10 Punkte, warum Primark zum Hinterletzten gehört

Ich finde diesen Text so unglaublich toll.  Da wird mal zusammengefasst, was bei Primark grad alles schief rennt. Eigentlich irre:

  1. In den Kleidern stecken jede Menge Chemikalien. Zwar hat Primark auch die Detox-Kampagne unterschrieben, aber ich habe das Gefühl, für die ist 2020 (das Zieldatum, an dem die Lieferkette frei von acht verschiedenen Chemikaliengruppen sein soll – und ersetzt durch erwiesen unschädliche Alternativen) noch weeeeit weg.
  2. Diese Chemikalien, ob schädlich oder nicht, stinken. Und belasten damit die MitarbeiterInnen. Hab ich auch so erlebt, pfuigrauslichwäh riechts da drin.
  3. Primark hat anscheinend wissentlich verschimmelte Ware zum Verkauf angeboten – sie kam feucht an und wurde einfach mal aufgehängt.
  4. Die Arbeitsbedingungen? Nun ja, Primark war eine jeder Firmen, die in den Fabriken am Rana Plaza Gelände produzieren ließen. Soviel dazu…. Bei Shirts um zwei Euro muss man dazu wohl nicht wirklich viel schreiben, oder?
  5. Bei Primark hängen in jedem Winkel Kameras. Anscheinend auch in dem Winkel, von dem aus man die Codeeingaben der KundInnen an den Bankomatkassen sieht. Wie sympathisch! Die Huffington Post schreibt im oben verlinkten Artikel: „In mindestens einer Filiale laufen auch Untersuchungen, ob Kunden beim Bezahlen ausspioniert worden sein könnten.“
  6. Mit den MitarbeiterInnen gehen die auch recht gewitzt um: Es gibt anfangs nur befristete Verträge (gut, keine Seltenheit), aber dass man nicht verlängert wird oder gar einen unbefristeten Vertrag bekommt, erfährt man zum letztmöglichen Zeitpunkt. Es scheint zwar überwiegend unbefristete Verträge zu geben, aber bis man mal dort ist, pfuh.
  7. Krank sein ist nicht. Wer krank ist, fliegt (oder wird zumindest nicht verlängert). Zeigt ziemlich gut, dass Primark seine MitarbeiterInnen anscheinend genauso als ersetzbare Ware sieht wie seine Produkte.
  8. Die Mitarbeiterzufriedenheit liegt dennoch bei knapp 80 Prozent – weil Primark anscheinend etwas besser zahlt als andere. Schönes Zitat aus dem soeben verlinkten Artikel: „Aber: 18 Prozent der Mitarbeiter sind offenbar nicht stolz darauf, bei Primark zu arbeiten. Seltsam: Knapp 20 Prozent der Primark-Mitarbeiter haben Zeitverträge. Ist das Zufall?“
  9. Huffington Post: „Primark-Mitarbeiter sind häufig krank, weil sie unter Druck gesetzt werden. Weil sie Angst vor Vorgesetzten haben. Angst haben, ihren Job zu verlieren. Einige Mitarbeiter begeben sich deshalb sogar in psychische Behandlung. Und sie schämen sich.“
  10. Diese „Unsere Ethik“-Seite von Primark hat mich gerade zu einem ordentlichen Lachanfall gebracht:
screenshot (c) primark.at

screenshot (c) primark.at, Markierungen in gelb und rot von mir

Ich hab ja schon die „nachhaltigere“ Kollektion vom Textilschweden unterirdisch gefunden, und ihm unterstellt, mich für fetzendeppert zu halten. Aber „sauberere“ Produktion ist echt schon zu gut! Mein Papa hat immer sauberererer gesagt, wenns um solche Steigerungen ging. (Papa zu Nunu, 11, nach einem solchen saubererer-Zwischenfall: „Na, wie heißts? Gescheit, gescheiter, …?“ Nunu, gelangweilt, sicher wieder so ein öder Papa-Schmäh: „Haaaha. Gescheitererer…“ Papa: „Nein, Gescheitert.“).

Sauberere Produktion. Unfassbar. Wie kann man Menschen nur für so dermaßen blöd verkaufen, das auch noch als Fortschritt im CSR-Bereich zu bezeichnen. „Sauber sind wir nicht, aber immerhin sauberer als total dreckig!“ Wargh!!! Und was hat die Weltbank da eigentlich verloren bei der saubererererererern Produktion? Der Blödel-Gedankengang in Richtung Geldwaschen (sauberer!) ist da dann doch recht schnell da 🙂

Schade eigentlich, dass ich eher zu hohem als zu niedrigem Blutdruck neige. Denn die Beschäftigung mit diesem Laden ist bei mir ein wunderbares Mittel, selbigen komplett ohne Einnahme von irgendwelchen pharmazeutischen Produkten und/oder Koffein sofort raufzubeamen.

3 Gedanken zu „10 Punkte, warum Primark zum Hinterletzten gehört

  1. Diana sagt:

    Da kann ich nur zustimmen… Finde den Laden auch sehr…. „Bemerkenswert“. Und den Kaufrausch, den er anscheinend bei vielen auslöst, noch umso mehr… :/
    (Und ja, der Geruch ist grauenhaft!)

  2. du sprichst mir aus der Seele, ich frage mich, was ein Auslöser zum Umdenken sein könnte. Von wegen Bewusster Konsument – gibt es den tatsächlich?

  3. kaywinnitlee sagt:

    Hat dies auf Kaywinnitlee rebloggt und kommentierte:
    Das ist eine großartige Liste und ich kann dem nichts hinzufügen. Bei uns in Dortmund gibts eine neues Einkaufszentrum und Primark hat den Premiumplatz über 2 Etagen am Kopf des Zentrums und jedes mal, wenn ich da vorbeigehe wird mir übel von dem Mief der da entgegenkommt. Ich find es unfassbar, dass die jungen Kids das kiloweise nach Hause schleppen. *kopfschüttel*

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