Lauter Blitze!

Ich weiß, dass das, was ich jetzt schreibe, prahlerisch klingen kann. Es ist aber absolut nicht so gemeint, im Gegenteil. Ich schreibe es, weil es mich einfach nur noch flasht, in einer Tour, seit 24 Stunden. Die schauten nämlich folgendermaßen aus:

Ich hatte dank meiner lieben Vea die Ehre, in der Jury des Protestsongcontests zu sitzen und Punkte zu vergeben – so richtig auf „and twelve points go toooo“ (außer, dass die Wertung nur bis neun Punkte ging, aber ihr versteht, was ich meine).

Flash.

Ich saß so nebenbei zwischen einem Drittel von Maschek, die ich sehr verehre, und ….. Peter Paul Skrepek, seines Zeichens Gitarrist. Von Falco. Wer mich kennt, weiß, dass innerlich flatterte. Falcos Gitarrist. Faaaalco!!!

Flash.

Den Contest gewann übrigens nicht mein Favorit, aber eine Nummer, die mich performancetechnisch absolut umhaute. Gepaart mit dem Kommentar von Blumenau, dass die Band immer kleiner wird, weil immer mehr von ihnen abgeschoben werden, hatte ich bei der Siegerperformance nasse Augen – einfach, weil mir mal wieder klar wurde, was für ein unglaubliches Glück ich schlicht und einfach durch meine Geburt hab. Ich kanns mir echt leisten, Luxusprobleme wie etwa einen Hang zur Shoppingsucht zu haben (…gehabt zu haben). Ich hab keine Identitätsprobleme im Sinne meiner Herkunft. Mama Niederösterreich. Papa Wien. Laut Stammbaum warma irgendwann vor langer Zeit genuesische Seefahrer. Inzwischen segle ich nur noch hin und wieder mit meinem Rad übern Asphalt, wenn ich mich mal wieder deppert anstelle. Aber darum gehts nicht. Ich muss keine Energie aufwenden, mir eine neue Heimat zu „erarbeiten“; und ich muss keine Angst haben, abgeschoben zu werden. Und ich kann da genausowenig dafür wie andere, die dieses Glück nicht haben. Dass es unfassbares Glück ist, ist mir viel zu selten bewusst.

Ich treffe direkt nach dem Contest die männliche Hälfte von km/a, und freu mich, dass er kein Fremder für mich ist, sondern ein wahnsinnig netter Mensch, der so nebenbei unglaublich kreativ und talentiert ist, und mit dem ich mich auch gern mal über was anderes als seine Mode unterhalte.

Flash.

Ich fliege nach Hamburg (nach drei Stunden Schlaf, ächz), komme dort an, gehe in den Flughafenzeitungsshop, weil ich immer wieder gerne schaue, ob es kreative neue Magazine gibt, die es noch nicht bis nach Österreich geschafft haben. Und dort liegt am Bücherstapel mein Buch. Einfach so, liegt es da. Mein Werk.

Flash.

Ich fahre ins Greenpeacebüro und treffe dort Kirsten Brodde, die ich bewundere, seit ich von ihrer persönlichen Fehde gegen Tchibo gelesen habe. Zum ersten Mal und endlich.

Flash.

Ich bin in Österreich für die gleiche Kampagne zuständig wie sie in Deutschland.

Flash.

Ich fahre quer durch Hamburg, kauf am Weg noch schnell eine Blume (mein Klassiker, eine Calla von der Kaller), und läute bei einer Wildfremden an. Ok, nicht wirklich wildfremd, aber halt persönlich noch nie gesehen.

Flash.

Morgen (also wenn ihr das lest: heute) hab ich eine semiprivate Lesung in Isas Wohnzimmer.

Flash

Und vorher noch ein TV-Interview. Großer Sender.

Flash.

Flash.

Und jetzt grad lieg ich grad auf ihrem Bettsofa, genieße es, so freundlich aufgenommen worden zu sein, und langsam aber sicher spür ich die drei Stunden Schlaf von gestern wirklich sehr.

Müdigkeitsflash.

Aber alle anderen Flashes: NICHTS von dem, aber auch gar nichts von dem, wäre passiert, wenn ich nicht am Weg in den Urlaub vor über zwei Jahren beschlossen hätte, mir für ein Jahr nichts zu kaufen.

Nochmal, ich will damit nicht prahlen – mich selbst haut es gerade am allermeisten um, wie unglaublich sich nicht nur mein Einkaufsverhalten, sondern eigentlich fast mein ganzes Leben entwickelt hat. Es gibt viele mir sehr wichtige Dinge, die sich nicht oder kaum verändert haben – und die hier am Blog nix verloren haben. Aber der Einfluss, den meine Beschäftigung mit fairer Mode inzwischen auf mein Leben hat, ist unfassbar (und wird weitergehen, es blitzt derzeit auf täglicher Basis). Und: Es hat sich nie nach Arbeit angefühlt, das Buchschreiben nicht, die ganzen Aktionen drumherum nicht, und das Bloggen am allerwenigsten.

Mein Fazit: Aus einer fetzendepperten Idee, weil ich selbst im wahrsten Sinne des Wortes fetzen-deppert war, wurde ein roter Faden für mein Leben. Einfach nur eine blöde Idee. Manchmal sind die blödesten Ideen halt einfach die besten.

Flash und aus.

Getaggt mit , ,

5 Gedanken zu „Lauter Blitze!

  1. Der Sieger „Fight Rap Camp“ mit „schmelzende Zeilen“ hat mich echt beeindruckt, das Lied ist mir sowas von unter die Haut gegangen!!!!

    lg
    Maria

  2. mukolama sagt:

    Einfach schön 🙂

  3. […] Lesung auf kariertem Tischtuch im Esszimmer, vor dem tollsten Bücherregal seit langem (echt, bei jedem zweiten Buch denk ich mir: Boah, will ich lesen.), und unter einer Ingo-Maurer-Lampe, wenn mich nicht alles täuscht. Sicher nicht täuscht mich, dass die gleiche Lampe bei Ulla im Buchkontor hängt. Und so schließt sich der Kreis. Flash halt. […]

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