Von kaputten Fernsehern und acht Cent

Der heutige Beitrag hat nix mit Kleidung zu tun, aber was mit Nachhaltigkeit. Und mit was, was mich total rasend machen kann: Geplante Obszoleszenz (das Wort, das eine meiner liebsten Kolleginnen bei Greenpeace nicht aussprechen kann, aber sich grandiosest nuschelnd drüberrettet). Was das ist? Sollbruchstellen in Geräten. Ein Küchenwecker, der außen schönes Metallgehäuse hat, innen aber nur Plastikzahnräder, die sich binnen kürzester Zeit abreiben und hin ist das Ding. Ein Handy, das pünktlich drei Wochen nach Ablauf der Garantie eingeht. Oder, wie in meinem Fall: Ein Fernseher.

Ich hab nämlich einen geschenkt bekommen. Einen grooooooßen. Bin am Überlegen, wie ich ihn am wenigsten auffällig in mein Wohnzimmer bastel (also so, dass er mich nicht erschlägt). Die liebe Birgit hat ihn mir geschenkt, vielen, vielen Dank dafür nochmal, ich freu mich sehr! Drei Jahre alt, und an sich gut in Schuss. Da ich ihn eh nur als Bildschirm brauch, um meine heißgeliebten Netflixserien in groß zu sehen, komplett und völlig und mehr als ausreichend.

Der Haken: Er ist hin. Und zwar nicht komplett, sondern er lässt sich nicht anschalten – schafft es nicht, genug Spannung aufzubauen. Nunu googelte, und wurde fündig: Das ist etwas, was ganz oft bei Fernsehern vorkommt. Im Grunde funktionieren die Geräte einwandfrei, aber weil es drei oder vier kleine Elektrokondensatoren schießt, schaffen sie es nicht mehr, sich anzuschalten. Rennen sie mal, ist alles easycheesy. Diese Elektrokondensatoren kann man austauschen.

Und jetzt kommts: Diese „Elkos“ kosten bei meinem Elektrohändler ums Eck acht bis 35 Cent, je nach Größe. Ich weiß noch nicht genau, welche Größe ich brauch, aber ich war gestern trotzdem sprachlos: Der reine Materialwert für die Reparatur ist also maximal ein Euro vierzig. Ich schickte gestern meiner Schwägerin stolz ein Foto vom Fernseher, schrieb dazu, er sei kaputt, und sie meinte: Zahlt sich da eine Reparatur überhaupt aus?

Das Riesenteil. Das Bild im Hintergrund ist A4. Mal schauen, wo der noch landet...aber ich freu mich jetzt gleich noch viel mehr auf die regelmäßigen American Horror Story-Sessions mitm Nachbarn, hinter dem man sich so gut verstecken kann, wenns einen reißt. Grausliche Serie übrigens. Grauslich!

Das Riesenteil. Das Bild im Hintergrund ist A4. Mal schauen, wo der noch landet…aber ich freu mich jetzt gleich noch viel mehr auf die regelmäßigen American Horror Story-Sessions mitm Nachbarn, hinter dem man sich so gut verstecken kann, wenns einen reißt. Grausliche Serie übrigens. Grauslich! Das Gespiegelte ist übrigens mein alter Polster vom …. ähemähemm …Textilschweden.

Ich kann sie verstehen, so denkt man, weils einfach wirklich oft echt umständlich ist, sich um eine Reparatur zu kümmern. Aber dass es Leute gibt, die ihre gesamten, teuren Fernseher wegen einem Euro vierzig weghauen und sich neue kaufen, will mir nicht ins Hirn. Was da an Rohstoffen und Ressourcen draufgeht!! Nicht mit mir! Ich such mir jetzt wen, der löten kann. Kaputte Dinge repariert man, dieses Prinzip versuche ich schon einige Zeit zu leben (auch wenns nicht immer rasend gut funktioniert, den Versuch ist es IMMER wert!). Hab kurz ans Reparaturzentrum im 14. gedacht, die ich eigentlich sehr toll finde, aber die verlangen auch 120 Euro für eine Viertelstunde Arbeit vor Ort – das steht sich für mich nicht dafür. Das muss günstiger gehen, schließlich gibt es sogar Youtube-Videos, wie man die Dinger austauscht. Ich bin schon gerne bereit, was zu zahlen, und wenn sich im Bekanntenkreis wer findet, hau ich einmal Spinatstrudel mit Kräutersauce auch noch drauf.

Zu Weihnachten hab ich von meiner ganzen Familie übrigens Geld für einen neuen Fernseher bekommen. Liebe Familie, ich investier das jetzt mal in Reparatur des bestehenden Teils – und in meinen nächsten Urlaub. Echte Erlebnisse sind nämlich eh viel gscheiter als solche vorm Fernseher, sagt auch die Oma, gell? 🙂 ❤

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11 Gedanken zu „Von kaputten Fernsehern und acht Cent

  1. Sandra sagt:

    In Graz gibts ein “Repair Café”, wo sowas gratis repariert wird. (Homepage ist nicht am neuesten Stand, erst am Freitag gabs wieder eins.) Vielleicht findest sowas auch in Wien?

  2. Andrea Drexl sagt:

    Bei uns gibt’s monatlich eine Techniksprechstunde – da habe ich mal in unserer Obdachlosenzeitung entdeckt: http://www.hei-muenchen.de/unserangebot/aktionen-und-offene-gruppen/repair-caf

    vielleicht gibt’s sowas in Wien ja auch? 🙂

    Und ich finde es TOLL, dass du deinen Fernseher reparieren lassen willst!
    Wir sind gerade im Zweitnutzungs-Fieber 😉
    Wir müssen aus unserer Wohnung raus und verkaufen gerade alles, ich hab keine Lust gute Sachen wegzuwerfen. Der Rest wird gespendet und für einen guten Zweck weiterverkauft. Ich hoffe echt, dass sich das durchsetzt…

    Liebe Grüße
    Andrea

  3. lenelein sagt:

    Ich finde dass 120 Euro vielleicht erstmal viel wirken, aber durchaus ein angemessener Preis sein können. Immerhin muss der Kasten auseinandergenommen werden (und die werden heute nicht mehr dazu gebaut und manchmal sogar verklebt) und dann in Klenarbeit der/die defekten Transistoren identifiziert und ersetzt werden. Wenn man jetzt rechnet, dass der Reperatör vielleicht 3 Stunden dran sitzt, sind das 40 Euro pro Stunde, also gar nicht so viel. Du kannst doch nicht über Mindestlöhne in Indien meckern und hier alles für lau haben wollen! Auch wenn das bestimmt nicht deine Intention war…

  4. Hallo Nunu!

    Schau mal hier http://www.rusz.at/967/

    Repair Cafe ist auch mein Tipp, die machen das!

    lg
    Maria

  5. anonymus sagt:

    Also daß eine Technikerstunde schnell mal 100,- kosten kann weil’s eben brutto-brutto ist und weil der Laden ja auch noch Miete zahlen muß und entsprechende Werkzeuge und Meßgeräte besitzen und Dir nachher eine Gewährleistung auf die Reparatur geben muß – klar. Aber 120,- für eine *Viertel*stunde ist schon sehr hart. Das wären ja 480,-/h….!

    Ok, klar, die werden weniger Kunden haben als eine Autowerkstatt (die ja auch Miete und Löhne und Geräte usw zahlen muß) und deswegen kann man auch noch verstehen, wenn der Stundenlohn höher liegt als beim Mechaniker, aber gleich um’s 7-8fache?!? Holy crap.

  6. Kati sagt:

    Mein erster Gedanke war auch ein Repair-Cafe, denn mit Technik hätte ich es auch nicht so 🙂
    Geplante Obsoleszenz ist etwas, das mir einfach auch nicht in den Kopf will. Klar, Wirtschaftswachstum blabla, aber die Ressourcenknappheit ist doch inzwischen wirklich abzusehen, warum wird da nicht „ganz oben“ mal ein Machtwort gesprochen?!
    Sehr sehenswert ist diese Reportage, die kennst du aber sicher schon 🙂

  7. Wolfgang sagt:

    Vielleicht kann der helfen? http://www.haushaltsgeraeteservice.at/

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