Eine apokalyptische Buchrezension

Hach, wenn man in einem Bus sitzt, der vier Stunden durch die Dunkelheit fährt, sind vier Stunden plötzlich verdammt lang. Da kommt man trotz aller Urlaubseindrücke dann doch ins Grübeln….wie man den Blog eigentlich weiterführen möchte, wenn man wieder in Wien ist. Nach zweieinhalb Jahren muss doch mal die Luft aus dem Thema draußen sein, oder?

Naja, lang nachdenken musste ich nicht, um mir das zu beantworten: Nein, ist sie nicht. Ich gehe schon wieder über vor Ideen, was ich noch alles schreiben, machen, lesen, produzieren, tun will in Sachen fairer Mode und dergleichen.

Im Zuge dieser Nachdenkerei dann festgestellt: Hoppala, ich hab ja auch auf was vergessen! Nämlich auf eine Buchrezension. Die mir sehr sympathisch erscheinende Greta Taubert kontaktierte mich letztes Jahr, als sie auf mein Projekt gestoßen war. Sie schrieb gerade an einem Selbstversuchsbuch (die scheinen irgendwie gerade in Mode zu sein, kommt mir vor 😉 ) und interviewte mich. Das fertige Buch erschien vor einigen Monaten und kassierte gleich mal Rezensionen in Spiegel und Co: „Apokalypse, jetzt!“. Greta geht von dem Gedanken aus: Was ist, wenn was ist. Wenn alles crasht. Wenn die Versorgung zusammenbricht. Wenn kein Geld mehr da ist.

Und sich einfach mal theoretisch mit dem Gedanken herumspielen, wie das denn dann wohl so wäre, das ist ihr zuviel Konjunktiv. Nein, sie probierts gleich mal aus. Nix kaufen. Ernährung nur mit Vorräten, wie sie die deutsche Regierung empfiehlt. (In dem Kapitel steht übrigens mein Lieblingssatz: „Einzig der Zwieback mit seinem bisschen Zucker krümelt mir ein wenig Endorphin ins limbische System.“) Urlaub ohne Geld. Pilzezüchten in Keller und Dusche (boykottiert von ihrem Holden, muss sagen: verständlicherweise). Selbstnähen. Kräuter in der Stadt sammeln. Kein Fleisch mehr essen. Jagen lernen. Tauschen. Komplettausstieg und ab in eine Selbstversorgerhütte, in der wenig zur Selbstversorgung zur Verfügung steht.

Ich muss zugeben, ich hab das Buch förmlich gefressen. Nicht nur, weil ich neugierig endlich zu der Stelle kommen wollte, in der auch ich vorkomme (yippie! Ich tue es! Nur das mitm begehbaren Kleiderschrank, das stimmt nicht. Das HÄTT ich gern gehabt, HAB ich aber nicht. Wobei, gemessen an meinen diversen MountMcWäschebergen war früher wohl meine halbe Wohnung ein begehbarer Kleiderschrank, so irgendwie theoretisch gesehen), sondern weil Greta es drauf hat, mir gleichzeitig den Hals zuzuschnüren vor lauter Zukunftssagenwirmaldunkelgraumalerei und mich zum Lachen zu bringen. Und warum das Buch trotzdem ein schönes ist? Weils in meinen Augen ein wunderschönes Happy End gibt. Samt Hollywoodschaukel!

Kurz: zwei Daumen hoch, große Empfehlung!

Taubert-Apokalypse-jetzt-org

Foto (c) http://www.luebbe.de/Eichborn/1/10

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6 Gedanken zu „Eine apokalyptische Buchrezension

  1. Marianne Clephas sagt:

    Guten Morgen aus dem verregneten Deutschland,
    es ist richtig wir sollten schon bewusster durchs Leben gehen und unser Konsumverhalten überprüfen aber zurück zu den Höhlenmenschen muss ja es nicht gleich sein.
    Und viele dieser Vorschläge sind unhygenisch und in der Jetztzeit auch nicht nötig und erstrebenswert.
    Viel Spaß auf der weiteren Reise. Wann geht es zurück?
    M.C.

  2. JeSSiCa sagt:

    Och, hauptsache nicht aufhören mit dem Blog, wo ichihn doch gerade erst gefunden habe! Und das mit den Selbstversuchen stimmt, merk ich bei mir selber. Ist aber irgendwie auch schön, wenn man merkt, hey, die Richtung könnte wirklich für mich passen.

  3. Einen Kommentar zu _diesem_ Buch hab ich nicht – aber zu deinem! Das haben wir nämlich auf unserem Blog rezensiert: http://www.buecherei.gunzenhausen.de/index.php/buechereiblog-eintrag/kaller-kauft-nix.html und natürlich auch dein Blog verlinkt 🙂

  4. Liebe Nunu, danke für den Buchtipp … bin zwar gerade erst halb durch, aber lehne mich schon mal so weit aus dem Fenster, zu sagen, dass es ein sehr cooles Buch ist. Man muss ja nicht alles nachahmen, aber es steckt schon eine Menge interessanter Dinge drin. Und dann hat die Greta auch noch Humor und eine nette Schreibe.

    Ich kann verstehen, dass du es „gefressen“ hast – geht mir auch so 😉

    Liebe Grüße nach Wien

  5. […] schon wieder vor, als Lesetipp gleich nach Kirsten und vorm Kleiderkreisel. Schönes Umfeld!! Nach Apokalypse Jetzt, Anständig Leben und dem Schwarzbuch Markenfirmen das vierte Buch, in dem ich genannt werde bzw. […]

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