„Healthy“. Aha.

Ja, wiedermal Textilschwede. Aber diesmal bin nichtmal ich die Kritikerin, sondern meine Kurzzeit-Ex-Chefin Sandra (die garantiert nicht ich infiltriert habe, wenn, dann eher umgekehrt):

HMSandra

Ich bin ein paar Tage später mehr oder minder zufällig, jedenfalls nicht in Zusammenhang mit diesem Bild, auf der Seite „Responsible Marketing“ von H&M gelandet. Da steht wörtlich: „Models are selected in collaboration between internationally recognised agencies and our own representatives. As outlined in our advertising policy, the models depicted must portray the current fashion in a positive and healthy manner. We deliberately take distances from drug and alcohol abuse, and do not use models that are not portraying H&M in a way that is in accordance with that policy.“

Ich mag den Widerspruch, schöner lässt sich das eigentlich nicht bebildern 🙂

 

3 Gedanken zu „„Healthy“. Aha.

  1. Juli sagt:

    „Nicht mehr zum anschauen“, really? Langsam geht die Hetze auf dünne Menschen in eine Richtung, die sich richtig unbehaglich anfühlt. Nicht schön, immer wieder in den Medien zu lesen, wie häßlich und abstoßend ich mit meinem BMI von 19 auf die meisten Mitmenschen wirken muss.
    Bitte um mehr Toleranz, liebe Nunu! … und die anderen.

    • nunette sagt:

      Hallo! Es geht mir nicht um Kritik an dünnen Menschen, ganz und gar nicht. Jeder, wie er oder sie kann will oder einfach ist. Meine Kritik richtet sich an Unternehmen, die nur eine bestimmte Optik medial pushen – und genauso, wie Übergewicht gefährlich werden kann und zu Adipositas und all seinen zugehörigen schweren Krankheiten führen kann, kann ein uns von Medien/Werbung gezeigtes seehr schlank sein den Nebeneffekt haben, dass an sich gesunde Menschen noch schlanker werden wollen – und da läuft die Gefahr von Krankheiten ebenfalls mit. Ich kritisiere niemanden wegen seiner/ihrer Optik. Ich kritisiere die Unternehmen, die uns sagen, was schön ist. Glaub mir, würde H&M nur noch massivst Übergewichtige zeigen, würde mich das genauso stören. Kann es keine gesunde Mischung geben, was uns gezeigt wird? Aufgrund solcher Bilder (auch von Männern!) erklärt mein fünfjähriger Neffe derzeit, er isst nix Süßes mehr, er will dünn bleiben, und meine achtjährige Nichte (seine Cousine), die ein absolut normales, gesundes Gewicht hat, sie müsse dringend auf Diät. Das finde ich erschreckend.

  2. fairlockend sagt:

    Ich finde den Spruch deiner ehemaligen Chefin ehrlich gesagt sehr abwertend gegenüber dünnen Menschen. „Des is ja nimma zum Anschauen.“ Wer so aussieht wie das Model bzw. eine solche Figur hat, wird eindeutig negativ dargestellt. Ich habe zeitweise auch (ungewollt) in etwa so dünne Beine gehabt – solche Aussagen helfen nicht unbedingt, mit seinem Körper im Reinen zu bleiben.
    „Gib deinen Mädels doch bitte bisserl mehr zum essen.“ Hört sich ein bisschen so an, als ob es unmündige Objekte wären, denen man das Essen besorgen muss. Nicht alle sehr dünnen Menschen essen zu wenig und leben ungesund – auch wenn es in vielen Fällen so ist und zB eine psychische Krankheit dahintersteckt. Da muss man dann erst recht nicht einfach Essen reichen, da helfen Therapieangebote.

    So oder so hinterlassen die beiden Sätze in Kombination bei mir leider einen bitteren Nachgeschmack – natürlich ist das Anliegen sehr berechtigt, dass in der Werbung vielfältigere Frauentypen mit unterschiedlicher Figur usw. gezeigt werden sollen und nicht nur dünne Models – aber trotzdem sollte man seine Wortwahl überdenken. Falls das Model auf dem Bild nicht natürlicherweise zu einer sehr schlanken Figur neigt, sondern ein ungesundes Untergewicht hat, ist ihr zu wünschen, dass sie zu einem gesünderen Gewicht findet – aber nicht wegen ihrem Aussehen, sondern wegen ihrer eigenen Gesundheit. So wie auch stark adipöse Menschen nicht ihr Gewicht reduzieren sollten – falls sie es wollen – weil es anderen nicht gefällt, sondern weil es ungesund ist.

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