Kleidung aus Papier – die Bedenken

Ich bin euch noch eine Antwort zu den Papierkleidern schuldig. Grundsätzlich find ich die Idee toll, und ein Rock in dem Material macht sicher was her, bringt so ein bissl Avantgarde in den Kleiderschrank. So ein weißer Rock, kombiniert mit einem schwarzen Zopfstrickpullover und schwarzen Holzclogs oder so schaut sicher lässig aus.

Das Einzige, was mich etwas abschreckt: Das Grundmaterial, das sich anfühlt wie eine Mischung aus Stoff und Papier – ist reines Plastik. Und ja sicher ist es gut, so viel Plastik wie nur irgendwie möglich zu recyclen und so wenig neues Plastik wie möglich herzustellen. Dieses ganze Plastikding gibt mir nämlich ordentlich zu denken in letzter Zeit. Am Körper mag ichs sowieso nicht, mit Ausnahme meiner inzwischen echt schon bedenklich alt aussehenden Fleecejacken, von denen ich mich einfach noch nicht trennen kann – weil ich weiß, dass ich mir keine neuen kaufen werde. Ich trage zwar stretchige Sachen, aber ein Top, das rein aus Kunstfaser besteht, löst in mir bereits gedanklich Schweißausbrüche aus. Die Menge an Plastikflaschen und -verpackungen, von denen ich täglich umgeben bin (wenngleich ich ersteres definitiv nicht auf täglicher Basis kaufe oder konsumiere!), ist wirklich enorm. Und aus all dem entsteht durch Abrieb usw. Mikroplastik, also miniwunzikleine Plastikteilchen und -fasern, die bereits in allen Meeren, Gewässern und sogar in der Luft nachgewiesen wurden. Im Meer schwimmt inzwischen mehr Mikroplastik als Plankton. Will ich also noch ein „neues“ plastikbasiertes Material gut finden? Nein, will ich nicht. Aber ich fürchte, ich bin da wirklich überkritisch, denn die Ansätze von luxaa sind wirklich fantastisch. Closed Loop, Recycling, alles wirklich toll. Und es sollte mehrere Designer geben, die in diese Richtung arbeiten und Mode als nachhaltig und ressourcenschonend begreifen und gestalten.

Meine Damen und Herren, das hier ist wiedermal ein Musterbeispiel an: „Man kann immer das Haar in der Suppe finden. Selbst wenn die Suppe superbio und fein ist.“ Grmpf. Dabei find ich luxaa richtig leiwand. Ärgert mich ja selbst am allermeisten, dass es (fast) keine schwarz/weiß-Antworten gibt in dem Bereich. Nur weiße Plastikröcke zu Zopfstrick und schwarzen Holzclogs.

 (c) Luxaa.de

(c) Luxaa.de

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Ein Gedanke zu „Kleidung aus Papier – die Bedenken

  1. […] Sie nicht für Umweltbelastung (Anm: Den Punkt seh ich ein kleines bissl anders, aber eben nur ein kleines bissl): Gut für die Ökobilanz: recycelte Fasern synthetischen und natürlichen Ursprungs, wie […]

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