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Sonntag, immer wieder Sonntag

Bin ich froh, dass heute Sonntag ist, wir alle mehr oder minder verkatert sind, und heute nur noch auf der Dachterrasse bei Katha Oliven und Parmesan futtern werden. Gestern Abend saß ich einen neuen Top gegenüber, neue Ohrringe rechts von mir und hatte auch sonst einige müde, aber glückliche Shopping-Gesichter um mich.

Zuvor hatte ich sogar den Holden beim Shirtkauf begleitet. zum Glück ist Rom so wunderschön, dass ich sowieso mehr auf die Fassaden und die Architektur achte, anstatt in Auslagen zu schauen. 

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s.o.s.

zu früh auf entspannten Urlaub Rom gefreut. wir sind hier zwölf Frauen und zwei quotenmaenner, darunter auch der meinige, der Shopping an sich nicht unbedingt mag. KlamottenShopping zumindest. fast alle waren gestern den ganzen Tag schon da, wir sind erst am Abend angekommen. alle hatten gestern bereits Kultur zum abwinken. und heute wollen alle shoppen gehen. Shopping in Rom mit elf weiteren Frauen, Sorry, das packe ich nicht, das ist zuviel, das werde ich schwach. also individualprogramm mit dem Holden. und was will der? tshirts aus dem Hardrock Café und einen Fanschal von as roma. das leben ist hart und ungerecht, aber ein Eis am Trevibrunnen, das hole ich mir…

Sorry für die miese groß und klein Schreibung, ich benutze Swype, habe es aber noch nicht ganz durchschaut…muss dem Swype noch einiges beibringen, glaube ich…

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mindestrekord

kurzes Update vom Flughafen, ich hab heute glaube ich einen Mindestrekord aufgestellt: schal vier Euro, Shirt fünf Euro, Rock fünf Euro, Leggings geschenkt, Unterhose Fuenferpack 15. ich schäme mich.. aber immerhin, nix davon mit löchern, alles noch heil ….

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Wie lenkt man sich in Rom vom Shopping ab?

Als hätt ichs vorausgeahnt, dass ich nach dem ganzen Schock und den ganzen Reibereien Abstand brauche, fliegen der Holde und ich heute nach Rom (gebucht haben wir im Februar glaub ich, das heißt, wui, ich hab ganz schön lange Vorahnungen…).  Da war ich schonmal, an meinem 29. Geburtstag. Dem echten 29. Auch mit dem Holden.

Mit dem Holden verreisen ist so eine Sache. An sich sind wir super urlaubskompatibel, gleiche Wunschreiseziele, gleiche Vorstellungen von Urlaub. Inzwischen hab ich ihn auch soweit, dass er sich pro Urlaub durch ein Museum quält für mich. Dafür halt ich mich bei Shoppingspompanadln zurück (hin und wieder gelingt das nicht ganz, in Barcelona haben wir uns auf offener Straße angebrüllt…aber hey, da war ich echt in Torschlusspanik, zwei Tage vor Beginn des Boykottjahres). Die Wochenenden und Urlaube dieses Jahr gestalten sich also recht entspannt….aber ich fürchte, mit den vatikanischen Museen wird es auch diesmal nix werden, leiderleider.

Kann mich noch gut an das letzte Mal Rom erinnern, drei Tage lang viel durch die Stadt hatschen, viel Touri-Programm. Wuuuuuuunderschöne Stadt, ich liebe die Stimmung dort – alle brausen auf ihren Vespas durch die Gegend, es ist lebendig, laut, aber nicht richtig modern.  Es gibt allerdings recht wenig an interessanten Geschäften, so auf den ersten Blick. Doch bei uns in der Straße gab es damals ein Geschäft mit toller Unterwäsche, viele Basics, tolle Farben, echt schön. Und so reagierte ich, als der Holde meinte: „Ok, treff ma uns in einer halben Stunde vorm Geschäft, ich geh daweil fotografieren“:

(c) nunette colour

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Ungelogen, das da oben ist wirklich meine Reaktion auf die „Erlaubnis“, shoppen gehen zu dürfen. Bedenklich….

Dieses Mal werd ich mich wohl anders „belohnen“ – Grund für die Reise ist der Geburtstag der ehemaligen Mitbewohnerin, die derzeit in Rom weilt und nun ihren Freundeskreis um sich schart. In der Einladung stand eine Ankündigung einer theatralischen Inszenierung ihrerseits, die ich – damit sie mich nicht gleich mit einer Gnackwatschen begrüßt heut Abend – hier nicht (nochmal?) wiederholen werde, allerdings muss ich folgenden Hinweis hier posten. Katha, ich freu mich drauf! Belohne uns alle!

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Oder ich tröste mich bei einem Aperolspritzer (oder vier davon) hier:

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Und ganz wichtig: Ich esse diese unglaublich herrlichen Lachsspaghetti hier:

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Wie auch immer, ich denke, es ist für genügend Ablenkung vom Shopping gesorgt, ich freu mich bereits wahnsinnig auf die paar Tage!

Und nochmal, liebe Einbrecher, JETZT ist WIRKLICH nichts mehr zu holen bei uns.

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Window Retail Therapy

Also derzeit bin ich wirklich neben der Spur. Der Einbruch, aber auch ein Umbruch im familiären Umfeld haben mich ordentlich verunsichert. Teilweise renn ich grad wirklich abwesend durch die Gegend, und fühl mich einfach nicht wohl. Doch solche Krisen machen erfinderisch: Ich habe mich nicht mit Retail Therapy, sondern sozusagen mit Window Retail Therapy getröstet und abgelenkt. Was mich noch vor ein paar Wochen manchmal ziemlich gestresst hat – in der Auslage Dinge sehen, die ich nicht haben darf – entspannt mich inzwischen regelrecht. Einfach der Anblick feiner Dinge, Kopf ausschalten, nicht nachdenken, einfach nur schauen. Herrlich.

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Gnagnagna

Es ist ja wirklich ok, wenn hin und wieder ein Teil langsam kaputt geht. Wenn ein Teil ein Loch bekommt, dann näh ichs halt, oder miste es aus, je nachdem.

Aber wenn an einem einzigen Tag eines meiner Lieblingsshirts kaputtgeht, bei den Schuhen eine Öse ausreißt und meine roten Stiefel an der Naht aufgehen – dann bin ich beleidigt.

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Hass. Pur und blankgewienert.

Kennt ihr diese Frauen, denen einfach alles steht? Die sich wirklich hässliche Sachen (ich denke grad an Schulterpolstergeblümtes kombiniert mit stone-washed oder so) überwerfen und es steht ihnen einfach hervorragend? Diese klassischen Frauen, die so derartig viel Stil und Ausstrahlung haben, dass sie in einem Kartoffelsack gut aussehen würden? Ja? Kennt ihr die?

Ich hasse sie. Manchmal mehr, manchmal weniger. Heute besonders intensiv, als mein Kleiderschrank mich mal wieder in der Früh angrinste und meinte: „Du hast nichts anzuziehen, nix in mir steht dir auch nur ansatzweise, äckäck!“

Und dann find ich nach langem Suchen doch etwas, was mir zumindest herzeigbar erscheint, gehe aus dem Haus, und sehe nur, wirklich ausschließlich nur diese gewissen Frauen. Die Jeans tragen, die sitzen, und die so viel Stil ausstrahlen, dass Kate Moss, Audrey Hepburn und Jackie Onassis grün vor Neid wären. Die sogar das Schultern ihrer Tasche zum modischen Statement machen. Dann tu ich mir immer so leid…

Aber bis mir einleuchtet, dass ich viel Auswahl habe, dass ich frei entscheiden kann, wonach mir gerade ist, dass in meiner Wohngegend definitiv keine Kate Mosses, Audrey Hepburns oder Jackie Onassis‘ frei herumlaufen, sondern eher Daniela Katzenbergers, Taras und Annis (I gestehe, ich steh auf SNF…), und überhaupt, dass mein Kleiderschrank nicht reden kann und auch nicht äckäck machen…..das dauert. In der Zeit dazwischen war ich in den vergangenen Jahren verlässlich auf Stippvisite beim Textilschweden. Jetzt maul ich halt nur noch rum…

 

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I said yes

Nein, ich heirate nicht. Der Staat hat in meinem Bett nix verloren…  Aber: Nach kurzem Hadern habe ich beschlossen, es zu tun. Was anderes. Hab zwar noch gewaltig Bauchweh dabei, aber ich seh es als Mutprobe. Herausforderung. Was auch immer. Was ich tun werde, bald hier auf diesem Kanal. Und auf einem anderen.

Doch davor noch kurze Werbepause: Göttin des Glücks. Hat manchmal schöne Sachen, manchmal optisch schon sehr „ökig“ (danke Katrin) und zielgruppentechnisch in der Uni-Professorinnen-für-Ethnologie-Ecke…. Aber eben nur manchmal. Meistens sind da wirklich coole Sachen im Angebot – sie sind zu Recht das Vorzeigebeispiel in Sachen Öko/Fairtrade-Mode aus Österreich. Aber weil der wunderbare, von Ina hergeborgte Laptop leider einer von der älteren, langsameren Sorte ist, kann ich grad keine Fotos laden. Schaut euch einfach selbst um: Göttin des Glücks.

Na, ist das mal ein Cliffhanger? 🙂

 

 

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Erinnerungsunterstützungen

Es ist unbezahlbar – eine kleine mickrige externe Festplatte wurde übersehen. Und ich Schlaumeier hab genau auf der Festplatte mal sicherheitshalber ein Fotobackup der letzten 10 Jahre gemacht. Mir sind heute die Tränen in den Augen gestanden, als ich gesehen hab, dass alle Fotos noch da sind. (Fast) alles andere ist ersetzbar, aber Erinnerungen? (jaa, ok, Erinnerungen können mir eh nicht gestohlen werden, aber nennen wirs halt Erinnerungsunterstützungen…) Und weils mich grad so freut, teile ich gleich mal ein paar Fotos mit euch…

Hier ein best of meiner modischen Ausflüge und Fehltritte der letzten 10 Jahre – und was davon ich noch im Kasten habe:

2005: Top hab ich noch, in die Hose pass ich nicht mehr rein – leider. Ist regelmäßig die „in DIESE Hose werd ich wieder reinkommen“-Zielhose bei meinen Abnehmplänen. Die Sandalen sind die besten der ganzen Welt. Und fallen leider schon auseinander. Und: Es ist bedenklich, wieviele Rotweinfotos es von mir gibt…

(c) nunette colour

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2004: Meinen Augenringen nach zu schließen die dritte Party in drei Tagen. Türkis. Immer wieder und in jeder Ausführung. Bis auf die Tasche (der ich nachweine) alles noch im Kleiderschrank vorhanden. Und nein, ich rauche nicht mehr. Aber was hab ich mich damals cool gefühlt mit der Tschick in der Hand….

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2006: Immer noch türkis. Leider auch in der Shiny Version, grobes Hoppala. Fürchterlich und schon lange nicht mehr Teil meiner Kleidungsauswahl. Und ja, es war eine Indoor-Wasserschlacht. Danach hatten Eva und ich halbierte Gummifrösche an der Nase kleben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich noch an den ganzen Abend erinnere.

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2005: Ars Electronica. War eine extrem lustige Installation – und das Kleid (immer noch bei mir im Schrank) immer ein Grund zum massiven Baucheinziehen. Musste außerdem mit Sicherheitsnadeln in Brusthöhe abgesichert werden, damit mir die Leute noch in die Augen schauen würden. Im Nachhinein: ganz schreckliches Styling, aber damals hab ich mich super gefühlt.

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Kurz: Mein Farbgeschmack hat sich wenig geändert. Es gibt stilistisch nur wenige „Ogottogottwashabichmirnureingebildet“-Fotos. Aber man sieht: Die Schnäppchenjägerin und Ausverkaufswahnsinnige war ich damals auch schon. Das Teuerste, was man auf alle den Fotos abgesehen von den Schuhen sieht, ist die grüne Jacke – um heiße 40 Euro…

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Ichkaufnichtnix

Ich bin im Moment im Freundeskreis leider immer wieder mit Geldproblemen konfrontiert – da gibt es einerseits die, die alles ganz genau budgetieren, aber nichts sparen, und keine Altersvorsorge haben, und andererseits die, die alles ganz genau durchrechnen und sich sich einfach so mal schnell das neue MacBook leisten können, gleichzeitig aber brav Pensionsversicherung zahlen. Und dann gibt es die, die komplett drauf pfeifen und ohne nachdenken kaufen, manchmal sogar bis weit ins Minus. Ich bin irgendwo zwischen den ersten beiden… Keine Pensionsversicherung, aber auch kein MacBook. Schuldenfrei, aber keinen großen Polster (mehrere Pölsterchen eher, vorzugsweise an Popsch und Beinen, aber das ist wieder eine andere Geschichte..).

Ich habe keine teuren Stücke, bewundere die eine liebe Freundin, deren Schrank voller wirklich WIRKLICH cooler Designerstücke ist. Aber dennoch: Ich habe ein Vermögen in meine Bekleidung gesteckt! Unfassbar viel! Allein schon, wenn ich alle Jacken zusammenzähle, komme ich auf locker dreitausend Euro. Die ich anderweitig viel besser hätte investieren können. Bei Schuhen darf ich gar nicht anfangen nachzurechnen…

Ich bewundere meinen Bruder, der zwar gut verdient, aber aus diversen Gründen recht hohe Fixkosten hat. Als ich ihn kürzlich fragte, wie er das macht, dass ihm immer was übrig bleibt, meinte er lachend: „Ich kauf nix!“. Wirklich nix, Fernsehen statt DVDs, Bücher von mir, Spielzeug für die Kinder second hand, Urlaube bei Freunden in ganz Österreich.

Ich sollte das auch versuchen. Ich geb trotz Shoppingboykott immer noch zuviel aus. Habe immer noch das Problem, dass ich mich mit Einkäufen belohne oder ablenke, aber eben nicht mehr per Kleidung. Ich kauf keine Fetzen, keine Schuhe, keine Taschen, keinen Schmuck. Aber: Ich kauf nicht nix.

 

 

Blöd. Irgendwie.

 

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