden Mikroorganismen natürlich.

Und: PET-Flaschen stehen im Verdacht, Acetaldehyd abzugeben. Möglicherweise krebserregend. Über Acetaldehyd und Fleece weiß Google nix genaues nicht. Dafür wird bei der Fleece-Produktion Antimontrioxid eingesetzt. Ebenfalls als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.

Fleece ist ein absolutes Massenprodukt. Verlass ich mich jetzt auf Bewertungen, wonach diese Substanzen weit unter dem Grenzwert nachzuweisen sind in meiner Lieblingsfleecejacke? Freu ich mich über die Tatsache, dass tausende Tonnen PET-Flaschen wiederverwendet werden können? Hab ich Angst um meine Gesundheit? Oder – so nebenbei – um die des Meeres?

Hach scheisse. Und wieder so ein Ding gefunden, das sich 2013 definitiv ändern wird. Und wenn meine letzte Fleeceweste dann über den Jordan ist: Ich werde dich vermissen, Fleece….

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Pimp up my shirt

Ich hab die Regeln des Kaufboykotts gestern doch ein bißl gebogen. Ich hab mir nix per se gekauft – weder was Neues noch etwas ausm Second-Hand-Shop. Ich habe mir auf der WearFair-Veranstaltung Linz ❤ Labels mein altes Shirt von einer Studentin der Linzer Kunstuni mit anderweitigen Stoffresten pimpen lassen. Habe lange hin und her überlegt, ob ich es tun soll – weil für die Arbeit ein kleiner Unkostenbeitrag verlangt wurde. Nachdem Umarbeiten aber laut meinen eigenen Regeln erlaubt ist, habe ich es gewagt. Die einzige Abweichung von meinen Regeln war, dass es jemand anderer gemacht hat und nicht ich. Und zwar die liebe Bettina Woess von „You are the captain of my heart“.

Wieder zuhause, hatte ich – obwohl ich meine Regeln nicht gebrochen habe – sogar ein schlechtes Gewissen, was „Neues“ zu besitzen. Das gar nicht neu ist, sondern mein uraltes Knotz-Shirt war. Als ich mit diesem schlechten Gewissen meine liebe Ina anrief – die hervorragend streng mit mir sein kann, war die zu meiner Überraschung komplett anderer Meinung. Ihr Vergleich: „Es ist ja auch erlaubt, dass du dir beim Schneider eine Hose kürzen lässt, wenn die zu lang ist, oder?“ Ja. Ist es. Nur besitze ich mit meiner Größe keine zu langen Hosen. „Du hast für eine Dienstleistung fair bezahlt und dir nichts Neues gekauft. Wennst auf Dienstleistungen jetzt auch noch verzichtest, kannst nichmal mehr zum Billa gehen.“ Ja, meinte ich kleinlaut, da muss ich dir rechtgeben, liebe Ina. Mein Fazit: Das nächste Shirt pimpe ich mir selbst. Sobald ich auf der Nähmaschine eine grade Naht zusammenbringe…

Hier die kurze Geschichte meines ehemals weißen Langarmshirts – eh klar, vom Schweden.

Vorher (c) Nunette Colour

Der Marine-Style entsteht (c) Nunette Colour

Bettina beim Nähen (c) Nunette Colour

Tadaa, das fertige Produkt. Mein erstes neues Teil seit drei Monaten – das gar nicht neu ist. Lustiges Gefühl.

Das Ergebnis (c) Nunette Colour

Auf der Veranstaltung wurden auch zwei Filme gezeigt – einer über faire Produktion in Indien, der andere über Näherinnen in einer Jeansfabrik in China. Beide so, dass mir streckenweise die Tränen gekommen sind. Mehr davon bald.

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Der Baumwoll-Porno aus den USA

ACHTUNG, DIE FOLGENDEN ZITATE SIND NIX FÜR KINDER ODER KONSERVATIVE ERWACHSENE!!

Letztens „Gute Marken – böse Marken, Konsumieren lernen, aber richtig“ gelesen – und in Sachen Bekleidungsmarken wieder was gelernt. Stefan Kuzmany träumt vor sich hin, wie das wohl wäre, wenn er der Chef seiner nähenden Freundin und anderen Näherinnen wäre. Ich darf zitieren:

„Ich würde mir einen Siebzigerjahre-Pornobart wachsen lassen. Ich wäre unglaublich cool. Der Chef meines eigenen Textilunternehmens. (…) Ich könnte es mit jeder treiben, die für mich arbeitet und die mitmacht – weil sie mich scharf findet. Oder meine Macht. Oder mein Geld. Oder meinen Schwanz. Wenn ich Chef wäre, dann würde ich sowieso nur die geilsten Frauen einstellen, die ich finden kann. (…) Oder wenn ich einer auf einer Party treffe, die mir gefällt – dann stelle ich die ein, sofort. (…) Wir stellen Unterwäsche her. Für unsere Werbekampagnen posieren wir selbst. Ich würde die Weiber Posen aus alten Pornomagazinen nachstellen lassen, aber mit unserer Wäsche bekleidet. (…) Ich würde mich auch selbst fotografieren lassen, wie ich mit einem dieser superscharfen Teen-Modelle im Bett liege und jeder soll denken, ich hätte sie gerade gefickt. Vielleicht habe ich sie gerade gefickt. Alle müssten sowieso ständig geil fickbereit aussehen in meiner Werbekampagne. Sex ist schon was Geiles und verkauft sich auch noch gut. Man müsste es nur weiter treiben als jeder andere. In den Filialen würde ich Pornomagazine auslegen.“

Es geht noch weiter, Kuzmany schreibt auch, wie er sich vor einer Journalistin…. nun ja. Ich bin ja nach obigem Zitat schon auf die Suchbegriffe gespannt, die die Menschen durch Google auf meinen Blog bringen wird, ich lass das jetzt mal aus.

Leider würden mich irgendwann einige der Schlampen, denen ich mal einen Job gegeben habe, verklagen – nur weil ich gerne in Unterwäsche herumlaufe. Dabei muss das doch so sein als Chef des geilsten und coolsten Unterwäscheherstellers der Welt. Na gut, ich hätte vielleicht doch keine Vibratoren an Mitarbeiterinnen verteilen sollen.

Na gut, denkt man sich. Der Herr Kuzmany, der spinnt. Völlig. Und hat ein bissl viel zuviel Testosteron im Blut. Und denkt eher mit den unteren Körperregionen als mitm Hirn. Ein perverser Vollidiot. Doch weit gefehlt! Das, was Kuzmany da sprachlich überzeichnet darstellt – ist haargenau die Geschichte von American Apparel und deren Gründer Dov Charney.

Aber immerhin: Sweatshop-frei mit Produktion in den USA. Schlecht?

Die Geschichte der Reporterin, in dessen Gegenwart er sich einen *piiiiep*te , kann man hier nachlesen (und wer grad Zeit hat: Hier ein sehr langer Beitrag zu American Apparel – ich hab ihn nicht ganz gelesen). Ich danke Herrn Kuzmany, er hat das Kapitel so arg begonnen, dass er mich bei der Auflösung („alles so passiert“) wirklich eiskalt erwischt hat – wieder was gelernt!

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Freestyle-Rundschal

Also das Nähen … pfuh! Da muss man ja genau sein! Und fitzeln! Beides nicht unbedingt Dinge, deren Fan ich bin. Mal schauen, wie das so wird mit dem Mantel.

Den geplanten Rundschal hab ich jetzt mal hinter mich gebracht. Fast erfolgreich. Hab alle Nähte mit Hilfe von ein paar Stecknadeln eher irgendwie als sonstwie gemacht – einen rechten Winkel wird man in dem Ding, solange man es nicht faltet, nicht finden. Und mein Irgendwie-Zusammennähen war natürlich dann auch irgendwie nicht so erfolgreich – die Verbindungsnaht zum Schlauch war zwar wohlgemeint, aber leider nicht gscheit zusammengelegt. Jetzt prangt ein faustgroßes Loch drin. Das aber nicht auffällt, wenn man den Schal um hat, und darum ist es mir wurscht. Was werd ich mich noch genieren für den Schal, wenn ich mal wirklich nähen kann. Aber derzeit find ich ihn noch super. Und einen braunen Schal wollt ich schon lang haben.

(c) Nunette Colour

Und hier der Beweis, dass ich nicht nur einfach ein Stück Stoff um den Hals geschleudert hab:

Beweisnaht (c) Nunette Colour

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Es gibt kein Halten mehr

Ich habe genäht. Allzustolz bin ich auf die Ergebnisse noch nicht, aber lieber Rundschal, du kommst heute noch in meine Gasse!

Hier mein „mal alle Stiche, die das Teil so anbietet, ausprobieren“ (nein, die Schmerzmittel im Hintergrund waren nicht aufgrund etwaiger Verletzungen beim Nähvorgang da, sondern waren in den vergangenen Wochen sicherheitshalber mein Begleiter. Ich hab nämlich in letzter Zeit manchmal Magen..)

Der Erstversuch (c) Nunette Colour

Den Allererstversuch zeig ich euch nicht, ich hatte nämlich einige Male vergessen, den Nähfuß runterzutun.

Beim Nachhausekommen (und ich meine DIREKT danach – siehe Schal, Kappe und Jacke) des Holden eine interessante Beobachtung gemacht – er, dem meine sonstigen Handarbeiten von Stricken bis Ohrringebasteln komplett schnurz sind, er tut halt dankenswerterweise interessiert (natürlich nur böse Unterstellung), bekam einen Anfall von „Da steht ein technisches Gerät, das muss ich ausprobieren“, natürlich nicht ohne einer Prise „Das kann ich SICHER besser als die Nunu!“.

Magische Anziehungskraft der Technik (c) Nunette Colour

Na gut, er hat in der Bedienungsanleitung eine Seite weitergeblättert und gesehen, dass man den Fuß immer runtertun muss. Im-mer. IMMER. Ich hab bereits nach dem Fadeneinfädeln (Seite 9 von 40) wild zu nähen begonnen. Bedienungsanleitungen sind halt langweilig, finde ich… Eigentlich beschreibt diese Episode unser beider Charaktere ziemlich exakt.

Doch unmittelbar später ein erstes halbwegs herzeigbares Spontanergebnis, wenn auch völlig sinnfrei: Ein Taschentuchpackerltascherl ohne Verschluss. Vier Nähte. Tirilei. I did it. Irgendwie verwoardackelt, würde meine Mama sagen….

Erstlingswerk Taschentuchpackerltascherl (c) Nunette Colour

Und Eva: Die Maschine lebt noch..

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Wozu in die Ferne schweifen…

…wenn das Unsoziale doch so nah liegt. Habe das Wochenende in der Ostslowakei verbracht und es auf einer Hochzeit geschafft, von den vierzig angebotenen Wodkaflaschen nur ein Stamperl trinken zu müssen. Die Braut ist Näherin in einer Fabrik für Berufskleidung – deutsche Firma, slowakische Produktion. Nun gut, kennen wir ja. Ihr Gehalt: 320 Euro.

Ein Land weiter sind 320 Euro weniger als die Geringfügigkeit. In der Slowakei das Gehalt für einen 40-Stunden-Job. Würde das Preisniveau im allgemeinen so niedrig sein, würd ich ja noch etwas Verständnis haben. Aber: Der Lidl und der Billa haben die gleichen Preise wie die in Wien. Die Greisler haben fast nur „West-Produkte“ (eigentlich schlimm, dass man das 23 Jahre nach der Wende noch so trennt, ist aber so. Auch bei den Slowaken selbst), ebenfalls zu Westpreisen. In der Altstadt von Levoca ein Optiker mit Brillenfassungen um 100 Euro aufwärts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brillen Touristenprodukte sind. Das Benzin – noch teurer als in Österreich. Es gibt wenige Ausnahmen – Wohnen und Autos sind billiger als in Österreich.

In anderen Worten: Um 300 Euro kann man ein Monat lang, noch dazu mit Kind und lange Alleinerzieherin, nur am alleruntersten Wohlstandslevel überleben, in einem Zimmer in der Wohnung des Bruders.

Warum also bis nach Bangladesch schauen? Geht schon in der Slowakei los…

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Die Bauchpinselei nimmt kein Ende

Ist gerade passiert und muss jetzt in den Blog. Bin grad schwerstens beeindruckt. Folgendes ist passiert:

Nunu sucht auf Willhaben nach einer billigen Nähmaschine für Anfänger. Findet eine tolle, bei Autos würde man es „garagengepflegt und kaum gefahren“ nennen. Schreibt hin, sieht aber nicht, dass die Maschine schon verkauft ist. Bekommt trotzdem eine Antwort, total lieb, mit dem Hinweis darauf, welche Maschinen zu empfehlen sind. Nach kurzem Hin- und Hergemaile das Geständnis der Verkäuferin, mein Name sei ihr bekannt vorgekommen, sie habe mich gegooglet und sei auf den Blog gestoßen.

Nach sechs Stunden Autofahrt, die mit einem Nahen-Verwandten-im-Krankenhausbesuch geendet hat, also beides pfui, ein echt schöner und vor allem sehr schräger Lichtblick dieses Tages! 🙂

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Ich mach einen Nähkurs!

Ich zappel grad vor mich hin und freu mich und bin aufgeregt! Weil: Mein Hausverstand hat über meine Sturheit gesiegt. Ich mache demnächst einen kurzen Nähkurs.

Auf den Tipp der Freundin eines Bekannten hin bin ich nämlich vor kurzem am Heim(um)weg mal im Stoffsalon eingefallen. Ist ein kleines, freundliches Geschäft in der Westbahnstraße mit wuuuuuuuuuuuuuuuuunderschönen Stoffen, alles schön bunt und schöne Qualität und hach! Auch die Besitzerin ist wirklich nett und lässig. Sie veranstaltet auch Nähkurse, und in einen Anfängerkurs hab ich mich noch reinzwicken können. Ich freu mich, bin gespannt und kanns kaum erwarten!

Daumen halten, dass ich etwas mehr Talent beweise als bei der Strumpfhosenfärberei!

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Erstlingswerk in Planung

Meine Damen und Herren, ich hab mir doch noch eine DIY-Zutat gekauft. Ein Schnittmuster. Das ich noch dazu pimpen werde. Ich betone: Ich bin mit 12 das letzte Mal vor einer Nähmaschine gesessen, und mit Schnittmustern hab ich überhaupt noch nie gearbeitet. Aber wo meine Sturheit, da ein Weg – das MUSS funktionieren!

Tadaa, dieses wird mein Erstlingswerk:

(c) burdastyle.de

Allerdings: Ich will, dass sie insgesamt länger ist und dass vielleicht vorne nicht gar so viel Stoff sich bauscht. Und ich will oben Knöpfe anbringen, um sie vielleicht doch zumachen zu können. Schwer zu erklären, aber ich habs schon genau im Kopf. Bleibt nur die Frage, ob ichs auch genau so umsetzen kann.

Bischen so wie der hier (nur halt ohne Muster):

Die Nähmaschine wird am Montag organisiert (und die liebe Eva erleidet hoffentlich nicht einen Herzinfarkt, wenn sie diesen Eintrag und mein Geständnis zum blutigen Anfängerdasein liest), dann kanns losgehen. Aber zuerst verabschiede ich mich ins Wochenende!

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