Archiv für den Monat April 2012

Nunu allein zuhaus

Drei Tage ist er inzwischen tot, mein kleiner Biff. Er war immer schon ein Patient, oft krank, und vor 14 Monaten wurde ein Loch in seinem Herz festgestellt – man gab ihm noch drei Monate. Der kleine Kämpfer hat aber bis letzten Samstag mit voller Lebensfreude durchgehalten und mich oft vor lauter Liebe, aber auch Sorge oft innerlich übergehen lassen (und hin und wieder auch vor Ärger, wenn er gemeint hat, er muss mir aufs Sofa speiben – dessen Bezüge nicht waschbar sind – oder aus Trotz zielsicher NEBEN das Kistl auf den Parkettboden pinkeln…). Was hat der kleine Furz mich zum Lachen bringen können, besonders spezialisiert war er auf Abstürze aus geringen Höhen aufgrund der Jagd nach seinem eigenen Schwanz und in den letzten Monaten seine Hassliebe zum Schaukelstuhl (Stichwort Schwerpunkt einschätzen). Mir war klar, dass er nicht alt wird, mir war klar, dass der Moment kommt, aber mir war nicht klar, dass es so derartig hart sein wird, zuhause zu sein ohne ihn.

vielfraß und schmusebär, genießer und unglaublicher opportunist

Was das jetzt mit meinem Projekt zu tun hat? AAAAAAAALTER , ICH WILL SHOPPEN GEHN!! Ich will raus aus der Wohnung, auf Richtung Mariahilfer, bei den üblichen Verdächtigen einfallen, Kleider anprobieren, in das Geschäft mit den schönen bunten Taschen schauen, GELD AUSGEBEN. Mich betäuben. Und das ganze dann als „mir etwas Gutes tun“ argumentieren…

Völlig sinnfrei, sowas! Und trösten tuts auch nicht, weil wenn ich dann nachhaus komm, würd er ja trotzdem wieder nicht angelaufen kommen und sich aufführen, als ob ich ihm alle zwei Wochen ausnahmsweise mal was zu Essen geben würde…

Ich gestehe – I am a Crazy Cat Lady.

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I love Mama

Abgesehen davon, dass ich sowieso die beste Mama der Welt hab, hab ich die allerbeste Mama der Welt. Trotz nachhaltiger Computer- und Internetresistenz (und daher unwissend über diesen Beitrag – ich hatte sie auch nicht auf ihr potentielles Joker-Dasein angesprochen) rief sie gestern an und meinte: „Du, sagmal, deine schwarzen Leggings sind ja wirklich alle hin, wie schaut denn das aus  – soll ich dir eine kaufen? Aber eine gscheite, nicht so einen Billigmist, und dann behandelst sie auch pfleglich bitte.“

Ich liebe sie.

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Gemeinsam stark

Nachdems in den Kommentaren einige diesbezügliche Aussagen gegeben hat: Falls es Frauen (ich setz das jetzt mal voraus, dass Männer dem weniger abgewinnen können) gibt, die ebenfalls ihr Einkaufsverhalten zumindest mal reduzieren wollen – gemeinsam ist das leichter!

Ich habe eine Emailadresse eingerichtet, und wer von seinen Erfolgs- oder Schwächeerlebnissen in interessierter Runde berichten will, de füge ich gerne einer Verteilerliste zu. Schreibt doch einfach an ichkaufnixx@gmail.com (Achtung, zwei x, alles andere war schon vergeben…) und berichtet!

 

 

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Überwältigtes Themendurcheinander

Knapp zwanzig Stunden später und ich bin immer noch eine der Bildgeschichten auf ORF.at – es ist wirklich unglaublich, dieses Wochenende. Meine „Erwartungen“ wurden x-fach übertroffen – seit gestern haben bis genau jetzt über 7000 Leute auf meinen Blog geklickt. Vielen vielen Dank für das viele Feedback und die so motivierenden Kommentare. Es waren sehr viele neue Gedankengänge dabei, die auch mir ordentlich zu denken geben.

Viele Leser meinen, dass es gut tue, nicht mehr getragene Kleidung wegzuschmeißen. Ich fürchte, ich sehe das anders. Abgesehen von der Tatsache, dass gerade die Vielfalt meines Kleiderschrankinhaltes mir den Shoppingboykott gerade ungemein erleichtert, muss ich immer wieder daran denken, dass auch in von mir nicht getragene Kleidung Ressourcen hineingeflossen sind. Da steckt Baumwolle drin, die geerntet werden musste, und menschliche Arbeitszeit (mit hoher Wahrscheinlichkeit unter unwürdigen Bedingungen). Da widerstrebt es mir, das Zeug wegzuschmeissen (zugegeben, Herschenken ist eine Option).

Stattdessen möchte ich in diesem Jahr das Beste draus machen, viele Dinge wieder tragen, und Sachen, die gar nicht mehr gehen, umarbeiten. Und danach: Zurück zum guten Stück. Das auch länger als eine Saison „in“ ist.

Das Absurde: Seit gestern kennen viel mehr Leute den Blog, und seit gestern ist es mir wirklich absolut komplett egal, was ich anhabe und wie ich aussehe. Habe mich gestern Abend zum ersten Mal seit drei Tagen außer Haus gewagt (mein Magen erklärt mir jetzt gerade immer noch, dass er es für keine gute Idee gehalten hat) – und musste vorm Weggehen lachen: Ich wusste nicht, was ich anziehen sollte.

Morgen wäre eigentlich wieder so ein klassischer Tag für Trostshopping – nur nicht zuhause sein, wo alles an die kleine Patientenkatze erinnert. Aber: spielts nicht. Um dennoch irgendwie an das „Neu“ und „Trost“-Gefühl zu kommen, werd ich mich die Woche zum Friseur begeben – das ist sowieso mehr Zustand als Frisur auf meinem Kopf. Mal schaun, obs eine gute Ersatzdroge ist…

PS: Meine Bewunderung für die Clean-Clothes-Kampagne steigt immer weiter. Sie lassen nicht locker – bin gespannt, ob das Umdenken bei den Designern umsetzt, wie in Sachen Jeans und Sandblasting von ihnen verlangt…

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