Wenn die Polizei mich fuchtig macht…

Ich muss mal wieder was Politisches loswerden. Weils mich unglaublich nervt. Also. Ich hasse Rechtsextreme. Ich hasse Identitäre, Pegida und wie diese ganzen Verrückten heißen, die glauben, ohne kulturelle Integration einfach stehen bleiben zu wollen. Kultur, Alltagsleben, all das war IMMER SCHON Schmelzpunkt der Kulturen, seit Jahrhunderten. Sonst würde es den Kaffee nur dort geben, wo er wächst (und das tut er nicht in echten Wiener Kaffeehäusern), es gäbe kein Kebap, das ihr euch so liebend gern reinhaut, es gäbe so viele andere Dinge nicht. Und so wie alles schneller geht heutzutage, passiert auch diese kulturelle Veränderung schneller. Es liegt an uns, uns abzugrenzen und somit beizutragen, dass wir Parallelgesellschaften an der Armutsgrenze bilden, oder ob wir integrieren.

Wen ich aber genauso wenig leiden kann, sind gewaltbereite Linksextreme. Grundsätzlich hege ich weitaus mehr Sympathien für die politischen Bewegungen und Einstellungen links der Mitte, gerne auch weit links der Mitte, aber bitte ohne Pflasterstein in der Hand. Demotourismus gibt es auch auf linker Seite (und dass die immer noch nicht kapiert haben, dass sie mit diesen Gewaltexzessen auf der Straße den Rechten mehr in die Karten spielen, als dass sie gegen sie ein Zeichen setzen, macht mich wirklich traurig). Auf NICHTS sollte man mit Gewalt antworten (erinnert mich bitte daran, wenn ich das nächste Mal die Amsel in meinem Hinterhof, die mich jeden Tag spätestens gegen fünf Uhr weckt, zu Amselbraten machen will…).

Blick aus meinem Wohnzimmerfenster.

Blick aus meinem Wohnzimmerfenster, am Abend nach der Demo.

Am Samstag fand quasi unmittelbar vor meiner Haustür eine Demo statt. Eigentlich waren es zwei oder noch mehr Demos. Die Identitären wollten aufmarschieren, die Linken wollten sie daran hindern. Was ich gut fand. Identitäre schrammen mehr als nur knapp am Verbotsgesetz vorbei, die haben auf den Straßen schlicht nix verloren, weder hier noch sonstwo. Tut mir leid. Das sind die Einzigen, die ich wirklich NICHT kulturell integrieren will. Leider, wie so oft, wurde es brutal.

Aber: Auch von Seiten der Polizei. Nach Deeskalation schaute das teilweise nicht aus. Eine Bekannte von mir landete nach einer Pfeffersprayattacke im Krankenhaus. Und nein, sie hatte sich nicht mit einem Kieberer geschlägert. Es gibt sogar ein Video von dem Vorfall. Und das, das finde ich am allerallerschlimmsten. Ganz unabhängig von der politischen Ausrichtung (ja, ich hätte es genauso schlimm gefunden, wäre die Lage genau umgekehrt und hätten die Rechtsgerichteten den Pfefferspray abbekommen – wobei ich wieder zur Diskussion stelle: Wieso schützt die Polizei eine angemeldete Kundgebung im Sinne des Demonstrationsrechts, obwohl sie von einer eindeutig rechtsextremen und verbietungswürdigen Organisation ausgeht, und schützt die andere angemeldete Kundgebung im Sinne des Demonstrationsrechts nicht, sondern teilt Pfefferspray aus?!).

Kurz danach las ich auf orf.at folgenden Absatz zur Kundgebung: „Attackiert worden seien auch Polizisten beim Versuch, die Gegendemonstranten abzudrängen – worauf die Beamten mit Pfefferspray reagiert hätten, so der Polizeisprecher.“ Da hat der gute Polizeisprecher wohl diese Videos (es gibt mehrere, in denen eindeutig zu sehen ist, wie sich die Polizei schlicht und einfach den Weg frei sprayt, und zwar über drei Autospuren hinweg) nicht gesehen. Zuerst wollte ich schreiben: Toll, die Polizei ist wie der Textilschwede, die Mücke tun, den Elefanten kommunizieren, was ich ja immer kritisiere. Aber das stimmt in dem Fall nicht. Hier passt besser: Die Polizei (oder der Polizeisprecher) lügt anscheinend. Um besser dazustehen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Schließlich kann man doch davon ausgehen, dass sich Pressesprecher erst informieren, was draußen so an Infos herumgurkt, bevor sie ein Statement abgeben. Lügen, um besser dazustehen, das machen Kinder im Alter meiner Neffen und Nichten, und da ist es zwar ebenso leicht durchschaubar, aber das macht doch kein erwachsener Mensch in einer Verantwortungsposition! Wahnsinn, macht mich das fuchtig. Das kann doch nicht die Antwort auf die immer weiter auseinanderdriftenden Strömungen in unserem Land sein!

 

2 Gedanken zu „Wenn die Polizei mich fuchtig macht…

  1. Birgit sagt:

    Deswegen mag ich deinen Blog so sehr – weil du mit deiner politischen Meinung nicht hinterm Berg hältst und ich sie in den meisten Fällen teile. In Zeiten wie diesen liebe ich Leute die Stellung beziehen. LG

  2. Luna sagt:

    Die Polizei entstand ja auch aus einem eher rechten, gewaltbereiten Kontext – historisch gesehen. Wieso sollten sie also die Linken schützen oder gar von einer weiteren höheren Stelle kontrolliert werden?

    Polizei ist mit Vorsicht zu genießen, selbst wenn der eigene Onkel (so wie bei mir) diesem Beruf angehört.

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