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Kleider abspecken?

Habe gestern abend „Die Kleiderdiät“ von Linda Deslauriers durchgelesen – eine ihrer Hauptaussagen ist: Reduzieren, reduzieren, reduzieren. In einem durchschnittlichen Kleiderkasten eine Frau sind etwa 20% wirklich gut, passend, tragbar – und werden auch getragen, die restlichen 80 % sind alt, Fehlkäufe, nur noch aus emotionalen Gründen da und Hosen, die irgendwann mal wieder passen werden.

Ich habe von allem sehr viel. Gute zehn Jahre Shopping als größtes Hobby äußern sich eben so. Frau Deslauriers würde ihre helle Freude haben: Was sie alles bei mir weggeben könnte!

Das Problem ist nur: Ich will nix weggeben. OK, kaum was. Aber von meinen 30 Jacken trage ich auch locker 20 regelmäßig und übers Jahr verteilt, die 20% davon sind schon allein die unverzichtbaren Lieblingsstücke (die Jeansjacke, die senfgelbe Lederjacke, der grüne Winterparka, der alte Dufflecoat, die schwarze Jacke mit dem seitlichen Zipp und die türkise Jacke von H&M – ha, auf der Stelle 20% als unverzichtbar nennen können)!

Ich liebe meinen Kleiderkasten! Sicher, ich hab auch so manche Fehlkäufe da drin (und drumherum, aber das ist eine andere Geschichte), aber ich liebe das Gefühl, die Auswahl zu haben – eine Kleiderdiät oder der Kleiderkasten der lieben Freundin wär also für mich keine Alternative. Dann lieber nix neues kaufen.

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Ganz viel wenig

Ich habe eineinhalb Meter Pax Kleiderschrank in richtig hoch, zwei Laden in einer Kommode, einen halben alten Eichenkasten und – mein ganzer Stolz – einen Flugzeugtrolley für Unterwäsche und Strumpfhosen (ein Wort, das inzwischen nur noch mit einem Seufzer ausgesprochen werden kann). Und hab immer wieder Zeug, das in die Kästen nicht reinpasst. Ah ja, ein großes Schuhregal hab ich auch noch.

Vor einigen Tagen hat meine liebste Freundin und Nachbarin, die seit kurzem allein wohnt, mir ihren Kleiderbesitz gezeigt: Sie hat ihren ein Meter breiten Pax aufgemacht. Und der war halb leer. Einige Jacken und Schuhe befinden sich noch in einem weiteren Kasten im Vorzimmer. Fertig. Ich hab wahrscheinlich dreingeschaut wie eine Katze vorm Aquarium. Boah.

Fazit: Ich hab ein schlechtes Gewissen. Mit vollen Hosen ist leicht stinken, mit vollen Kleiderkästen ist leicht nicht zu shoppen.

Fazit 2: Ich kann nichts wegschmeissen. Eine andere Freundin ist da beinhart, alles, was sie seit einem Jahr nicht angehabt hat, fliegt. Das könnte ich nie und nimmer. Eine Winterjacke, bekommen mit 14 (damals so groß wie zwei Zelte, gefühlt, jetzt grad passend), sicher 10 Jahre lang nicht angehabt – seit zwei Wintern wieder eins meiner Lieblingsstücke. Einmal hab ich zwei dicke Pullis weggegeben – denen heule ich heute noch nach.

Fazit 3: Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man mit so wenig Gewand immer so gut angezogen sein kann wie sie.

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Vivienne Westwood hat recht!

Ich war immer schon ein Fan von Schuhe reparieren statt neue kaufen (naja gut, Schuhe reparieren UND neue kaufen…) – bis alle Schuster in meiner Umgebung zugesperrt haben. Auch in Sachen Kleidung hat sich in den letzten Jahren, aber vor allem seit meinem Einkaufsboykott meine Einstellung zu Wegwerfprodukten massiv geändert. Sobald ich wieder shoppen „darf“, werde ich definitiv mehr auf Qualität und „Reparierbarkeit“ achten, auch wenns teurer ist – langfristig ist das nämlich sowieso billiger und der Umwelt tu ich damit auch was Gutes. Das Traurige: Ich bin mit der Reparier-Qualitäts-Einstellung aufgewachsen. Und dann kam die erste H&M-Filiale pünktlich zu meiner Pubertät nach Wien und aus wars damit.

Und: Vivienne Westwood war schon immer cool. Sie hat einfach recht.

Vivienne Westwood: Wir sind so schlecht angezogen wie nie

London. Nach Ansicht von Modedesignerin Vivienne Westwood waren die Menschen noch nie so schlecht angezogen wie heute. Schuld daran sei vor allem eine Kultur der Konformität und des Wegwerfens, sagte die 70-Jährige am Sonntag nach der Vorstellung ihrer Kollektion bei der Londoner Modewoche. „Wir sind so konform, niemand denkt mehr nach. Wir saugen alle lauter Zeug auf, wir sind darauf trainiert worden, Konsumenten zu sein, und wir konsumieren alle viel zu viel.“ Ihr Aufruf sei deshalb: „Kauft weniger, sucht gut aus, achtet darauf, dass es länger hält.“

Früher seien die Menschen viel besser angezogen gewesen, erklärte Westwood, die als Mitbegründerin der Punk-Mode gilt und für ihre Exzentrik bekannt ist. „Mit Blick auf ihre Kleidung haben die Menschen noch nie so hässlich ausgesehen wie heute.“ Die Leute sähen aus wie „Klone“. Unter den seltenen Ausnahmen seien vor allem ältere Menschen über 70 Jahre.

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Prokrastinierendes Nichtshoppen.

Also, nachdem ich einfach keinen Überblick über meine Kleiderberge mehr habe, hab ich beschlossen, nicht nur nichts mehr zu kaufen, sondern all meine Kleidung zu sortieren, einzeln wieder einzuräumen und vor allem in eine excelliste einzutragen. Schlicht, um von den sich sehr wahscheinlich ergebenden hohen Zahlen der einzelnen Produktgruppen (Shirts, Pullis, Jacken, Hosen, Röcke, Kleider, …) schockiert zu sein. Nur: Ich schieb diese Aufräumerei jetzt seit drei Tagen vor mir her. Ähm…

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